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Mehr Kontrollen auf Baustellen im Saarpfalz-Kreis gefordert

Saarbrücker Zoll: Baufirmen brachten Staat um 5,1 Millionen Euro. IG BAU legt Bilanz für erstes Halbjahr 2018 vor Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei auf der Spur:

Beamte des Zolls sollen die 141 Bauunternehmen im Saarpfalz-Kreis noch häufiger auf illegale Machenschaften überprüfen. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums gefordert. Danach deckten Kontrolleure bei Firmen im Bereich des Hauptzollamts Saarbrücken in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Schaden von 8,2 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Ein Großteil des Betrugs betraf das Baugewerbe: Allein in der Baubranche entgingen dem Staat 5,1 Millionen Euro. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Für Marc Steilen von der IG BAU Saar-Trier steht fest: „Die Bauwirtschaft bleibt im Branchenvergleich ein Hotspot krimineller Energie.“ Insbesondere Beschäftigte aus Osteuropa würden häufig um den Lohn gebracht, der ihnen zustehe. Am Ende komme das den Steuerzahler teuer zu stehen. „Bei Schwarzarbeit und Mindestlohnverstößen geht dem Staat richtig Geld verloren: Steuern und Sozialabgaben – also Beiträge, die der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fehlen“, macht Steilen deutlich.

Schwarze Schafe gebe es immer wieder. Die Zöllner müssten daher auch Baustellen im Saarpfalz-Kreis stärker in den Blick nehmen, so der Gewerkschafter. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Zuletzt hatte die Einheit lediglich rund 7.200 Mitarbeiter. Nach Angaben des Finanzministeriums kontrollierte das Hauptzollamt Saarbrücken in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich im ersten Halbjahr insgesamt 556 Arbeitgeber – 13 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter ihnen waren 203 Baufirmen. In deren Branche verhängten die Zöllner Bußgelder in Höhe von 55.000 Euro und leiteten sechs Ermittlungsverfahren ein.

 

A. Kasten, IGBau

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St. Ingberter Anzeiger ·
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