Nachrichten

Sonntag, 29. Januar 2023 · leicht bewölkt  leicht bewölkt bei -2 ℃ · Lese-Soirée in Kulturhaus MOP2023 „Eismayer“ Caveman – Der Kinofilm

Facebook Twitter Instagram RSS Feed

Kleine Schritte gegen das Übergewicht

Rund 100 Personen aus dem gesamten Saarland und der angrenzenden Pfalz waren der Einladung des Adipositas-Netzwerkes SAAR e.V. und des Netzwerkes „Saarpfalz mit peb – ein Landkreis macht sich fit“ ins Forum nach Homburg gefolgt, um das dritte Saarpfälzische Adipositasforum zu gestalten. Die Organisatorinnen, Dr. med. Angelika Thönnes und Eva Schwerdtfeger, führten durch das hochkarätige Programm.

Bei ihrer Begrüßung drückte Staatssekretärin Gaby Schäfer ihre Freude über den Beitritt des Saarpfalz-Kreises zu der Kampagne das „Das Saarland lebt gesund“ (DSLG) aus. Sie würdigte die Arbeit der beiden Netzwerke und zeigte anhand von Zahlen die Wichtigkeit von Prävention im Bereich Ernährung und Bewegung auf: „Es ist dringend notwendig, die Gesundheitsförderung – neben der kurativen Medizin, der Rehabilitation und der Pflege – als vierte Säule im Gesundheitswesen zu implementieren. Wir sind alle gefordert, Übergewicht und Adipositas bereits im frühen Kindesalter zu bekämpfen. Die Verbesserung der gesundheitlichen Situation auch und gerade von sozial benachteiligten Menschen in unseren Städten und Gemeinden müssen wir als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachten. Insofern freut es mich umso mehr, dass sich der Saarpfalz-Kreis wiederholt mit diesem wichtigen Thema auf dieser Fachtagung aktiv auseinandersetzt.“

Prof. Frank Lammert, Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums des Saarlandes gab einen umfassenden Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Ernährung und die besorgniserregende Entwicklung der Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit) in den USA, die es hierzulande zu verhindern gilt. Neben den bekannten Ursachen Fehlernährung und Bewegungsmangel sind auch komplexe genetische Steuerungsmechanismen, die Bakterienflora des Darmes sowie soziale Faktoren Stellgrößen in Hinblick auf die Entstehung und Vermeidung von Übergewicht. Mit Lebensstil-Veränderung ist durchaus vieles zu erreichen: so konnten verschiedene Studien belegen, dass bereits 15 Minuten intensive Bewegung täglich die Sterblichkeit um 4 Prozent verringern. Zahlreiche Fragen wie zu Süßstoffen, zum Abstand zwischen den Mahlzeiten, zu eiweißreicher Ernährung und vielem mehr konnten anschließend noch beantwortet  werden.
Prof. Ulrich Laufs, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums sowie Vorsitzender der Deutschen Lipid-Liga, stellte die klinischen Auswirkungen von Fehlernährung, Bewegungsmangel und bauchbetontem Übergewicht  auf die Arteriosklerose anschaulich dar. Auch er machte deutlich, dass die Prävention im Sinne  von mehr Bewegung, einer guten Blutdruck- und Blutfettwerteeinstellung und von Nichtrauchen funktioniert. Vor allem wies auch Prof. Laufs darauf hin, dass selbst eine geringe körperliche Aktivität besser ist als nichts. Wenn die Zeit für den Sport nicht reiche, dann solle man wenigstens die Treppen anstelle des Fahrstuhls nehmen im Sinne einer Steigerung der Alltagsaktivität.

Der dritte Vortrag beschäftigte sich mit den psychologischen Aspekten der Selbstkontrolle beim Gewichtsmanagement. Prof. Volker Köllner, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik der MediClin in Blieskastel, zeigte, dass Gewichtskontrolle im Kopf anfängt und eng mit der Lebenszufriedenheit zusammenhängt. Der Rat des  Hausarztes sei immer noch einer der wichtigste Motivationen für eine Änderung des Verhaltens. Er warnte vor übertriebenen Erwartungen an eine zu schnelle Gewichtsreduktion. Viel besser sei es, einen Weg der kleinen Schritte einzuschlagen und sich nicht zu überfordern. Er schloss mit dem schönen Wort von Mark Twain: „Kontinuierliche Verbesserung ist viel mehr Wert als aufgeschobene Perfektion.“

Die angeregten Diskussionen zwischen den Beiträgen und auch in den Pausen, in denen konsequenterweise eine gesunde Verpflegung angeboten wurde, verdeutlichten einen weiterhin hohen Informations- und Handlungsbedarf zum Thema Adipositas. Das Adipositas-Netzwerk SAAR und das Netzwerk „Saarpfalz mit peb“ werden deshalb auch in Zukunft eng zusammenarbeiten, um sich für weniger Kilos und mehr Bewegung im Saarpfalz-Kreis zu engagieren.

INFO: Ansprechpartner für „Saarpfalz mit peb“ beim Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises: Eva Schwerdtfeger, eva.schwerdtfeger@saarpfalz-kreis.de; Dr. Sigrid Thomé-Granz, sigrid.thome-granz@saarpfalz-kreis.de; beim Adipositas-Netzwerk Saar: Dr. Angelika Thönnes im CJD Homburg, angelika.thoennes@cjd.de.

Bildtext: Dr. Angelika Thönnes begrüßte die Gäste im Homburger Forum zum Saarpfälzischen Adipositasforum.

Ein Kaffee für's Team

PER PAYPAL SPENDEN – DANKE!

Werbung

Im St. Ingberter Anzeiger werben

Tag-Übersicht

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2023