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Freudenklang hat unser Ohr vernommen – Lieder vom Hambacher Fest 1832

So wie die „Marseillaise“ die Hymne der Französischen Revolution war, so avancierte das „Mailied“ zur Erkennungsmelodie des Hambacher Festes.

Philipp Jakob Siebenpfeiffer, kaum anderthalb Jahre zuvor seines Amtes als königlich-bayerischer Landrat in Homburg enthoben, hatte es verfasst. Ein imposanter Chor, bestehend aus 300 Handwerksburschen, eröffnete mit den Versen „Hinauf Patrioten, zum Schloss, zum Schloss! / hoch flattern die deutschen Farben …“ die Demonstration, bei der etwa 30.000 Menschen Freiheit und Demokratie einforderten. Mit „stürmischem Enthusiasmus“ sei das Lied aufgenommen worden, verraten zeitgenössische Quellen. Die „Festgesänge“ von Hambach sind Gegenstand eines neuen Buches, das von der Siebenpfeiffer-Stiftung jetzt vorgelegt wurde. Den Rahmen der Vorstellung bildete die Jahrestagung, zu der Vorstand, wissenschaftliches Kuratorium und Beirat der Stiftung jetzt im Homburger Landratsamt zusammengekommen waren. „Es ist schon beachtlich, welche Bedeutung Liedern und dem Gesang innerhalb der Freiheitsbewegung beigemessen wurde“, betonte Landrat Theophil Gallo, der auch Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung ist. Deren Namensgeber sei sich dieser Wirkung stets bewusst gewesen. „Singst du das Lied der Freiheit, gleich stimmet der Völker jauchzender Chor ein“, habe er eigenhändig unter sein Porträt geschrieben, das seiner Zeit von ihm in Umlauf war. Grundlage des nunmehr 16. Bandes der von der Stiftung herausgegebenen „kleinen Schriftenreihe“ ist die Sammlung „Hambacher Lieder“, die vor genau zehn antiquarisch erworben worden war. Diese Sammlung wurde nun wissenschaftlich ausgewertet. Es handelt sich um eine individuelle Zusammenstellung von insgesamt 159 Gedichten und Liedern, die im Umfeld des Hambacher Festes geschrieben, gesungen, vorgetragen oder veröffentlicht wurden. Die Textsammlung besteht teilweise aus Einzeldrucken, teilweise aus noch nie publizierten Handschriften zum Beispiel von berühmten Dichtern wie etwa Nikolaus Lenau und Ludwig Uhland, von dem Homburger Literaturstudenten Christian Scharpff sowie von Siebenpfeiffer selbst. Das 240 Seiten umfassende Buch beinhaltet neben sämtlichen Liedern im originalen Wortlaut auch Erläuterungen dazu: Reiner Marx skizziert den literarischen Hintergrund, Martin Baus ordnet die Texte historisch ein. Zusammengestellt habe das Buch der Neustadter Arzt Philipp Hepp, der auch die Eröffnungsrede auf dem Hambacher Fest gehalten habe, informierte Marx bei der Vorstellung. Eigene Melodien hätten die Lieder in der Regel nicht gehabt – „Siebenpfeiffer gab etwa an, dass seine Dichtung nach Schillers damals sehr bekanntem ‚Reiterlied‘ zu singen sei. Zahlreiche Lieder der Sammlung vermerken dementsprechend unter dem Titel die Melodie, nach der die Texte zu singen sind“. Martin Baus „entblättert“ immer wieder kehrende „Hambacher Losungen“ ihrer „historischen Belastung“. „Wenn Siebenpfeiffer und Wirth Begriffe wie Deutschland, Vaterland, Nation oder Patriotismus in den Mund nahmen, dann verstanden sie etwas ganz anderes darunter als wir heute. Diese Vokabeln waren eben noch nicht durch die Nazi-Barbarei oder durch drei nationalistisch motivierte Kriege belastet“, erläuterte Baus.

Info:
Das Buch „Freudenklang hat unser Ohr vernommen – Lieder vom Hambacher Fest 1832“ ist zum Preis von 15 Euro im Buchhandel sowie bei der Siebenpfeiffer-Stiftung im Homburger Landratsamt, Am Forum 1, 66424 Homburg, Tel. 06841/1048409, Email: ute.klosendorf@saarpfalz-kreis.de erhältlich.

Titelbild:
Lieder vom Hambacher Fest: Theophil Gallo, Landrat des Saarpfalz-Kreises und Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung, stellte zusammen mit den Autoren Reiner Marx (r.) und Martin Baus das neue Buch vor.

 

PM: Pressestelle SPK

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