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Mörderisches aus dem hohen Norden

Die Krimisoiree des St. Ingberter Literaturforums (ILF) in der Stadtbücherei war mit gut hundert besetzten Plätzen ausverkauft.

Versammelt hatte sich die treue Fangemeinde des Erfolgsautors Klaus Peter Wolf, der seinen aktuellen Titel „Ostfriesenschwur“ vorstellte. Einige Leser hatten gar einen Weg von hundert Kilometern auf sich genommen, andere waren aus dem benachbarten Lothringen angereist, um den Mann persönlich kennenzulernen, dessen Humor und narrative Kraft sie bei jeder Neuerscheinung in ihren Bann ziehen: Klaus-Peter Wolf.

ILF-Sprecher Jürgen Bost präsentierte den vielseitigen Schriftsteller aus dem hohen Norden als Primus der deutschsprachigen Kriminalliteratur, Dauergast der Bestsellerlisten und würdigte den Verfasser von 60 durchweg überzeugenden Drehbüchern (nicht nur für die Reihen Tatort und Polizeiruf) besonders auch für seine Verdienste um die deutsche Kinder-und Jugendliteratur.

Der Mann mit den knallroten Hosenträgern zu gleichfarbigen Turnschuhen hat es mit seinem trockenen Humor und der Hintergründigkeit seiner Plots geschafft, dass sein neuestes Opus „Ostfriesenschwur“ bei einer Startauflage von 180 000 Exemplaren bereits innerhalb von drei Tagen ausverkauft war. Vier Millionen Exemplare aus der zehnteiligen Reihe der Ostfriesenkrimis hat er in Deutschland verkauft, seine Werke wurden in 24 Sprachen übersetzt und weltweit in über 10 Millionen Exemplaren vertrieben. „Ich wollte nie etwas anderes machen“, erklärte der Gast bescheiden zu dieser einzigartigen Erfolgsgeschichte.

Klaus-Peter Wolf kann nicht nur gut schreiben, er kann mindestens genauso gut erzählen. Seine Mimik unterstützt die bildhaften Beschreibungen. Alleine das Einstimmen auf die vorgestellten Sequenzen sorgte schon für Spannung. Der aus dem Ruhrgebiet stammende und in Norden beheimatete Wolf hat unter anderem bei Max von der Grün und Bernt Engelmann das Schreibhandwerk erlernt und verehrt Heinrich Böll als seinen Leitstern. Er spielt souverän mit der regionalen Verwurzelung seiner realen Typen aus Ostfriesland und jongliert geschickt zwischen Entsetzen und Heiterkeit: „Ich wünsche Ihnen einen mörderisch-schönen Abend“, rief er dem Auditorium zu.

Zugleich offenbarte Wolf aber auch Geheimnisse aus seiner Schreibwerkstatt. Der Mann, der im Jahr in einer nimmermüden Jagd nicht nur durch die Bundesrepublik bis zu 200 Lesungstermine absolviert, nutzt nämlich zur Erstellung seines Oeuvres keinen Computer. Er schreibt seine Manuskripte mit Tinte von Hand in Kladden und lebt dabei förmlich seine Figuren, doch seine Frau Bettina Göschl, die mit den Romanfiguren eng verknüpfte Krimilieder interpretiert, befinde sich nie im Zweifel darüber, mit wem sie es jeweils zu tun hat. Wolf lebt seine Werke und ist in seinen Gestalten omnipräsent. Für den nächsten Ostfriesenkrimi, der 2017 erscheinen wird, ist der Kurs bereits festgelegt und sind bereits neun Schreibhefte gefüllt.

Auch zum Abschluss der Lesung sorgte Klaus Peter Wolf wieder für Erheiterung, denn es wurde nicht verraten, wer die schaurigen Morde auf dem Gewissen hat. Daher war seine Mahnung nur allzu gut verständlich: „Passen Sie gut auf sich auf, wenn Sie heimgehen. Bilden Sie am besten kleine Gruppen. Denn der Mörder läuft noch frei herum“, riet er seinen Zuhörern.
Diese dankten ihm mit lang anhaltendem Applaus für seine eloquenten Darbietungen. Auch nach der Sommerpause bietet das St. Ingberter Literaturforum, wie Jürgen Bost abschließend bekanntgab, unter anderem wieder einen Krimiabend an (Termin ist Dienstag, der 20. September 2016), beide in St. Ingbert noch in bester Erinnerung, dieses Mal mit Musik: Klaus Brabänder und Christian Bauer stellen ihre aktuellen Texte vor, die Ausnahme-Musikerin Tanja Endres-Klemm wird zwischen den einzelnen Sequenzen auf unterschiedlichen Instrumenten für die passende musikalische Umrahmung sorgen.

 

PM: J. Boost, ILf St. Ingbert

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