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Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 27. – 30. September 2013

John Cassavetes: „Anything for John“ (Freitag, 27. September, 18 Uhr) „Love Streams“ (Freitag, 27. September, 20 Uhr) „Das Mädchen Wadjda“ (Sonntag, 29. September 16 Uhr) „7 Tage in Havanna“ (Samstag, 28. September, 20 Uhr; Sonntag, 29. September, 20 Uhr) „Eine Frau unter Einfluss“ (Montag, 30. September, 19 Uhr).

Faszinierender Regisseur

Einen einzigartigen und faszinierenden Regisseur bekannt machen will die Kinowerkstatt an diesem Wochenende: John Cassavetes, Vertreter des US-amerikanischen Independent Kinos, dem sich die Kinowerkstatt verpflichtet fühlt. Viele kennen ihn als Schauspieler, er spielt den Ehemann in Roman Polanskis Film „Rosemaries Baby“.

„Man kann einen Cassavetes-Film nicht wirklich zweimal sehen, es ist jedesmal ein anderer… – eine kleine Stimmungsänderung, und man sieht einen gänzlich anderen Film, ein wenig so, wie man in einen Spiegel sieht.“, schrieb Georg Seeßlen über die Filme von John Cassavetes.

Die Kinowerkstatt beginnt die Vorstellung des Regisseurs am Freitag, den 27. September, um 18 Uhr mit der Dokumentation „Anything for John“ aus dem Jahr 1993: Hierin kommen viele Film- und Weggefährten des außergewöhnlichen Filmemachers zu Wort: seine Frau und schauspielerische Erstbesetzung Gena Rowlands, Seymour Cassel, Peter Falk, Samuel Fuller, Ben Gazzara und andere. Im Anschluss läuft um 20 Uhr Cassavetes vorletzte Regiearbeit und Gewinner eines Goldenen Bären „Love Streams“ (1984), in der er an der Seite seiner Ehefrau Gena Rowlands auch die Hauptrolle übernimmt: Ein intensives und tiefgründiges Psychogramm zweier „lebensfremder“ Geschwister (Rowlands und Cassavetes) um Liebe, Gefühle, Verständnis und Zärtlichkeit.

Der japanische Film – Regisseur Shinji Aoyama zählte 2012 „Love Streams“  zu einem der größten Filme aller Zeiten. Er sagte: „Wenn ich an Cassavetes denke, fühle ich mich immer glücklich. Ich fühle mich froh, dass ich Filme mag.  Am Ende von „Love Streams“ dreht sich Cassavetes um und lächelt  in die Kamera, als er den Hund neben sich sieht, der sich in einen nackten Mann verwandelt. Ich wünschte, mein Leben lang, dass ich so lächeln könnte.“

Am Montag, den 30. September, um 19 Uhr läuft „Eine Frau unter Einfluss“ (A Woman Under the Influence, 1974), in dem der Regisseur John Cassavetes seine Frau Gena Rowlands und seinen filmischen Weggefährten Peter Falk zu schauspielerischen Höchstleistungen antreibt. Cassavetes enthüllt die hinter der Fassade der sogenannten Normalität verborgenen Neurosen und Enttäuschungen einer amerikanischen Mittelstandsfamilie (die bevorzugte Gesellschaftsschicht in seinen Filmen) bestehend aus Nick Longhetti (Falk), seine Frau Mabel (Rowlands) und deren drei Kinder. Für viele Anhänger des Filmemachers ist „Eine Frau unter Einfluss“ Cassavetes intensivstes und schauspielerisch überzeugendstes Werk. Gena Rowlands wurde für ihre grandiose Darstellung der Mabel Longhetti mit dem „Golden Globe Award“ ausgezeichnet.

Zu Beginn der Filmvorführungen liest Oliver Klein jeweils zehn Minuten aus Georg Seeßlens Essay „Liebesströme, Todesbilder – Die Filme von John Cassavetes“.

Günstige Reise nach Havanna!

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am Samstag, den 28. September, und am Sonntag, den 29. September, jeweils um 20 Uhr den Film „7 Tage in Havanna“ ( Frankreich/Spanien 2012) – einen sehenswerten Episodenfilm, , u.a. mit Daniel Brühl, in dem sieben renommierte Regisseure aus unterschiedlichen Ländern ihren persönlichen Blick auf das vibrierende Havanna zeigen.

Am Montag wirft sich ein naiver junger amerikanischer Tourist in die kubanische Nacht und schielt nach schönen Mädchen. Am Dienstag landet ein ständig am Handy hängender Emir Kusturica auf der Zuckerinsel, um einen Preis abzuholen, der ihm nichts bedeutet. Am Mittwoch versucht ein Musikmanager eine kubanische Sängerin zu überzeugen, mit ihm nach Spanien zu reisen. Am Donnerstag streift der Palästinenser Elia Suleiman durch die Stadt und saugt den Alltag mit seinen kleinen Dramen und fröhlichen Momenten auf…

„7 Tage in Havanna“ steht in der Tradition von „Paris, je t‘aime“ und „New York, I Love You“:  Verschiedene Regisseure zelebrieren in einzelnen Episoden den Zauber einer besonderen Stadt. In diesem Fall handelt es sich um Benicio del Toro, Pablo Trapero, Julio Medem, Elia Suleiman, Gaspar Noé, Juan Carlos Tabío und Laurent Cantet, die jeweils einen Tag in der kubanischen Hauptstadt Havanna zeigen. Das Ergebnis ist ein buntes Mosaik, in dem die einzelnen Episoden sich zu einem schillernden Portrait der karibischen Metropole formen. Auch wenn kaum ein Klischee ausgelassen wird und die Qualität der einzelnen Segmente schwankt, entsteht insgesamt doch ein ebenso komplexes wie faszinierendes Bild einer Stadt, die gleichermaßen von Wehmut wie von Lebensfreude gekennzeichnet ist.

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