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Hasseler VHS auf Pilzwanderung

Die Pilzwanderung der VHS-Nebenstelle Hassel fand mit weit über 20 Teilnehmern einen guten Zuspruch.

Dozentin Elisabeth Hoffmann gab einen Einblick in die Welt der Pilze, die auch als „Kinder der Finsternis“ bezeichnet werden. Sie warnte vor dem giftigsten aller Pilze, dem Knollenblätterpilz. Weiter empfahl sie, dass man keine alten Pilze sammeln sollte, auch nur diejenigen, die man genau kennt. Jeder essbare Pilz habe einen ähnlichen, aber giftigen Doppelgänger, daher sei Vorsicht geboten. Weltweit gäbe es 100.000 Arten, im Saarland seien es noch 2500, aber bedauerlicherweise lasse die Artenvielfalt nach. „Es werden ja geradezu Autobahnen durch die Waldwege gefräst, in der Wald- und Landwirtschaft wird übermäßig gespritzt, das fördert die Artenvielfalt nicht“, so die Pilzspezialistin.

Zunächst erläuterte sie weiter, wie das Gift mancher Pilze wirke, meist sind es Magen-Darm-Beschwerden, bei manchen dieser Pflanzen merke man die Vergiftung erst nach Wochen, dann sei es zu spät, die Nieren seien möglicherweise schon schwer geschädigt. „Es muss nicht immer, wenn Sie beim Pilzgenuss Beschwerden empfinden, eine Pilzvergiftung sein. Viele angenommene Pilzvergiftungen sind nur Lebensmittelvergiftungen, die nicht tödlich sind“, so die Dozentin. Nicht jeder Mensch reagiere auf jeden Pilz gleich. Beim Genuss des Hallimaschs solle man zuerst drei probieren, wenn man sie vertrage, könne man mehr davon essen. Auf die Frage nach Empfehlung einer Pilzlektüre für Anfänger empfahl sie das Werk von Dr. Rita Lüder. Die Abbildungen in Büchern seien immer nur Momentaufnehmen, im Laufe der Entwicklung verändere sich der Pilz. Unter der Erde sicherten die Pilzfäden das Überleben ihrer Art.

Bevor dann Erwachsene und Kinder den Wald nach Pilzen durchstreiften, erklärte Elisabeth Hoffmann, wie man sie ernten sollte. Am Fröschenpfuhl war wieder Treffpunkt und dort breitete jeder seinen Fund auf den Tischen aus. Die Dozentin trennte die essbaren von den giftigen, sortierte nach Arten und nannte die Bezeichnung der Pilze. Sie beriet jeden einzelnen der Interessenten, viele Fragen wurden gestellt. Es war erstaunlich, wie viel Arten im Bereich des Fröschenpfuhls gefunden wurden: Steinpilze, falsche Pfifferlinge, Schirmpilze, Blätter- und Röhrenpilze, Maronenpilze, violetter Lacktrichterling, Hallimasch, Täubling – von ihnen gebe es allein 40 Arten -, kupferroter Gelbfuß, Rotfuß, grünblättriger Schwefelpilz und Flaschenbovist. Für viele stand fest: „Am Sonntag steht bei uns ein Pilzgericht auf dem Speiseplan“, und man war sich sicher, dass man dieses auch unbedenklich genießen könne.

 

PM: P. Gaschott, Stadt St. Ingbert

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