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Mobilität ist ein Stück Lebensqualität

Für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen ist die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs nicht immer einfach.

Fahrkartenautomaten erscheinen kompliziert, die richtige Verbindung nicht auf Anhieb erkennbar. Auch das Ein- und Aussteigen kann unter Umständen zu einer Hürde werden. Hier setzt „mobisaar“ an. Herzstück des Projekts ist ein kostenloser Lotsenservice, der Menschen bei der Nutzung von Bus, Saarbahn und Regionalzug unterstützt.

Als „aufmerksame Helfer“ bezeichnet Ruth Wieczorek die mobisaar-Lotsen. Die 77-Jährige St. Ingberterin lebt gemeinsam mit ihrem Mann, Alfred Wieczorek (78), in einem Haus in St. Ingbert. Seit einem längeren Krankenhausaufenthalt ist ihr Mann in seiner Mobilität stark eingeschränkt. „Unter Leute kommen, Arzttermine wahrnehmen, Einkäufe erledigen – all das ist nicht einfach“, sagt sie. Ein eignes Auto hat das Ehepaar nicht.

Vor einigen Monaten ist die 77-Jährige auf mobisaar aufmerksam geworden. Regelmäßig fordert sie seit dem die Unterstützung der mobisaar-Lotsen an. Die geschulten Mobilitätshelfer holen das Ehepaar an der Haustür ab und sorgen dafür, dass die Wieczoreks sicher, bequem und umweltfreundlich mit dem öffentlichen Nahverkehr an ihr Ziel und ebenso zurückkommen. „Wir schätzen die Mobilitätsunterstützung, aber auch den persönlichen Kontakt, den wir als sehr herzlich – fast familiär – wahrnehmen“, erklärt sie.

Inzwischen nimmt ihr Mann den Lotsenservice für täglich Wege mit dem Bus auch alleine in Anspruch. „Für mich ist das eine riesen Entlastung“, sagt Wieczorek. „Während mein Mann mit Lotsen- Unterstützung wieder selbstbestimmt mobil ist, kann ich etwas für mein Wohlbefinden tun. Ich gehe regelmäßig zum Aquajogging“. Die 77-Jährige betont: „So lange es noch geht, möchten wir nicht immer die Familie einspannen. Mit mobisaar-Unterstützung ist der öffentliche Nahverkehr für uns derzeit die ideale Möglichkeit, mobil zu sein. Wir sind für das Angebot sehr dankbar, denn Mobilität ist ein Stück Lebensqualität“.

Insgesamt 50 hauptamtliche mobisaar-Lotsen sind derzeit Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr im Regionalverband Saarbrücken, Saarpfalz-Kreis und Landkreis Neunkirchen für mobisaar im Einsatz. Die mobisaar-Lotsen helfen beim Ein- und Aussteigen in Bus, Saarbahn und Regionalzug und bringen Fahrgäste auf Wunsch auch von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. Interessierte können den mobisaar-Lotsendienst über die mobisaar-Servicehotline 06898-500 4000, über www.mobisaar.de oder über die mobisaar-App buchen. Alles was benötigt wird, ist ein gültiger Fahrschein.

In St. Ingbert haben im Rahmen des Projekts fünf Lotsen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erhalten, die durch das Jobcenter Saarpfalz-Kreis und den Landkreis finanziert wird. Sie sind bei Gemeinnützige kommunale Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifizierung St. Ingbert mbH (GBQ), Annastraße 30, 66386 St. Ingbert, Telefon 06894 / 3879518 beschäftigt. Das hauptamtliche Lotsennetz wird insbesondere in den ländlichen Regionen durch ehrenamtliche Lotsen unterstützt. Alle Lotsen, ob haupt- oder ehrenamtlich, werden entsprechend ausgebildet und geschult.

„mobisaar“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Verkehrsunternehmen Saarbahn koordiniert. Ziel von „mobisaar“ ist es, mobilitätseingeschränkten Menschen im Saarland die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu erleichtern. Um dieses Ziel zu erreichen, bringen neun Kooperationspartner aus unterschiedlichen Bereichen – unterstützt von vielen weiteren Akteuren im Saarland – ihre Kompetenzen bei mobisaar ein. Mehr Infos unter www.mobisaar.de/kooperationspartner.

 

PM: mobisaar, Saarbahn GmbH

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2018