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Heimat- und Verkehrsverein setzt sich für denkmalschutzgerechte Umnutzung von St. Hildegard ein

St. Ingbert liegt inmitten schöner Wälder und Höhen, das Stadtbild prägen die Türme der zahlreichen Kirchen. So hat es Heiner Baus in seinem Gedicht „Die Türme von St. Ingbert“ treffend beschrieben. Im Herzen

der Stadt steht eine Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert. Eine neoromanische und eine neogotische Kirche repräsentieren die Architektur des 19. Jahrhunderts. Die Hildegardskirche schließlich ist eine Ikone der Architektur des 20. Jahrhunderts und stellt ein Bauwerk von überregionaler Bedeutung dar. Die äußere Gestalt ist auf klare kubische Formen reduziert und in grobschlächtigem Klinker ausgeführt, der an die Feldbrandsteine erinnert, die früher im Industriebau Verwendung fanden.

Die Tragstruktur aus Sichtbeton, nach dem Vorbild des deutschen Türstocks, ist dem Bergbau entlehnt und prägt die Gestaltung des Innenraums. Außengestaltung und Innenraum sind untrennbar miteinander verbunden. Die Verwendung des Sichtbetons („beton brut“) im Sakralraum ist ein Vorgriff auf die Zeit des Brutalismus und dies 20 Jahre vor Ronchamp und Sainte-Marie de la Tourette von le Corbusier. Die bloße Einordnung Boßlets als Vertreter des Heimatschutzstils greift zu kurz.

Die Formensprache und vor allem die Materialisierung, die auf Schmuck und Naturstein weitgehend und bewusst verzichtet, folgen einem klaren Konzept. Boßlet plante kein „Gotteshaus in Schmuck und Pracht“. Gott ist auch bei dem Bergmann in „Stollen und Schacht“. „Die Kirche ist der heiligen Hildegard, aber auch dem Bergbau geweiht und somit untrennbar mit unserer Stadt verbunden“, betont der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins.

„Die neuerlichen Entwicklungen bereiten jedoch Sorge“, so Konrad Weisgerber, 1. Vorsitzender des Vereins. Nach Auffassung des Vorstandes des Heimat- und Verkehrsvereins „sollte eine Umnutzung und Neudefinition des Gebäudes seiner Wertigkeit gerecht werden.“

„Bei der anstehenden Umnutzung muss deshalb Sorge dafür getragen werden, dass der ursprüngliche Charakter des Gebäudes und die von seinem Architekten umgesetzte Innen- und Außengestaltung so weit als möglich erhalten bleibt“, so Weisgerber abschließend.

Der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins hofft, dass die Entscheidungsträger hierbei den richtigen Weg (Scivias) finden.

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