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Internationaler Tag der Muttersprache

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache. An diesem Tag will die UNSESCO auf Sprachen aufmerksam machen, die vom „Aussterben“ bedroht sind. Auch die saarländischen Mundarten, Rhein- und Moselfränkisch, sind zumindest teilweise betroffen. Viele Wörter der saarländischen Mundart sterben über die Generationen hinweg aus. Unsere Großeltern haben Ausdrücke verwendet, die unsere Eltern nicht mehr benutzten und wir gar nicht mehr kennen.

Stefan Oemisch hat viele Begriffe aus dem „saarländischen“ gesammelt und in einem Wörterbuch zusammengefasst. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Uns interessiert, welches Wort unbedingt wieder in den alltäglichen Sprachgebrauch aufgenommen werden soll. Geben Sie Ihren Vorschlag auf unserer Facebook-Seite ab. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

St. Ingberter Heimatdichter Karl Uhl

Karl Uhl wurde am 30. November 1886 in der Pfarrgasse 60 in St. Ingbert geboren. Er war ein saarländischer Heimatdichter, der sein Leben lang seiner Heimatstadt sehr verbunden war. In den 1920er und 1930er Jahren war er eine zentrale Figur des kulturellen Lebens in St. Ingbert — insbesondere durch die auf ihn zurückgehende Gründung der Völksbühne St. Ingbert, die Später in Heimatbühne umbenannt wurde. Er schrieb mehrere Bühnenstücke und veröffentlichte etliche Gedicht- und Geschichtsbände. Zu seinem 70. Geburtstag wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Einige Jahre später gab die Stadt einer Straße seinen Namen. Karl Uhl verstarb am 15. Dezember 1966 in seiner Heimatstadt St. Ingbert. — Mehr zu Karl Uhl in der Wikipedia

„De Rohmdieb“ von Karl Uhl

Die Mame spurt noo: Erausbringe will ich:
Wer holt jede Da‘ de Rohm von de Millich?
Im Haus isch doch ke Hund un ke Katz!
„War ich’s, will ich sterwe do uff dem Platz!“,
Schweerts Lisa. Un „Ich war’s nit“, heult’s Lenche.
Ach Gott! Das Kerlche isch noch so kleenche;
Das kann noch nit „Jo“ sahn un noch nit „Nee“.
Das heult nur for de Ann’re ihr Schlä‘.
Jede Da‘ sa’t die Mame: „Erausbringe will ich“;
Jede Da‘ verschwind de Rohm von de Millich —.
Die Märe sa’n nimmeh „Jo“ nimmeh „Nee“,
Well’s kemeh Wert hat — sie krie’n doch ihr Schlä‘.
Die Mame isch wesche. Es Lisa un’s Lenche
gotschle im Hof erum mit’m Wäänsche,
Un denke nit dran — wo das Karelsche isch …
Die Millich steht heut nit kalt uff’m Disch —.
Heut steht se hinne — noch uff’m Eebche.
Un brurrelt un dampft noch — gliehrich im Häbche.
Es Karelche sieht nur un riecht denne Rohm.
Es Lenche un’s Lisa gucke nit noo’m …
Die gotschle als im Hof mit dem Wäänche.
Ach Gott! Das Karelche isch ganz alleensche —.
E Krääsch! E Krääsch! Die Nochberschfraa rennt!
E Händche isch zu’me Klumpe gebrennt.
Sie kommt un sieht wie das Kar’lche sich wenselt —.
Dapper, dapper dem Bu’che es Händsche gebänselt,
Mit Wärreöl un gestreckt un verbunn!
Das kreischt un kreischt noch e annerthalb Stunn —;
Nohd isch’r läärisch un fangt an se gumbe,
de Nochber’sch im Arem — es Händche im Lumbe.
Die Mame kommt un verschreckt ball se dood.
„Ach Gott! Do komm ich sicher zu spoot!“.
„Es isch nit so schlimm“, lacht die Nochber’sch „der schlooft!
Euer Rohmdieb — hat sich sellwer geschtrooft!“.

Quelle: Festschrift — 40 Jahre Grundschule Schillerschule St. Ingbert

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