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Internet der Dinge – die Zukunft ist digital

Einen Blick in die Zukunft des Wohnens und der Industriekultur warfen heute die Gäste der im Rahmen der Kampagne „Onlinerland Saar“ organisierten Veranstaltung „Internet der Dinge – Die Zukunft ist digital“, zu der MedienNetzwerk SaarLorLux e. V. und Landesmedienanstalt Saarland eingeladen haben.

Komplett vernetzte Wohnräume, mittels Gesten steuerbare Fernsehgeräte und aus über 80 Zutaten automatisch individuell zusammenstellbare Frühstücksmüslis. Diese Szenarien ließen die Gäste der Veranstaltung staunen und warfen gleichzeitig die Frage auf, wohin die technische Entwicklung noch führen wird.

„Mit der Veranstaltung wollen wir aufzeigen, wie weit die technische Entwicklung bereits vorangeschritten ist und welche Dienste in ein paar Jahren vermutlich ganz selbstverständlich zum Alltag gehören werden. Gleichzeitig ist es uns wichtig, diese Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und Denkanstöße zu geben, inwiefern die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik auf die neuen Entwicklungen reagieren müssen und wo regulatorisch gegengesteuert werden muss, um die Interessen des Verbrauchers zu schützen, zum Beispiel hinsichtlich der Sicherheit der Daten. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll oder moralisch vertretbar“, fasst Dr. Gerd Bauer, Vorsitzender des MedienNetzwerk SaarLorLux e. V. und Direktor der Landesmedienanstalt Saarland die Zielsetzung der Veranstaltung zusammen.

Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), nennt in seinem Vortrag Beispiele aus seiner Forschung. „Durch das Internet der Dinge werden digital veredelte Alltagsgegenstände untereinander vernetzt, so dass intelligente Umgebungen entstehen, z. B. die Smart Factory als Grundlage für Industrie 4.0, das Smart Home als digitaler Lebensraum, der Smart Shop als Einkaufswelt der Zukunft und die Smart City als resourcenschonende Stadt mit intelligenten Mobilitätskonzepten. Wie wollen wir in solchen digitalen Welten leben, lernen und arbeiten? Im DFKI haben wir dafür Zukunftslabore als konkrete Anwendungsbeispiele entwickelt, die eine Plattform für den Bürgerdialog über die großen Chancen aber auch Risiken der weiteren Entwicklung einer digitalen Gesellschaft bilden.“

Doch die Vernetzung der Geräte findet sich nicht nur in der Industrie. Durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets findet sie allmählich auch den Weg in den Alltag der Menschen. Dahinter steht beispielsweise die Idee, die Wohnräume für körperlich eingeschränkte Personen sicherer zu gestalten. Ein solches System ist PAUL, der Persönliche Assistent für Unterstütztes Leben.

„Mit unserem System PAUL ist es älteren oder eingeschränkten Personen möglich, möglichst lange sicher und selbstbestimmt im eigenen Heim leben zu können. Dabei steuert das intuitiv bedienbare System nicht nur das Licht oder die Rollläden, sondern ermöglicht auch Kommunikation mittels Videotelefonie oder Unterhaltung wie Musikhören. Zusätzliche Sicherheit bietet ein patentiertes Verfahren um Situationen der Hilflosigkeit zu erkennen, um daraufhin automatisch Hilfe anzufordern. Seit dem Jahre 2006 ist PAUL aktiv im Einsatz und die Nutzerinnen und Nutzer haben damit Jahr für Jahr ein Stück Lebensfreude zurückgewonnen“, fasst Bernd Klein, Geschäftsführer der CIBEK technology + trading GmbH, die Funktionsweise von PAUL zusammen.

Die Gäste der Veranstaltung konnten sich PAUL live vorführen lassen. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation von Swoozy, dem intelligenten semantischen Fernsehen der Zukunft, das nur durch Handgesten gesteuert wird. Es wurde von Matthieu Deru vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligent (DFKI) vorgestellt.

In einer Podiumsdiskussion, an der neben den Rednern auch Jürgen Zimper, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale des Saarlandes, und Dr. Jörg Ukrow, stellvertretender Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, teilnahmen, wurden schließlich rechtliche Fragestellungen und Aspekte des Verbraucherschutzes vertieft.

Durch die Veranstaltung führte Christian Bauer, Redakteur beim Saarländischen Rundfunk.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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