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Grüne St. Ingbert halten Argumente der Stadtverwaltung gegen Tempo 30 für vorgeschoben!

In die von den Grünen angestoßenen Debatte um Tempo 30 innerorts haben sich nun auch die Vertreterinnen und Vertreter der St. Ingberter Verkehrsverbände VCD und ADFC eingeschaltet und fordern zumindest

die vermehrte Ausweisung von Tempo 30 Zonen. Die Reaktion aus dem Rathaus führte bei den Grünen allerdings zu Kopfschütteln: „Das Argument, dass sich bei einer Einführung von Tempo 30 vermehrt Verkehr in die Wohngebiete verlagert stimmt einfach nicht! Auf welcher Datenbasis wird eine solche Behauptung aufgestellt?“, fragt der Vorsitzende der St. Ingberter Grünen, Rainer Keller.

„Zu einer modernen, lebenswerten Stadt gehört heute Tempo 30 innerorts!“, fordert Keller und verweist auf einen europaweiten Trend: „Zahlreiche Städte im In- und Ausland haben Tempo 30 in den letzten Jahren bereits umgesetzt! Der Stadtrat von Mailand beschloss Anfang Januar, dass ab dem kommenden Jahr das gesamte Stadtgebiet zur Tempo 30 Zone erklärt wird. Brüssel und Paris haben dies bereits getan. In Spanien gilt grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf Ortsstraßen, die nur eine Fahrspur pro Richtung haben“.

„In Deutschland haben sich bisher über 400 Städte, Gemeinden und Landkreise der Städteinitiative ‚Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten‘ angeschlossen. Sogar unsere Landeshauptstadt Saarbrücken ist diesem Bündnis beigetreten und plant in einem Modellversuch zumindest die punktuelle Ausweisung von Tempo 30 – auch auf Hauptverkehrsstraßen“, erläutert Keller und verweist im Gegensatz dazu auf die Blockadehaltung der St. Ingberter Stadtverwaltung: „Nur aus unserem Rathaus wird stur die 70er Jahre Parole wiederholt: ‚Frei Fahrt für frei Bürger‘. Das passt so überhaupt nicht zum Anspruch einer Biosphärenstadt im Jahr 2023!“ ärgert sich der Grüne Orts- und Fraktionsvorsitzende.

„Diejenigen, die im Rathaus gegen Tempo 30 innerorts argumentieren tun dies ohne sich die notwendige Fach- und Sachkenntnis der 2020er Jahre angeeignet zu haben. Statt Zahlen, Daten, Fakten wird aus dem Bauch heraus diskutiert – geprägt durch eine jahrelange, überkommene, nur auf das Auto ausgerichtete Politik, die viele Innenstädte nachweißlich kaputt gemacht hat“, betont Keller.

„Mit Tempo 30 innerorts senkt sich die Zahl der Toten und Verletzten bei Verkehrsunfällen, die Luft wird sauberer, der Lärm nimmt ab, mehr Menschen werden sich zu Fuß oder per Rad bewegen, Kinder werden geschützt, die Lebens- und Aufenthaltsqualität wird erheblich gesteigert – und auch für Autofahrerinnen und Autofahrer gibt es tatsächlich keine echten Nachteile, denn der Verkehr fließt insgesamt besser, weil gleichmäßiger. Tempo 30 innerorts hat nur Vorteile! Dies deckt sich mit Untersuchungen aus Brüssel nach der Einführung des Tempolimits“, erklärt Keller und verweist im Gegenzug darauf auf die stark irrational geführte Diskussion in St. Ingbert: „Gegen Tempo 30 werden nur Mutmaßungen und Emotionen entgegengebracht. Die wissenschaftliche Datenbasis aus anderen Städten spricht sich aber klar für Tempo 30 aus. Hingegen gibt in St. Ingbert überhaupt keine Datenbasis, die die Behauptung der Stadtverwaltung belegt, Tempo 30 würde zu Ausweichverkehren in Nebenstraßen führen. Hierzu bräuchten wir eine datenbasierte Verkehrsplanung mit dem expliziten Auftrag der Überprüfung einer flächendeckenden Tempo 30 Ausweisung. Da wäre es seitens der Stadtverwaltung einfacher und ehrlicher zu sagen: Ich will kein Tempo 30 – egal was die Wissenschaft sagt“, so die Grünen, welche auch nochmals ihre Forderung konkretisieren:

„Die Grünen fordern eben gerade nicht Tempo 30 punktuell, sondern flächendeckend einzuführen, auch um einen unübersichtlichen Flickenteppich zu vermeiden und eine höhere Akzeptanz zu erreichen.“

„Die seitens der Stadtverwaltung vorgebrachte Erklärung, dass durch Tempo 30 und eine angebliche Verkehrsverlagerung die Sicherheit der Kinder sowie die Wohnqualität der Menschen in den Vierteln der Stadt beeinträchtigt werden würde ist geradezu pervers und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage! Tempo 30 hätte gerade die gegenteiligen Effekte!“ empört sich Keller und verweist auf vielfältige Untersuchungen:

„Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt global Tempo 30 innerorts. Sogar das Umweltbundesamt empfiehlt aufgrund der positiven Wirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Verkehrssicherheit, deutschlandweit Tempo 30 als innerörtliche Regelgeschwindigkeit einzuführen! Die Behauptung Tempo 30 gefährde Kinder ist unwissenschaftlicher Blödsinn“, ärgert sich Keller.

„Nicht die Stadtplanung sollte sich nach dem Verkehr ausrichten, sondern umgekehrt! Innerorts Tempo 30 bedeutet weniger Lärm, weniger Abgase, mehr Verkehrssicherheit, mehr Lebensqualität – für alle. Zudem brächte flächendeckend Tempo 30 mehr Klarheit und damit mehr Akzeptanz“, so Keller abschließend.

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