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Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 20. – 23. September 2013

„Vision- aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ (Freitag, 20. 09. 2013, 19 Uhr;  Sonntag, 22. 09., 20 Uhr). „Das Mädchen Wadjda“ (Samstag, 21. 09., 18 Uhr; Sonntag, 22.  09., 16 Uhr; Montag, 23.09.,  20 Uhr). „Himmel über Berlin“ (Samstag, 21. 09., 20 Uhr). „Die mit dem Bauch tanzen“ (Montag, 23. 09., 18 Uhr).

Vision –  Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Die Kinowerkstatt zeigt am Freitag, den 20. September, um 19 Uhr und am Sonntag, den 22. September um 20 Uhr noch einmal „Vision –  Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ (Deutschland 2009), Regie und Buch: Margarethe von Trotta, Kamera: Axel Block, Musik: Chris Heyne sowie Originalkompositionen von Hildegard von Bingen, Darsteller: Barbara Sukowa, Hannah Herzsprung, Heino Ferch, Lena Stolze, Alexander Held.

Hildegard von Bingen (ca. 1098 – 1179) gilt als eine der bemerkenswertesten und faszinierendsten Frauengestalten des Mittelalters. Sie war Äbtissin, Klostergünderin, Seherin, Theologin, Heilkundige, Dichterin und Komponistin – und eine Frau von beträchtlichem Einfluß, wie ihr ausgedehnter Briefwechsel mit dem Papst, dem Kaiser, mit Königen, Fürsten und Klöstern zeigt. Ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute populär und ihre Kompositionen erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Der Film beleuchtet einige Facetten im Leben dieser vielfältigen Frau.

„Ein weiteres Mal .. verkörpert Barbara Sukowa unter der Regie von Margarethe von Trotta meisterlich eine herausragende Frauengestalt der Geschichte. Das Porträt überzeugt vor allem in seinen stillen, klaren Momenten, in denen das Werk und die Person Hildegards besonders anschaulich zum Ausdruck kommen. Hier gelingen der Regie beeindruckende Bilder, die in ihrer strengen Komposition perfekt zum Thema passen.“ (www.programmkino.de)

Hinweis:
Samstag, den 21. September, 20 Uhr:  Meditatives Konzert „Gesänge der  Stille“ – Musik der Hildegard von Bingen mit Beatrix Thiel (Gesang und Saiteninstrumente)
Ort: Kirche St. Hildegard, Hildegardstrasse 1 in St. Ingbert.

 

Das Mädchen Wadjda

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am Samstag, den 21. September, um 18 Uhr, am Sonntag, den 22.  September um 16 Uhr, sowie am Montag, den 23. September,  um 20 Uhr den Film „Das Mädchen Wadjda“.  „Das Mädchen Wadjda“ (Wadjda, Saudi-Arabien/Deutschland, 2012), Regie, Buch: Haifaa Al Mansour. Kamera: Lutz Reitemeier. Schnitt: Andreas Wodraschke. Musik: Max Richter, mit Waad Mohammed, Reem Abdullah, Abdullrhman Al Gohani, Ahd, Sultan Al Assaf, 97 Minuten ist der erste saudi-arabische Kinospielfilm überhaupt. Dass er in einem Land, in dem Frauen ein großer Teil des öffentlichen Lebens verwehrt ist, wo strikte Geschlechtertrennung herrscht und Frauen nicht einmal Auto fahren dürfen, von einer Frau inszeniert wurde, ist eine kleine Sensation.

Saudi-Arabien ist ein Land ohne Kinos. Und auch Frauen sollen hier weder zu sehen noch zu hören sein. Haifaa Al Mansour hat diese Regeln einfach alle gebrochen – für einen wirklich guten Film.

Grün ist die Farbe des Propheten, die Farbe der Hoffnung und des Lebens. Und grün ist auch das Fahrrad, das dem Mädchen Wadjda (Waad Mohammed) erscheint, scheinbar schwebend, auf der offenen Ladefläche eines vorbeifahrenden Lkws. Es ist ein Bild reiner Bewegung, die Dynamik des Films ergibt sich daraus. Nachdem dieses Fahrrad wie ein Pfeil ins Herz des Mädchens gerauscht ist, treibt die Sehnsucht nach ihm die Handlung voran. Wadjda will unbedingt Geld verdienen, um das Rad zu kaufen, meldet sich sogar zum Koranrezitier-Wettbewerb ihrer Schule an.

Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfiehlt den arabischen Film „Das Mädchen Wadjda“, der jetzt in die Kinos kommt, als „Film des Monats September 2013“. In der Begründung heißt es: „Praktisch im Alleingang zieht „Das Mädchen Wadjda“ den Schleier von einem Land, über das wir im Westen immer noch viel zu wenig wissen.“ Wadjda – ein pfiffiges, intelligentes und selbstbewusstes Mädchen widersetzt sich der traditionellen religiösen Erziehung und Rolle – Mädchen dürfen nämlich in Saudi-Arabien nicht Fahrrad fahren – und verwirklicht ihren Traum.

 

Otto Sander in „Himmel über Berlin“ von Wim Wenders

Otto Sander ist letzte Woche mit 72 Jahren gestorben. Als Engel Cassiel wurde er in Wim Wenders‘ Meisterwerk „Der Himmel über Berlin“ an der Seite von Bruno Ganz und Peter Falk weltweit mit positiven Kritiken überhäuft und wird unvergessen bleiben. Die Kinowerkstatt zeigt „Himmel über Berlin“ am Samstag, den 21. September, um 20 Uhr in einer perfekt restaurierten Fassung.

„Der Himmel über Berlin“  (BRD 1987) Regie: Wim Wenders, Buch: Wim Wenders, Richard Reitinger, Peter Handke, Kamera: Henri Alekan, Darsteller: Beatrice Manowski, Bruno Ganz, Otto Sander, Blixa Bargeld, Peter Falk, Chick Ortega, Curt Bois, Nick Cave, Lajos Kovács, Hans Martin Stier, Solveig Dommartin, Elmar Wilms, Sigurd Rachman, Mick Harvey (FSK: 6, 127 Min.)

ist ein Film über die Schönheit in der Welt, die an jeder Straßenecke auf einen wartet, und an der man meistens doch einfach vorbei geht. Die knappe Handlung die da ist, ist schnell erzählt: Der Engel Damiel (Bruno Ganz) wandelt in Begleitung seines himmlischen Kollegen Cassiel (Otto Sander) durch Berlin und ergibt sich der unendlichen Faszination menschlichen Daseins. Er träumt von einer wahrhaftigen irdischen Existenz, um all die Erfahrungen machen zu können, die den Menschen vorbehalten sind. Als er sich schließlich in die Trapezkünstlerin Marion (Solveig Dommartin) verliebt, wagt er den Schritt in alles Menschliche und lässt den Himmel hinter sich. Die Geschichte ist auch einem breiteren Publikum bekannt aus dem 1996er Hollywood-Remake „Stadt der Engel“ mit Nicolas Cage und Meg Ryan. Damiel und Cassiel spazieren durch die Köpfe der Menschen um sie herum, lauschen manchmal nur im Vorbeigehen kurz ihren Gedanken, verbleiben andernorts für Minuten bei einer Person und folgen dem Strom ihres Bewusstseins. Permanent in ihrer Begleitung sind ein alter Mann namens Homer (gespielt von Curt Bois), der im Niemandsland des damals geteilten Berlins nach dem Potsdamer Platz seiner Jugenderinnerungen sucht, und der amerikanische Schauspieler Peter Falk (bekannt als Inspektor Columbo, hier in persona), dessen Rolle sich später als enorm wichtig entpuppt. In Worte gefasst von Wenders‘ Co-Autor Peter Handke avanciert „Der Himmel über Berlin“ so von Beginn an mehr zu einem einzigen verbildlichten Gedicht als zu einem „gewöhnlichen“ Film: „Der Himmel über Berlin“ ist ein großes Gedichtepos mit zahllosen Facetten. Ebenso euphorisch wie tieftraurig, beizeiten endlos deprimierend, dann wieder unglaublich lebensbejahend. Es hat Strophen über die kleinen Wunder der Alltäglichkeit; über das Leben, und was wir nie daraus gemacht haben; über Hoffnung, Verzweiflung, Glück und Einsamkeit; über den unendlichen Schatz unserer Erinnerung und dessen Bereicherung durch neue Erfahrungen.

 

Die mit dem Bauch tanzen

Zum letzten Mal in der Kinowerkstatt am Montag, den 23. September, um 18 Uhr: „Die mit dem Bauch tanzen“ von Carolin Genreith war der Publikumspreisträgerfilm dieses Jahr beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Die  Kinowerkstatt zeigt für alle, die ihn noch nicht gesehen haben, „Die mit dem Bauch tanzen“ am Sonntag, den 15. September, um 18 und 20 Uhr, am Sonntag um 20 Uhr mit einer Live – Bauchtanz – Aufführung vor dem Film.Die WDR-Dokumentation „Die mit dem Bauch tanzen“ feierte auf der Berlinale Premiere: 14 strahlende Bauchtänzerinnen aus der Nordeifel mit einem lebensbejahenden Appell an Freundschaft und ans Genießen, der mehr bewirkt als Botox und Fastenkuren.

Bauchtanzkurse sind im Allgemeinen übel beleumundet. Doch diese Dokumentation aus dem kleinen Eifeldörfchen Konzen ist ein Schmuckstück: Ewige Jugend, erschlaffendes Gewebe und Hitzewallungen spielen keine Rolle mehr, wenn diese gar nicht mehr so jungen Frauen gegen das Älterwerden antreten. Zwischen Wiesen und Kuhdörfern haben sich diese Frauen dazu verschworen nur noch das zu machen, was ihnen Spaß macht. Wenn sie ihre Bauchtanzgürtel anlegen, fällt jeder Stress von ihnen ab. Und auch die Altersbarrieren. Da werden 93-jährige Omas auf beeindruckende Weise zu „jungen Mädchen“, die 58-jährige Mutter der Filmemacherin beginnt von einem neuen Leben zu träumen. Einmal im Jahr fahren die Freundinnen nach Paris, um ein paar Tage auf der Straße zu tanzen und begeistert gefeiert zu werden. Wie ist das mit dem Alter? Nur wer keine Furcht hat, hat eine Chance. Man muss sich zu seinem Körper bekennen und die Lebensfreude mitnehmen und immer wieder aufs neue realisieren. Die Kühe in der Eifel schauen interessiert zu. Ein aufregender, selbstironischer Film über Heimat, über Alter und Frau sein. Schön ist doch nur das, was wir als solches empfinden.

 

 

PM: Kinowerkstatt St. Ingbert

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