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Kostenloser Nahverkehr für SeniorenInnen – ÖPNV attraktiver machen!

Im Folgenden eine Presseerklärung von Charlotte Mast, der Fraktionsvorsitzenden Bündnis90/Die Grünen im Kreistag Saarpfalz zum Thema kostenloser ÖPNV für SeniorInnen und Weiterentwicklung des ÖPNV im Kreis:

Biosphären-Fraktion – Bündnis 90/Die Grünen im
Kreistag des Saarpfalz-Kreises
Pressemitteilung

Sankt Ingbert/Homburg, 27.06.2018

ÖPNV: Kostenloser Nahverkehr im Saarpfalzkreis gegen Abgabe des Führerscheins für SeniorenInnen – Busangebot im Saarpfalzkreis muss zudem allgemein attraktiver werden!

„Die Abgabe des Führerscheins im Alter ist ein heikles und emotional schwieriges Thema. Gerade für ältere Menschen wäre der gefühlte Verlust der persönlichen Mobilität durch eine Abgabe des Führerscheins eine enorme Einschränkung. Viele Seniorinnen und Senioren wären allerdings bereit freiwillig (!) auf die Fahrerlaubnis zu verzichten, wenn sie dadurch keine Einschränkungen ihrer Mobilität zu befürchten hätten“ erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Charlotte Mast.

Um solche freiwilligen Initiativen zu fördern, fordern die Grünen neben dem weiterhin zügig zu betreibenden Ausbau des ÖPNV, die Einführung eines Modellprojekts, um Seniorinnen und Senioren im Zuge eines Tauschs „Führerschein gegen kostenlose ÖPNV-Nutzung“ hierzu ein attraktives Angebot machen zu können. Ein entsprechender Antrag der Grünen Kreistagsfraktion liegt laut Mast bereits vor.

Zudem böte sich hierdurch die Möglichkeit einkommensschwachen RentnerInnen durch die Bereitstellung einer kostenlosen Fahrkarte finanziell zu entlasten und somit Altersarmut zu mildern.

„Ich freue mich, dass nach den Grünen nun auch die anderen Parteien dieses bereits in etlichen Kreisen und Städten praktiziert Modell unterstützen wollen!“, erklärte Mast angesichts der aufkeimenden Diskussion einer solchen Maßnahme.

Neben dieser konkreten Maßnahme zur Sicherung der Mobilität von SeniorInnen, drängen die Grünen als Reaktion auf die kürzlich veröffentliche ÖPNV-Umfrage des saarländischen Verkehrsministeriums, wonach über 30 Prozent der Bus- und Bahnnutzer mit dem Nahverkehr im Saarpfalzkreis unzufrieden sind, auf ein umfangreiches Maßnahmenbündel, um das ÖPNV-Angebot im Saarpfalzkreis für alle Nutzer attraktiver zu machen. Die Fraktionsvorsitzende Charlotte Mast betonte, es brauche bessere Busverbindungen, auch und gerade zu den Randzeiten und am Wochenende. Die Wabenstruktur müsse nach dem Prinzip eine Wabe für eine Kommune deutlich vereinfacht und damit die Preise günstiger werden. Auch seien die Rahmenbedingungen zu verbessern. Haltestellen müssten durchgehend barrierefrei und die Chancen der Digitalisierung (Handyticket) bei der Fahrgastinformation und Abrechnung auch ergriffen werden.

„Der ÖPNV-Umfrage im Auftrag des saarländischen Verkehrsministeriums zufolge sind 31 Prozent der Bus- und Bahnnutzer im Saarpfalzkreis mit dem Nahverkehr unzufrieden. Dieser zu hohe Unzufriedenheitswert in
Verbindung mit einer immer noch zu niedrigen Nutzerquote überrascht
nicht. Strukturelle Probleme werden nicht angegangen, das Verkehrsangebot
stagniert weitestgehend auf einem niedrigen Level und die Preise sind
gerade im ländlichen Raum ungerecht und überteuert. Damit kann man
niemanden für den Bus als Alternative zum Auto gewinnen“, betont Mast.
Auch die Rahmenbedingungen ermutigten keinen, Bus und Bahn zu nutzen.
„Viele Bushaltestellen sind immer noch nicht barrierefrei und die Chancen
der Digitalisierung bei der Fahrgastinformation werden nicht ergriffen.“

Es brauche ein umfangreiches Maßnahmenbündel, um den öffentlichen
Personennahverkehr im Saarpfalzkreis attraktiver zu machen. Mast: „Wir
sehen den Landkreis als Aufgabenträger für die Kreisbuslinien in der
Verantwortung. Im Kreis werden mehr und besser vertaktete
Busverbindungen benötigt, insbesondere auch in den Abendstunden und am
Wochenende, ergänzt durch Sammeltaxis für Randzeiten. Zugleich muss
sich Landrat Gallo dafür stark machen, dass die Wabenstruktur nach dem
Prinzip eine Wabe für eine Kommune vereinfacht wird.“ Auch seien die
Rahmenbedingungen zu verbessern, indem man die Vorteile der
Digitalisierung auch nutze. „Wir benötigen mehr elektronische
Fahrtzielanzeiger an den Haltestellen, bessere Fahrgastinformation und
kostenloses WLAN in allen Bussen“, so Mast zusammenfassend. Auch
müssten die Haltestellen durchgehend barrierefrei werden.

Die Grünen sehen aber auch Verkehrsministerin Rehlinger in der
Verantwortung. Mast: „Das Land muss endlich die strukturellen Probleme
lösen und einen grundlegenden Neuanfang in die Wege leiten. Wir brauchen
einen leistungsfähigen ÖPNV aus einem Guss. Dies geht nur mit einer
Reform, die organisatorisch, finanziell und rechtlich zu einem echten
Mobilitätsverbund für das ganze Saarland führt und die derzeitige
Kleinteiligkeit endlich beendet. In anderen Bundesländern ist dies seit
langer Zeit selbstverständlich und erfolgreich.“

V.i.S.d.P.
Charlotte Mast
-Fraktionsvorsitzende-
Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Saarpfalz
Hasseler Pfad 29
66386 Sankt Ingbert

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