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Gelingende Integration von Frauen durch Sprachförderung

Erfolgreich ging ein vom saarländischen Wirtschaftsministerium geförderter „Brückensprachkurs“ für Flüchtlingsfrauen in Trägerschaft von Jobcenter und Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises zu Ende.

Zum Erfolgsrezept gehörten neben dem wohnortnahen Lernangebot eine parallel organisierte Kinderbetreuung und ein aufgeschlossener Unterstützerkreis.

17 Flüchtlingsfrauen starteten im September in eine dreimonatige Sprachkurseinheit im gemeindeeigenen, früheren Limbacher Gasthaus „ANNO 1900“. Träger des vom saarl. Wirtschaftsministerium finanzierten Sprachkurses waren das Jobcenter und das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises. Den dringend notwendigen Bedarf eines Lernangebots mit gleichzeitiger Kinderbetreuung hatten ehrenamtliche Helfer vom Arbeitskreis gemeindenahe Integration in das Leben in Kirkel (AGIL) e. V. und der Limbacher Nachbarschaftshilfe schon im Frühjahr ausfindig gemacht. In einer konzertierten Aktion verfolgte man mit dem Verein Leuchtender Stern e. V., Träger des „Besonderen Kaufhauses“ in Limbach, eine Art ökonomisches Maximalprinzip: Möglichst viele Frauen sollten teilhaben, im Kurs verbleiben und zu einem guten Ergebnis kommen. Deshalb sorgten Sarah Achour, Deutsch und Arabisch sprechende Kinderpflegerin, unterstützt von den ehrenamtlichen Helferinnen Ronja Kortus, Eva-Maria Lux und Renate Rebmann für die Betreuung von zeitweise bis zu sieben Kleinkindern während des Unterrichts. Zum Kursende tauschten sich Dietmar Schönberger, Leiter des Jobcenters Saarpfalz, Birgit RUDOLF, Leiterin des Frauenbüros, mit Walter Meyer vom „Leuchtenden Stern e. V.“ und Getrud Holzer von AGIL über die Erfahrungen und Zukunftspläne aus.

Zu den Teilnehmerinnen zählten neben in Limbach wohnhaften Frauen drei Frauen aus Bexbacher Stadtteilen, fünf aus Kirkel-Neuhäusel, eine Frau aus Altstadt. Die Kurdin Rosa Barri von Beruf Lehrerin gehörte mit ihrer einjährigen Tochter Lara zu den Kursteilnehmerinnen: „Während meine Erstgeborene Tochter in der Schule ist, kann ich meine Deutschkenntnisse hier vertiefen.“ Zakia Nasro aus Aleppo, ausgebildete Näherin, hat weder Arabisch schreiben noch lesen gelernt: „Ich kann nun ein bißchen Deutsch schreiben, lesen und sprechen.“ Reham Jawish aus dem syrischen Kamischi, das an den Irak angrenzt, Mutter von zwei Mädchen und vier Jungen kümmert sie sich vorwiegend um die Familie und ist dankbar für das Lernangebot. Jehan Hasso lebt seit neun Jahren in Deutschland und lernte bisher überwiegend über ihren siebenjährigen Sohn Deutsch. Die Geschichtslehrerin Nesrin Al-Hamad aus Ost-Syrien kommt mit Töchterchen Maria, die ein Jahr und zwei Monate alt ist. Nadia Jinidi, Arabischlehrerin aus Aleppo, seit sechs Monaten in Deutschland kommt mit Söhnchen Omar. Sprichwörtlich dazu gesellt hat sich die durch ihre Tochter animierte Afghanin Nadjimi Massuda. Sie lebt schon 15 Jahre in Deutschland, eingebunden in die Familien- und Kinderbetreuung fehlte ihr die Gelegenheit, intensiver Deutsch zu lernen. Trotz vieler unterschiedlicher Biographien haben alle eine Gemeinsamkeit: Sie sind dankbar für die Lernmöglichkeit, sprühen vor Elan und möchten weiterzumachen.

Nadine Faber, in interkultureller Arbeit erfahrene Deutschlehrerin vom Frauenbüro, unterstreicht zurückblickend: „Die Frauen kamen unabhängig von Wetter oder quengelten Kinder. Sie lernten viel und fleißig. Ich hatte schlaue Schülerinnen.“ Auch für Hamdiah Younes ist es ein Wehrmutstropfen, dass der Kurs zu Ende geht. Sie möchte unbedingt zu weiteren Treffen kommen, um Deutschsprechen zu üben. „Es ist ein enormer Zusammenhalt entstanden. Deshalb werden wir künftig zwei Mal wöchentlich eine Vormittagslerngruppe anzubieten. Die Aussage der Frauen „Wir müssen unbedingt weitermachen und lernen“ überzeugte mich von deren Streben.“, appelliert Holzer zur Weiterführung. Dietmar Schönberger bestätigt: „Spracherwerb ist ein großes Thema bei den Jobcentern. Die Kolleg_innen werden Kontakt zu den Frauen aufnehmen und besprechen, wie es weitergehen soll. Der Ansatz hier im Zusammenspiel von Ehrenamt und Frauenbüro beim von der Landesregierung finanzierten Brückenkurs ist vorbildlich.“ Walter Meyer freut sich, zu diesem Thema helfen und zum Gelingen beitragen zu können: „Wir erzielen mit dem Sozialkaufhaus in Limbach kleine Überschüsse, die wir so mit Blick in die Zukunft wieder in sinnvolle Projekte einsetzen können.“ Frauenbeauftragte Birgit RUDOLF bekräftigt das Betreuungskonzept: „Wir sind aktuell dabei, passende Lösungen für eine Kinderbetreuung bei den Landessprachkursen zu entwickeln. Der Erfolg des Limbacher Modells hat sprichwörtlich Schule gemacht.“ Landrat Dr. Theophil Gallo bestätigt: “Sprache ist unglaublich wichtig für eine gelungene Integration, wir haben hier ein weiteres schönes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken vieler engagierter Akteure im Saarpfalz-Kreis zum Wohle unterstützungsbedürftiger Menschen.“

Titelbild:
Erfolgreicher Sprachkursabschluss mit allen Teilnehmerinnen, den Kooperationspartnern Frauenbüro und Jobcenter und Unterstützern AGIL, Gemeinde Kirkel und Leuchtender Stern e. V..

 

PM: Pressestelle SPK

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