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Filmporträt: Janis Joplin – Little Blue Girl

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am heutigen Sonntag um 20 Uhr und am Montag (22. Februar) um 18 Uhr „Janis: Little Girl Blue“– das filmische Porträt der berühmten Sängerin.

(USA 2015, Regie und Drehbuch: Amy Berg, Erzählerin: Cat Power, Darsteller: Janis Joplin, Cat Power, Peter Albin, 105 Minuten)

Janis Joplin ist mit Songs wie „Cry Baby“, „Mercedes Benz“ und „Piece of my Heart“ in die Annalen des Rocks eingegangen – mit Sympathie nähert sich die Filmemacherin Amy Berg der Rockmusikerin: In „Little Blue Girl“ zeichnet sie das Bild einer Frau, die nichts anderes wollte, als Musik zu machen und ein bisschen gemocht zu werden. Sie habe immer ein junges, hübsches Mädchen sein wollen, sagt Berg. Joplin sehnte sich danach, von ihren Fans geliebt zu werden.

Sie wuchs in der ultrakonservativen texanischen Provinz der Fünfzigerjahre auf, als burschikoses, lautes und meinungsstarkes Mädchen, das dem weiblichen Sanft- und Hübschheitsideal nicht entsprach. Am College in Austin wird sie – ein traumatischer Moment – von Mitstudenten zum „hässlichsten Mann auf dem Campus“ gewählt. Und noch im Erfolg spricht sie von der Einsamkeit, wenn die Bandmänner nach dem Auftritt mit Frauen abziehen und sie allein ins Hotel geht.

Berg erzählt chronologisch, wunderbar materialreich und mit zahlreichen Interviewpartnern. Als offenbar sehr enger Freund erweist sich der Talkstar Dick Cavett, in dessen TV-Show Joplin sich als kluge und amüsante Künstlerin zeigen durfte, während sie, immerhin der erste und lange Zeit größte weibliche Rockstar, sonst gern als naives Szenekind vorgeführt wurde.

So ensteht nicht nur das liebevolle, vielschichtige Porträt der Person, sondern auch das interessante Bild einer komplexen Künstlerin.

 

PM: W. Kraus

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