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Feierliche Preisverleihung des Bauherrenpreises 2014 der AKS

Feierliche Verleihung des Bauherrenpreises 2014 – Architektenkammer des Saarlandes vergab gestern sieben Preise und vier Anerkennungen für herausragende Objekte.

Was macht gute Architektur aus? Wie können Bauherren und Architekten gemeinsam dafür Sorge tragen, dass Gebäude nicht nur funktionalen, wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen entsprechen, sondern auch ästhetische Maßstäbe setzen?  Antworten darauf gab es gestern bei der Verleihung des „Bauherrenpreises der Architektenkammer des Saarlandes (AKS)“ im Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks.  Beantwortet wurde dort auch die spannende Frage, welche der 57 von öffentlichen und privaten Bauherren eingereichten Projekte von der zehnköpfigen überregionalen Jury für einen Preis oder eine Anerkennung ausgewählt wurden.

Die sieben Preisträger des diesjährigen Bauherrenpreises sind:
die Baugemeinschaft Familien  Becker, Müller / Rodriguez, Meister / Krämer, Zelinsky-Wibbelt, Diehl und Walz – Stadthäuser Melli-Beese-Straße in Saarbrücken (Kategorie Wohngebäude), das Gebäudemanagement der Landeshauptstadt Saarbrücken (GMS) – Umbau Gerberstraße 29 und Ingrid Heitz-Langenbach –  „Green House – Bürogebäude transformierbar“ in Saarlouis (Kategorie Verwaltungs-, Büro-, Gewerbe-, Industriebauten), die Mittelstadt Völklingen – Kindertagesstätte Völklingen  (Kategorie Sport- und Bildungsbauten),  die Stadt Dillingen / Stadtbauamt – „Hofgestaltung und vertikaler Garten“ und die Landeshauptstadt Saarbrücken /  Baudezernat – „Stadtmitte am Fluss – Berliner Promenade“ (Kategorie Stadtplanung/Landschaftsarchitektur) sowie Schloss Dagstuhl / Leibniz-Zentrum für Informatik GmbH – Neubau Gästehaus am Schloss Dagstuhl in Wadern (Kategorie Sonderbauten).

Mit einer Anerkennung gewürdigt wurden Silke und Andreas Kayser – Wohnhaus in der Muhl in Homburg-Jägersburg, die saarländische Staatskanzlei und das LZD – Amt für Bau und Liegenschaften – Sanierung des Ensembles Ludwigsplatz/Staatskanzlei, das Ministerium für Finanzen und Europa vertreten durch LZD/ABL – Sanierung und Erweiterung der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek sowie der Landessportverband für das Saarland – Multifunktionssporthalle des LSVS in Saarbrücken. In den Kategorien „Kultur-, Veranstaltungs-, Versammlungsgebäude“ und „Innenarchitektur“  entschied sich die Jury in diesem Jahr, keine Preise und Anerkennungen zu vergeben.

„Wichtig war der Jury der Prozess der Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekt“, berichtete der Jury-Vorsitzende Jos Dell, Präsident der luxemburgischen Architekten- und Ingenieurkammer (OAI). Die Kunst des Architekten bestehe darin, die Wünsche des Bauherren zu verstehen, die gegebenen Anforderungen zu erfüllen und dabei zugleich größten Wert auf Qualität zu legen.

„Mit dem Bauherrenpreis werden private, öffentliche und gewerbliche Bauherren ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Baukultur im Saarland verdient gemacht haben“, erklärte AKS-Präsident Prof. Heiko Lukas. Gerade im Zeitalter der Globalisierung, die die Gefahr einer Vereinheitlichung von Ortsbildern mit sich bringe, könnten regionale Bauherren und Architekten „dafür sorgen, dass unsere Städte und Gemeinden auch in Zukunft ein Gesicht haben, dass die baukulturelle Identität unserer Region gewahrt bleibt“, so Lukas.

„Gerade das Saarland braucht Bauherren, die Wert auf gute Planung legen und damit Verantwortung übernehmen – nicht nur für sich, sondern auch für das Umfeld“, betonte Staatssekretär Jürgen Lennartz, Chef der Staatskanzlei. Dass es sich bei zwei Drittel der Preisträger des diesjährigen Bauherrenpreises um öffentliche Bauherren handelt, zeige, „dass Land und Kommunen  ihrer Vorbildfunktion trotz des Sparzwanges gerecht werden“.

„Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt“, zitierte die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, in ihrer Laudatio den Schweizer Architekten Luigi Snozzi. Sie appellierte an alle Bauherren, sich darüber bewusst zu sein, dass ein Bauvorhaben niemals eine Privatangelegenheit sei. „Jedes Bauwerk ist öffentlich wahrnehmbar und wirkt in den Lebensraum eines jeden Einzelnen hinein!“

Dass qualitätsvolle moderne Architektur Menschen begeistern kann, wurde in der Begrüßungsrede von SR-Intendant Thomas Kleist deutlich. Durch seine Lage und sein „kleines aber feines, funktionsgerechtes und ästhetisches Funkhausensemble“ sei der SR zwar „keine der größten, aber eine der schönsten“ Landesrundfunkanstalten. Der Bauherrenpreis der AKS trage „maßgeblich dazu bei, künftige Bauherren auf dem Weg zu guter Architektur zu ermutigen“.

Ausstellung und Buchpublikation zum Bauherrenpreis 2014
Um der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, die prämierten Arbeiten kennenzulernen, lädt die AKS vom 13. bis 31. Oktober 2014 zu einer Ausstellung in die Akademie im Haus der Architekten (Am Neumarkt 11, Saarbrücken) ein. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.30 Uhr und freitags von 8.30 bis 14.30 Uhr.

Darüber hinaus  erschien zum Bauherrenpreis 2014 ein Buch, in dem alle eingereichten Projekte vorgestellt werden. Bestellt werden kann das Buch zum Preis von 20 Euro über einen Link auf der AKS-Homepage www.aksaarland.de.

Hintergrund: Der Bauherrenpreis der Architektenkammer des Saarlandes (AKS)
Der Bauherrenpreis der Architektenkammer des Saarlandes wird alle vier Jahre vergeben. Eingereicht werden können realisierte Bauvorhaben in den sieben Kategorien „Wohngebäude“, „Verwaltungs-, Büro-, Gewerbe-, Industriebauten“, „Kultur-, Veranstaltungs-, Versammlungsgebäude“, „Sport- und Bildungsbauten“, „Innenarchitektur“, „Stadtplanung/Landschaftsarchitektur“ und „Sonderbauten“.

Der 2006 initiierte Bauherrenpreis stößt auf immer größere Resonanz: waren 2006 24 und 2010 36 Projekte eingereicht worden, bewarben sich in diesem Jahr 57 Bauherren.

Beim diesjährigen Wettbewerb lag der Anteil der öffentlichen Bauherren mit 30 Einreichungen gegenüber 17 privaten und 10 gewerblichen Bauherren sehr hoch.

Mitglieder der überregionalen Jury unter Vorsitz von Jos Dell,  Präsident der Architekten- und Ingenieurkammer Luxemburg (OAI), waren in diesem Jahr Vertreter der benachbarten Architektenkammern –  die Architekten Ernst Eichler, Vizepräsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz,  Guy Siefert, Vertreter der Architektenkammer Lothringen, Prof. Jens Wittfoht (Stuttgart) und Ines Wrusch, Freie Innenarchitektin (Hamburg), Vorstandsmitglied der Hamburgischen Architektenkammer sowie  Frank Riebesell, Landschaftsarchitekt (Berlin). Als Medienvertreter waren Dr. Ilka Desgranges, Redaktionsleiterin bei der Saarbrücker Zeitung, und Frank Johannsen, Hörfunkdirektor des SR in der Jury vertreten. Mitglieder des Gremiums waren außerdem Marlen Dittmann, Architekturkritikerin und Vorsitzende des Deutschen Werkbundes Saar, sowie Daniel Kempf, Leiter des Ministerbüros von Stephan Toscani, Minister für Finanzen und Europa.

 

PM: Dipl.-Ing. Cornelia Noll
Architektenkammer des Saarlande

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