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Klangwelten und Krimispannung

Wiederholt mussten weitere Stühle aufgestellt werden, so groß war der Zuspruch von Literaturbegeisterten, als Klaus Brabänder als Gast des St. Ingberter Literaturforums (ILF )in der Stadtbücherei St. Ingbert seinen aktuellen Kriminalroman „MitGift“ vorstellte.

Und der Krimischöpfer war nicht allein gekommen, drei Musiker der Irish Folk Gruppe „Seldom Sober“ umrahmten mit ihren musikalischen Beiträgen die kurzweilige Lesung. Die kleine Besetzung des sechsköpfigen Ensembles, das sich seit 1997 mit seinen Darbietungen irischer Folklore, deutscher Songs und der Interpretation von Eigenkompositionen einen weit über das Saarland hinausreichenden Namen gemacht hat, bestand an diesem Abend aus Wolfgang Schumann (Gesang und Gitarre), Regina Steffen (Mandoline, Gesang und Akkordeon) sowie Solveig Röttig an der Violine.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte ILF-Sprecher Jürgen Bost den Autor und die verschiedenen Facetten seines schriftstellerischen Schaffens vor und deutete an, dass mit „GegenWind“ bereits ein weiterer Titel aus der beliebten Reihe um Kommissar Josch Schaum kurz vor der Vollendung stehe und demnächst auf der Leipziger Buchmesse präsentiert werde. Das Markenzeichen dieser erfolgreichen Regionalkrimis seien konkrete nachprüfbare Orte, authentische Personen sowie ein anspielungsreicher frischer Erzählstil mit spitzen Zungenschlägen, was dazu beitrage, dass die Lesergemeinde immer mehr wachse. Sogar ein literarischer Tourismus zum Spieser Köppchen soll sich schon im Entstehen befinden. Klaus Brabänder dankte für die herzliche Aufnahme und fügte hinzu, dass er sich in den Räumen der St. Ingberter Bibliothek fast schon so Zuhause wie in seinem heimischen Wohnzimmer fühle, schließlich sei dies bereits sein fünfter Auftritt in diesem Kreis.

Frei moderierend und nur mit minimalem Karteikarteneinsatz führte Klaus Brabänder in die Handlungslinien, Schauplätze und Protagonisten seines in der Schwarzen Reihe der Edition Schaumberg erschienenen Titels ein. Mehrere ungeklärte Todesfälle, allesamt auf die Wirkung von Gift zurückzuführen, harrten der Aufklärung. „Fünfzig Prozent aller Morde werden nicht erkannt, und bei Gift steckt meistens eine Frau dahinter: Macht Sie das nicht ängstlich?“, fragte er in die Runde. „Mich schon“.
Von Hangard, dem Tor zum Ostertal, bis zu einer Großtankstelle im luxemburgischen Remich spannte sich der Bogen der sorgfältig beschriebenen Handlungsorte. Zum guten Schluss sollte ein Bild des renommierten Neunkircher Kunst- und Industriemalers Walter Bernstein den Täter aus der Reserve locken. Brabänder führte den Erzählfaden fast bis ans Ende, dann brach er ab: „Alle wissen jetzt Bescheid“, so Brabänder, „nur Sie nicht, Wertes Publikum. Das können Sie aber ändern, wenn Sie mein Buch kaufen.“

Zum Abschluss der spannenden und abwechslungsreichen Lesung dankte Jürgen Bost dem Publikum und allen Mitwirkenden. Als weitere Veranstaltungen dies St. Ingberter Literaturforums (ILF) kündigte er eine Lesung mit Sibylle Knauss, die ihren Titel „Der Gott der letzten Tage“ am 20. September 2017 vorstellen wird, eine Begegnung mit dem polnischen Schriftsteller Wojciech Kuczok 25. Oktober 2017 sowie die Präsentation des im Röhrig Universitätsverlags erschienenen Anthologie „St. Ingbert – Literatur einer Stadt“ am 8. November 2017 an.

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