Nachrichten

Mittwoch, 18. Oktober 2017 · leicht bewölkt  leicht bewölkt bei 11 ℃ · Scheck für die DLRG Ortsgruppe St. Ingbert e.V.Zweiter ZDF-Saarland-Krimi „In Wahrheit: Tödliches Geheimnis“Start der Projektförderungen für 2018

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Kreistag beriet über Krippenplatznot

Es war eins der zentralen Themen der jüngsten Kreistagssitzung – und eines, das Landrat Clemens Lindemann wirklich „unter den Nägeln brennt“: Die Krippenplatz-Situation im Kreis. Ab August kommenden Jahres haben Kinder ab ein Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. In der Summe fehlen im Kreis zurzeit weit über 100 Plätze.

In der Sitzung im Homburger Forum referierten Klaus Guido Ruffing, Leiter des Jugendamtes des Saarpfalz-Kreises, und sein Mitarbeiter, Hans-Josef Daubaris, zuständig für Kindertageseinrichtungen, über die aktuelle Situation, die durch die geänderte Bundesgesetzgebung den Kreis vor gewaltige Aufgaben stellt. Interessant bei ihren Ausführungen war schon die Ausgangsinformation, dass sich seit 2005 die Geburtenzahlen auf einem fast konstanten Niveau bewegen: um die 1 000 Mädchen und Buben kommen pro Jahr im Kreis auf die Welt.

Die Bundesregierung prognostizierte bereits im Jahr 2008, dass 35 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs einen Krippenplatz zur Verfügung gestellt bekommen sollen. Konkret für den Saarpfalz-Kreis bedeutet dies für das Jahr 2013 ein Bedarf an 1 000 Krippenplätzen. Die aktuelle Situation sieht aber anders aus.

In Bexbach wird der Bedarf auf 109 Krippenplätzen für das Jahr 2013 berechnet. Momentan sind 55 Krippenplätze vorhanden, weitere zehn werden in der Kita in Frankenholz, weitere 20 in der Kita der Waldorfschule entstehen. In Planung sind noch zehn Krippenplätze in Oberbexbach und 20 Krippenplätze in der Pestalozzi-Schule.

124 Krippenplätze wird Blieskastel im Jahr 2013 benötigen. Vorhanden sind zurzeit 97. Im Bau sind zehn Plätze in Lautzkirchen und zehn Plätze in der Kita St. Sebastian. Jeweils fünf Plätze planen die Kitas in Ballweiler, Bierbach, Breitfurt und Peppenkum.

In Gersheim wird der Bedarf 2013 auf 55 Plätze berechnet. Vorhanden sind 35 Plätze; geplant sind 5 weitere Plätze in Reinheim, vier Plätze im Haus Sonne und fünf Plätze in Peppenkum.

Noch dramatischer sieht es in Homburg aus: der Bedarf an Krippenplätzen für das Jahr 2013 wird auf 319 berechnet, tatsächlich vorhanden sind zum heutigen Zeitpunkt 225 Plätze. Im Bau sind zehn weitere Plätze in der Kita Bonheur und zehn Plätze in der Kita Schwarzenbach. In Planung sind 20 Plätze bei Unimedkids, zehn Plätze bei der AWO Birkensiedlung, zehn Plätze bei der Kita Beeden und 15 Plätze bei der Kita St. Michael.

85 Plätze braucht nach der neuen Gesetzregelung die Gemeinde Kirkel im Jahr 2013. Der Ist-Stand weist 65 Plätze aus, zehn könnten noch in der Kita Altstadt hinzukommen.

Einzig im Mandelbachtal ist die Situation entspannt: Einem Bedarf von 67 Plätzen im Jahr 2013 stehen eine aktuelle Zahl von 75 Krippenplätzen entgegen.

Ähnlich dramatisch wie in der Kreisstadt zeichnet sich das Bild in der Mittelstadt Sankt Ingbert: Der prognostizierte Krippenbedarf für 2013 liegt bei 241 Plätzen; zurzeit vorhanden sind 162 Plätze. Konkret im Bau sind 15 Plätze an der Kita Luitpold und zehn Plätze an der Kita St. Hildegard. In Planung – und damit kaum realisierbar bis zum Zeitpunkt des Rechtsanspruchs im August 2013 – sind zehn Plätze an der Kita Louise Scheppler, zehn Plätze an der Städtischen Kita Rohrbach, zehn Plätze an der Kita St. Konrad, 40 Plätze an der Kita Schillerschule und 15 Plätze an der Kita am Kreiskrankenhaus.

Landrat Clemens Lindemann schwor die Kreistagsmitglieder ein, sich auf kommunaler Ebene stark zu machen für den Bau von Krippenplätzen: „Noch ist Zeit – und gemeinsam werden wir Lösungen finden, aber es gibt keine Alternative: das Gesetz zwingt uns zum Krippenplatzbau. Dies ist auch gesellschaftspolitisch unstrittig. Nur hat uns hier wieder einmal ein Bundesgesetz getroffen – und wir tragen die finanzielle Last. Es kann nicht angehen, dass uns der Bund bei diesen Aufgaben nicht finanziell unterfüttert.“

Als eine mögliche kurzfristige Alternative zum Krippenplatz-Bau nannte der Landrat auch die Tagesmütter und -väter, die seit Jahren vom Jugendamt des Saarpfalz-Kreis umfassend ausgebildet werden. Für dieses zukunftsweisende Projekt dankte der Landrat den Mitarbeitern des Jugendamtes ausdrücklich.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017