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Heißausbildung bei der Feuerwehr

Personenrettung aus brennenden Gebäuden und die Bekämpfung von Feuer sind ureigene Aufgaben der Feuerwehr.

Da es gerade bei solchen Einsätzen oft nur um Sekunden geht, die über den Einsatzerfolg entscheiden, ist ein routiniertes Vorgehen unabdingbar. Um dieses Vorgehen bei Brandeinsätzen auch unter Realbedingungen, wie beispielsweise Raumtemperaturen von 500 Grad Celcius und Nullsicht, zu trainieren, besuchten neun Mitglieder der Feuerwehr St. Ingbert einen Tag lang die Regionale Atemschutzgeräteträger Ausbildungsanlage Luxemburg, kurz RAGTAL. Dort werden Feuerwehrleute aus ganz Europa in Flash-Over- und Realbrandsimulationsanlagen ausgebildet. Im Gegensatz zum gasbefeuerten Brandhaus der Landesfeuerwehrschule wird in der luxemburgischen Übungsanlage Feststoff verbrannt, wodurch ein realitätsnahes Rauchbild und Wärmegefühl entsteht.

Für die St. Ingberter Feuerwehrleute begann der Ausbildungssonntag mit dem Thema Rauchgaslehre. In einer pallettenbefeuerten Simulationsanlage wurde dazu gezielt die sogenannte Rauchgasdurchzündung provoziert, bei der sich durch einen Brand entstehende Pyrolysegase an der Decke sammeln, durch das Feuer weiter erwärmt werden und dann durchzünden. Dabei wurde schnell klar, wie richtig das korrekte Deuten der verschiedenen Rauchschichten bei einem Brandereignis ist.

Bei der Simulation eines Kellerbrandes lernten die Teilnehmer viel über die Einsatztaktik und trainierten das sichere Handling des Löschequipments. Bei Kellerbränden muss der wassergefüllte Schlauch vom Verteiler am Hauseingang durch das stark erhitzte Treppenhaus gelegt und dann durch die Kellerräume bis in den Brandraum geführt werden. Dabei ist das richtige Schlauchmanagement besonders wichtig.

In einer dritten Station wurde ein Zimmerbrand mit einer vermissten Person simuliert – ein für Feuerwehrleute jederzeit wahrscheinliches Einsatzszenario. Jeder Raum der Wohnung muss von den Feuerwehrkräften akribisch abgesucht werden. Dies ist gerade unter Zeitdruck und erschwerter Sicht durch den Rauch eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Die in der Simulation vermisste Person konnte im Brandraum gefunden und von dort nach draußen gerettet werden. Danach wurde die Brandbekämpfung erfolgreich durchgeführt.

Von den sehr realitätsnahen Übungen und praktischen Tipps und Hinweise der Ausbilder konnten die neuen St. Ingberter Feuerwehrleute Einiges mit nach Hause nehmen und können nun ihre Erfahrungen an die Kameradinnen und Kameraden weitergeben.

Übrigens: Alle St. Ingberter Feuerwehrkräfte finanzierten die 200 Euro je Teilnehmer für den Ausbildungssonntag komplett selbst. Das Feuerwehrfahrzeug und die Atemschutzgeräte wurden durch die Stadt gestellt.

 

Peter Dörr, Feuerwehr St. Ingbert

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St. Ingberter Anzeiger ·
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