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Mittwoch, 18. Mai 2022 · sonnig  sonnig bei 19 ℃ · Die Biene Maja – Das geheime Königreich Standesbeamtin aus Leidenschaft Wanderwegemarkierung startet!

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Muschgedunner, Ziehwäähnsche und hämele

St. Ingbert feiert den „Tag der Muttersprache“. Am Montag, 21. Februar, findet der „Internationale Tag der Muttersprache“ statt. St. Ingbert beteiligt sich aktiv und in mehr als 20 Geschäften hängen bunte Plakate mit einem Wort in „Saarlännisch“. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich diese Wörter anzuschauen, per QR-Code oder auf der 

Website der Stadt nach der Erklärung zu schauen, zu diskutieren, sich zu erinnern und selbst Vorschläge für beliebte oder fast vergessene Wörter aus dem Rhein- und Moselfränkischen beim Heimat- und Verkehrsverein St. Ingbert e.V. einzureichen.

Initiator dieser Aktion ist Klaus Friedrich, ein engagierter Bürger, der schon im letzten Jahr viel Freude hatte, als am Tag der Mundart Steine mit saarländischen Ausdrücken beschrieben und am Tastmodell vor der Alten Kirche abgelegt oder gegen einen anderen Stein ausgetauscht werden konnten. Diese Aktion ist auch in diesem Jahr möglich. Seine Begeisterung für die Pflege des Saarländischen teilte Klaus Friedrich mit dem Heimat- und Verkehrsverein, dem Verein Handel und Gewerbe in St. Ingbert (HGSI), der Stadtverwaltung und der Gruppe „Wir sind St. Ingbert“ (WSSI) – und alle waren sofort Feuer und Flamme.

„Viele der alten Mundartausdrücke gehen verloren. Mit der Aktion wollen wir das Erbe unserer Muttersprache lebendig halten, denn sie ist unsere Kultur und macht uns einzigartig“, bestätigt Wolfgang Blatt vom HGSI. Konrad Weisgerber, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, plädiert dafür, dass „dieses Kulturgut dringend erhalten werden muss, denn es ist identitätsstiftend.“ Auch Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer unterstützt die Aktion mit Freude: „Muttersprache und Mundart stehen für Gedächtnis und für Heimat. Wo man so schwätzt, wie einem der Schnabel gewachsen ist, fühlt man sich zu Hause.“ Sein Lieblingswort? „Wahrscheinlich Bibbelschesbohnesupp – denn die schmeckt“, lächelt der OB. „Auf Saarlännisches Platt stößt man fast überall auf der Welt, z. B. in Sizilien, wo viele Italiener herkommen, die in St. Ingbert leben“, erzählt Ulli Meyer. Und sogar ins Weltall wurde per „Himmelsrääs“ ein Gedicht auf Saarlännisch an den Astronauten „Maurer Mats“ geschickt, der prompt antwortete: „Danke, das ist ein Stück Heimat!“

Wie liebevoll viele St. Ingberter mit ihrer Muttersprache umgehen, zeigt ein Gedicht, das Maria Müller-Lang anlässlich des Gedenktages für ihre Heimatstadt- und sprache verfasst hat:

Mer Saarlänner schwätze gäre platt

So e Saarlänner is meischd e richdichi Frohnadur,
lacht gäre laut und kann babbele rund um die Uhr.
Mer versuche ah Hochdeitsch se schwätze alsemoh,
ich kamma net helfe, awwer das klingt irchendwie schroh.

Alte Worde bewahre, dass is wichtich fa unser Land,
Die Werte an die Kinner weidergenn, met Herz unn Vestand.
Doh falle mer Ausdrick en wie “Schnibbelchesbohnesupp“,
“Sprääb“, “Halskaul“ odder “ich tapp da in die Hubb!“

Was wär das schad, wenn Worde wie “Scheesje“ verlor däde gehn,
“Bobbelche“, “Schnollche“ unn “Trutschelche“ sin ah so scheen.
Im Urlaub bin ich ah gär als Botschafter fa´s Saarland unnerwägs,
schwätze mit Stolz ah moh richdich platt grad seläds.

Deswäh misse ma off alle Fäll denne Däl unserer Kultur bewahre,
gugge, dass ah die Junge mechlichst viel do driwwer erfahre.
Mei Heimat is unser Dengmert, doh bin ich dehemm,
misst ich wo annerschder wohne, gräd ich grad die Flemm.

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