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Klangwelten und Krimispannung

Zu einer musikalisch umrahmten Krimilesung mit den beiden saarländischen Autoren Klaus Brabänder und Christian Bauer fand sich eine große Besucherschar in der St. Ingberter Stadtbücherei ein.

Alle Stühle waren wieder einmal besetzt, schließlich ging es an diesem herbstlichen Abend nicht um beliebig variierbare Regionalkrimis, sondern um Romane, die gesellschaftliche Fragestellungen konsequent aufgreifen und ebenso realitätsnah wie unterhaltend mit sprachlicher Intensität gestalten.

Klaus Brabänder, im Hauptberuf Bauingenieur, war als Autor eines vielseitigen Oeuvres bereits zum vierten Mal beim ILF zu Gast. Man erinnerte sich noch bestens an seine facettenreichen Saarlandkrimis „Sumpf“ und „Steinbruch“, die mit ihrem pointenreichen Stil gehörig Lokalkolorit entwickeln. In seinem aktuellen Werk „Für Eich“ geht es schwungvoll und erzählerisch überaus gekonnt um gewaltige Explosionen, die die Gemeinde Spiesen-Elversberg erschüttern. Dieser neue Fall passt hervorragend zur Vorgehensweise der fein skizzierten Ermittlerfigur, des Saarbrücker Hauptkommissars „Josch“ Joachim Schaum. Einige der teilweise realen Protagonisten des Geschehens – wie der Wirt von Mikos Kneipe – waren beim Zuhören im Auditorium zu entdecken, auch die SR-Tatort-Kommissarin Elisabeth Brück (in der Rolle der Lisa Marx) bekundete ihr Interesse durch ihre Teilnahme an der Lesung. Marion Reichrath, Klaus Brabänders Lebensgefährtin, sorgte am Mischpult durch die Einspielung passender Geräusche aus der Konserve für eine zusätzliche Steigerung der Spannung.

Danach las Christian Bauer, im Erstberuf Pfarrer und als SR-Redakteur verantwortlich für die aktuellen Saarbrücker Tatort-Filme. Ließ er seinen Hauptkommissar Simarek bisher in Saarbrücken und Umgebung ermitteln, so hat er für seine neue Reihe einen völlig anderen Schauplatz gewählt, die Ostsee-Insel Hiddensee. Als Meister des Beiseitesprechens beschwor er die dort herrschende Atmosphäre gekonnt herauf. Hauptfigur des Romans „Klara Klühs und die weiße Jade“ ist die Leiterin der dortigen Bücherei. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, das Verschwinden der Frau des Fischers Paul Kerstens aufzuklären , einer promovierten Mathematikerin mit einem Faible für Statistik und edle Materialien, und gerät dabei in ein Netz höchst spannender Verwicklungen, bei denen Wahrscheinlichkeitsrechnung, jahrzehntealte Lottozahlen sowie ein Armband aus weißer Jade eine zentrale Rolle spielen.

Gesteigerten Unterhaltungswert erhielt diese Lesung durch das Auftreten von Tanja Endres-Klemm, ihres Zeichens freischaffende Kommunikationsdesignerin, die die vorgetragenen Passagen geschickt durch geeignete Melodien verband und mit Saxofon und Gongschlägen einzelne Szenen wirkungsvoll musikalisch umrahmte. Das Auditorium zeigte sich von den drei Gestaltern dieses Krimiabends höchst begeistert.

Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Jürgen Bost, Sprecher des ILF, allen Mitwirkenden und kündigte als nächste Veranstaltung des St. Ingberter Literaturforums für Mittwoch, den 2. November 2016, eine Lesung mit Hans Bollinger an, der sein Buch „Unterwegs in Polen“ vorstellen wird, eine ganz persönliche Liebeserklärung an ein unterschätztes Land, das es zu entdecken gilt.

Am Montag, dem 14. November 2016, ist Dagmar Leupold beim Literaturforum zu Gast. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Autorin liest aus ihrem Roman „Die Witwen – Abenteuerfahrt ins Ungewisse“, der auf der Auswahlliste für den Deutschen Buchpreis 2016 erscheint.

Den Abschluss des Lesemonats November bildet ein Band aus dem Röhrig Universitätsverlag: „Von Bitche nach Thionville – Lothringische Mundartdichtung der Gegenwart.“ Ein ganzes Ensemble von Mitwirkenden begleitet an diesem Abend die beiden Herausgeber Professor Dr. Günter Scholdt und Hervé Atamaniuk nach St. Ingbert.

Zu allen genannten Veranstaltungen ergeht herzliche Einladung seitens der Stadtbücherei St. Ingbert und des St. Ingberter Literaturforums (ILF).

Titelbild:
vlnr: Klaus Brabänder, Tanja Endres-Klemm, Christian Bauer

 

PM: J. Bost

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