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Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht

Am heutigen Samstag, den 9. November 2013, um 15.00 Uhr gedenkt die Stadt St. Ingbert im Kuppelsaal des Rathauses dem 75. Jahrestag mit einem geschichtlichen Vortrag von Eva Tigmann zur Reichspogromnacht im Saarland und einer dazu passenden Ausstellung des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel. Die Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen, ein Zeichen zu setzen, damit so etwas nicht mehr passiert.

 

Hintergrund: Geschichte der Synagoge St. Ingbert

 1811 kamen die ersten Juden nach St. Ingbert. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der jüdischen Mitbürger bis auf 77 Personen an. Mitte des 19. Jahrhunderts fanden die Gottesdienste der jüdischen Kultusgemeinde im Haus ihres Vorstandes Wolfgang Kahn statt. Da dieser ab 1875 die Räume selbst für gewerbliche Zwecke benötigte, kündigte er der Gemeinde den bisherigen Synagogenraum und bot einen Bauplatz in der Josefstaler Straße zum Bau einer eigenen Synagoge an. Bereits am 23. April 1875 wurde „die Erbauung einer Synagoge nach Maßgabe des vorgelegten Planes und Kostenvoranschlages genehmigt“ und schon vier Tage später wurden die Bauarbeiten vergeben. Die feierliche Einweihung der neuen Synagoge fand dann am 14. Januar 1876 statt.

Nach der Volksabstimmung am 13. Januar 1935 und der anschließenden Machtübernahme der Nationalsozialisten sank die Zahl der jüdischen Mitbürger in Folge von Emigration so stark, dass das Gemeindeleben zum Erliegen kam. Am 28. März 1936 wurde die Synagoge und das angrenzende Wohnhaus der Stadt St. Ingbert zum Kauf angeboten. Die Stadt kaufte daraufhin am 7. September 1936 die Synagoge zum Preis von 16.500 Reichsmark. Durch den frühen Verkauf an die Stadt blieb der Synagoge, als einer der wenigen in Deutschland, das Schicksal der Reichskristallnacht erspart. Die Stadtverwaltung richtete in dem Gebäude bis 1944 eine Luftschutzschule ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude kurzfristig wieder als Synagoge. Durch den Vertrag vom 30. März 1949 erfolgte die Rückübertragung an die jüdische Kultusgemeinde Saar, von der es die protestantische Kirchengemeinde 1950 erwarb und nach Umbau und Renovierung seit dem 21. Oktober 1956 zuerst als Jugendheim und später als Amt für Religionspädagogik nutzt.

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