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IG BAU: Saar-Wirtschaft muss „Nachwuchsplanung neu justieren“

Zu dem heute von der Arbeitskammer des Saarlandes vorgelegten Bericht an die Landesregierung „Berufliche Bildung im Saarland – Schlüssel für die Zukunft!“ erklärt der stellvertretende Leiter der IG Bau-Region Rheinland-Pfalz-Saar, Markus Andler.

Die Arbeitskammer trifft den Nagel auf den Kopf: „Die saarländische Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel – bildet aber in den letzten Jahren immer weniger aus.“ – Es ist die Doppelzüngigkeit, die übel aufstößt. Sie kostet Glaubwürdigkeit. Wenn Branchen, die Fachkräfte brauchen, aber nicht ausbilden wollen, nach qualifiziertem Nachwuchs rufen und über Fachkräftemangel klagen, dann leidet vor allem eines: die Glaubwürdigkeit.

Wenn innerhalb nur eines Jahres nahezu 12 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, dann läuft etwas falsch. Die Wirtschaft an der Saar muss ihre „Nachwuchsplanung“ neu justieren. Für die Baubranche steht fest: Der Bau braucht eine Azubi-Offensive. Andernfalls droht auch hier ein „hausgemachter Fachkräftemangel“. Die saarländischen Bauunternehmen müssen sich in diesem Jahr intensiv darum bemühen, mehr Jugendliche für die Bauberufe zu gewinnen. Dazu muss es mehr Ausbildungsplätze geben – vor allem aber mehr attraktive Ausbildungsplätze.

Die Baubetriebe an der Saar müssen interessierten Jugendlichen das klare Signal geben, dass sie sich für jeden interessieren. Wenn vermeintlich weniger qualifizierte Jugendliche davon ausgehen müssen, dass ihre Bewerbungen sowieso gleich aussortiert werden, dann ist die Hemmschwelle für sie viel zu hoch, sich überhaupt zu bewerben. Die Baubranche muss begreifen, dass beispielsweise Migranten eine Chance für das Handwerk sind.

Es ist falsch, bei den Bewerbern um einen Ausbildungsplatz zu sehr auf die Zeugnisnoten zu schielen. Auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder Schulabbrecher sollten stärker als bisher die Gelegenheit bekommen, sich während der Ausbildungszeit zu entwickeln und im Bauhandwerk ihre Perspektive zu finden. Wir brauchen keinen Numerus Clausus für das Handwerk, sondern das Engagement und Geschick junger Menschen, die sich fürs Handwerk begeistern können. Und das verraten die Schulnoten nicht auf Anhieb.

Wenn diese Botschaft in den Köpfen der Unternehmer und der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, ankommt, dann hat das Bauhandwerk ein gutes Stück vom „goldenen Boden“ zurückgewonnen – nämlich sein wichtigstes Fundament: den Nachwuchs.

Der Bau kann sich Ausbildung leisten. Wir reden hier über eine Branche, die im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von knapp 1,1 Milliarden Euro gemacht hat. Zudem gibt es in der Bauwirtschaft einen Umlagetopf, aus dem Ausbildungsbetriebe eine Unterstützung für jeden Azubi bekommen, den sie zum Gesellen machen.

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