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Heute um 20 Uhr in der Kinowerkstatt

Seit 50 Jahre flimmert Roland Klicks legendärer Film “Deadlock” mit Mario Adorf auf den Kinoleinwänden. Roland Klicks frühes Meisterwerk ist eine Mischung aus psychedelischem Western und absurdem Theater zeigt zwei Gangster die sich in einem ausgestorbenen Wüstenkaff die Beute streitig machen.

Er gewann den Bundesfilmpreis 1971 (Filmband in Gold, Bester Regisseur). Mario Adorf, erzählt von den aufregenden Dreharbeiten im Interview: “Regisseur Roland Klick hätte mich in seinem Film „Deadlock“ 1970 am liebsten überfahren, Klick war damals ein junger Mann, ein filmischer Enthusiast, der sich enorm begeistert hat für neue Ideen, die manchmal leider gefährlich waren. Wenn ich denen gefolgt wäre, hätte er mich umgebracht – aber nicht böswillig, sondern aus Begeisterung. Seine Auffassung war: Wenn man drehen will, wie jemand überfahren wird, dann muss man das auch genau so filmen – alles andere wäre schlechtes Kino. Ich sollte mich also für ihn überfahren lassen. Das war mir dann doch zu riskant.”

Auch nach 50 Jahren hat “Deadlock” bis heute nichts an seiner Einzigartigkeit verloren – zeitloses Kino, das sein Publikum noch immer begeistert: Die Banditen Sunshine und Kid flüchten nach einem Bankraub in die Geisterstadt Deadlock in der mexikanischen Sierra. Die einzigen Bewohner sind Charles Dump und seine Tochter Jessy. Dump versucht, den Banditen ihre Beute abzujagen…

Nach klassischer Dramaturgie wandert der Geldkoffer der demolierten Gangster von einem zum anderen, unterstützt von dem schier Beckett’schen Unvermögen der Galgenvögel, den jeweiligen Besitzer umzulegen. Mario Adorf als rührend tolpatschiger Pechvogel, Anthony Dawson als alternder Killer und Marquard Bohm, „Schwabings Understatement-Ungeheuer“, als verletzter Gangster schleichen zu dem psychedelischem Soundtrack der Avantgarde-Rockband CAN um die Beute wie die Katzen um den heißen Brei.
“Deadlock heißt Pattsituation, Stillstand. Ich denke, das ist ein wichtiges Wort für die Filme von Roland Klick. Es ist der Stillstand des Lebens, der Augenblick und der Augen-Blick, der ihn fasziniert, der Augenblick vor der Handlung, vor der Tat, vor dem unerbittlichen Fortgang der Geschichte, der Geschichte einer Gesellschaft, aber vor allem der Geschichte, die im Kino erzählt wird…” (Peter W. Jansen, 1992)

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