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Machbarkeitsstudie „Weg der Industriekultur“ wird erstellt

Die Stadtverwaltung St.Ingbert hat am Donnerstag, den 24.11.2016 im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Biosphäre bestätigt, dass der von der Stadtratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen am 28. Januar 2016 eingebrachte Antrag über die Machbarkeitsstudie „Weg der Industriekultur“ von der Stadtverwaltung auf den Weg gebracht wird.

Die Anregung der Grünen, die Studie durch Studenten erstellen zu lassen, wurde aufgegriffen. Die HTW Saarbrücken hat ihr Interesse bekundet.
Die Stadtverwaltung bekräftigte auch nochmals im Ausschuss, dass der „Weg der Industriekultur“ Bestandteil des neuen Marken- und Tourismuskonzeptes ist.
Im Ausschuss legte Fraktionsvorsitzender Jürgen Berthold im Nachgang zum ursprünglichen Antrag weitere Erläuterungen vor, die in die Machbarkeitstudie mit einfließen sollen. Die Verwaltung nahm die Anregungen an.

Der Antrag im Wortlaut:

Der Stadtrat beauftragt die Stadtverwaltung eine Machbarkeitsstudie über den „Weg der Industriekultur St.Ingbert“ zu erstellen oder einzuholen. Ziel dieser Studie ist es, Schritte / Maßnahmen / Investitionen/ Betreibermodelle aufzuzeigen, wie die bedeutendsten Zeugnisse unserer Industriegeschichte einschließlich ihrer heutigen und zukünftigen Nutzungsformen zur Marke „ Weg der Industriekultur St. Ingbert „ verknüpft und als Gesamtkonzept im Sinne von erlebbarem Kultur – Bildungs- Freizeit – und Tourismusangebot unserer Biosphärenstadt dauerhaft, regional und überregional vermarktet werden kann. Auch als Beitrag zur Biosphäre Bliesgau, denn die Stadt – Landbeziehung bestand schon immer und kann wieder intensiviert werden. Für die Erstellung der Studie sind die heutigen Besitzer , Genossenschaft, Unternehmen, Mieter, Vereine und Initiativen einzubeziehen.
Zu den bedeutendsten Zeugnissen unserer Industriegeschichte gehören das gesamte denkmalgeschützte Ensemble „ Alte Schmelz (zweitwichtigstes saarl. Industriedenkmal nach der Völklinger Hütte), die Arbeitersiedlung (älteste Werkssiedlung im Südwesten), das Arbeiterwohnhaus des Rentrischer Hammers, das Hüttenspital sowie der Englische Garten (Siehe Industriegeschichtlicher Rundweg Alte Schmelz von Harald Gläser/ Herausgeber Initiative Alte Schmelz) , das Besucherbergwerk Rischbachstollen, die ehemalige Vopelius-Glashütte (heute OBI) inkl. Siedlung, die denkmalgeschützte Baumwollspinnerei mit Baumwoll–Lager, und der denkmalgeschützte Beckerturm einschl. seiner Keller.

Weitere Erläuterungen zur Machbarkeitsstudie „Weg der Industriekultur“:

Verknüpfung der herausragensten Denkmäler
Der Weg der Industriekultur ist zugleich eine Verknüpfung der herausragensten Denkmäler unserer Stadt, des Kreises , ja des Landes. Sie hat der ehemalige Landeskonservator Johann Peter Lüth, der in St.Ingbert wohnte, in weiser Voraussicht in seiner Amtszeit von 1986 bis 2002 unter Denkmalschutz gestellt. Er wollte damit unser industriekulturelles Erbe bewahren.
Wahrzeichen der Stadt
Einige unserer Denkmäler sind zu Wahrzeichen St.Ingberts geworden ,wie z.B. der Beckerturm, die Mechanische Werkstatt des Ensembles Alte Schmelz. Andere können noch zu Wahrzeichen bzw. Leuchturm unserer Stadt entwickelt werden, wie z.B. das Kunst,- Kultur ,- und Bildungszentrum Neue Baumwollspinnerei
Erhaltung der Industriekultur durch neue Nutzungen in der Gegenwart und Zukunft
Mit dem „Weg der Industriekultur“ können wir darauf aufmerksam machen, dass die Stadt zusammen mit Bürger – Initiativen und Unternehmen schon Gebäude/ Denkmale der Industriekultur neuen Nutzungen zugeführt hat und für weitere, zukünftsweisende Nutzungen offen ist.
Beispiele heute: Ehemaliger Rischbachstollen, heute Besucherbergwerk; Wohnen in der ältesten Arbeitersiedlung des Südwestens; Wissenschaftsforum im Konsumgebäude + MINT – Angebote der Initiative Alte Schmelz; Kulturveranstaltungen in der Mechanischen Werkstatt; Events im Eventhaus
Beispiele in Zukunft: MINT-Campus im Ensemble Alte Schmelz inkl. Schülerforschungslabor; Rekonstruktion des Englischen Gartens als Bürgerpark; Kunst-, Kultur- und Bildungszentrum „Neue Baumwollspinnerei“; Beckerturm (ehemaliges Sudhaus) mit Brauereimuseum und Aussichtsplattform
Dezentrales Heimatmuseum
Der „Weg der Industriekultur“ kann auch als dezentrales Heimatmuseum gesehen bzw. gestaltet werden. In den einzelnen Gebäuden könnten auch industriegeschichtliche Exponate mit Informationen dazu ausgestellt werden – in Kombination mit den neuen Nutzungsformen bzw. in Abstimmung mit den neuen Nutzern.
Alle angesprochenen Aspekte in der Machbarkeitsstudie berücksichtigen
Die Machbarkeitsstudie sollte all die angesprochenen Aspekte berücksichtigen und aufzeigen, mit welchen modernen Informations,- und Kommunikationstechniken und Methoden, mit welchem professionellen Management und mit welchen modernen Vermarktungstechniken der „Weg der Industriekultur“ erfahrbar und erlebbar gemacht werden kann und weitere Kulturtouristen nach St.Ingbert führt.
Mit dem vorhandenen Potential an Industriekulturobjekten, die gleichzeitig Denkmale sind, hat St.Ingbert die große Chance, sich als bedeutende Stadt der Industriekultur, des Kulturtourismus im Saarland, in der Biosphäre Bliesgau und darüber hinaus zu profilieren.

Bündnis 90 / Die Grünen St.Ingbert, Stadtratsfraktion
Jürgen Berthold, Fraktionsvorsitzender

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