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Neubau für Alte Turnhalle Leibniz – Gymnasium

Experten sind sich einig: Sanierung ist zu teuer – grünes Licht für neues Ensemble

Neue Erkenntnisse für die „Alte Turnhalle“ am Leibniz-Gymnasium in Sankt Ingbert brachte jüngst ein Ortstermin, an dem neben Vertretern der Kreis- und Stadtverwaltung auch der Landesdankmalpfleger Dr. Reinhard Schneider teilnahm. Landrat Clemens Lindemann und Oberbürgermeister Hans Wagner erläuterten einführend die Thematik der „Alten Turnhalle“.
Die Halle und die angrenzende Hausmeister-Wohnung sollten ursprünglich als Räumlichkeiten für die Freiwillige Ganztagesschule genutzt werden. Zur statischen Konzepterstellung wurde im Vorfeld die Dr. Marx GmbH, Abteilung Materialprüfstelle des Saarlandes, beauftragt, die Güte des Betons der Betonrahmen in der Turnhalle und der Betondecke zu untersuchen und unter anderem die charakteristische Druckfestigkeit des Betons zu berechnen. An mehreren Prüfstellen wurden Untersuchungen mittels Kernbohrungen, Haftzugfestigkeit und Lage der Bewehrung einschl. Ermittlung der Betonüberdeckung durchgeführt. Auf Grund dieser ersten Untersuchungsergebnisse wurde die Halle bereits Ende Januar 2012 gesperrt.
Die Betonkernuntersuchungen brachten vor allem an einem Rahmen sehr schlechte Ergebnisse. Der Beton zeigt keine nennenswerte Druckfestigkeit und somit auch keine Normfestigkeit. Auch ein zweites Gutachten bestätigt ebenfalls den problematischen Zustand der Bauteile. Eine wie auch immer geplante Weiternutzung des Gebäudes wäre nur mit sehr großen baulichen und klimatechnischen Maßnahmen zu ermöglichen. Auch aus energetischen Gesichtspunkten ist eine Sanierung nicht zu empfehlen, da die Unterhaltungskosten des sanierten Altbaus höher sind als ein Neubau in Passivbauweise. Die jährlichen Mehrkosten auf Basis aktueller Energiepreise werden mit rund 16 400 Euro kalkuliert.
Auch das Ergebnis des Gutachterausschusses ist eindeutig: Trotz großem Sanierungsaufwand kann bei der bestehenden Turnhalle von einer verkürzten Restnutzungsdauer ausgegangen werden (max. 30 Jahre). Ein fiktiver Neubau hätte eine Gesamtnutzungsdauer von 80 Jahren. Dieser Wertunterschied Altbau-Neubau beträgt rund 400.000 Euro und kann somit als wirtschaftlicher Nachteil eingeschätzt werden.
In der Besprechung mit der Landesdenkmalpflege stellte der Landrat vier mögliche Varianten vor: Varianten: 1. Sanierung der Alten Turnhalle und Umnutzung zur FGTS (wie bis dato geplant); 2. Abbruch der Alten Turnhalle und „Rekonstruktion“ eines optisch gleichen Baukörpers mit zeitgemäßer Energieeffizienz, 3. Abbruch der Alten Turnhalle und moderner, zeitgemäßer Neubau einer FGTS am gleichen Standort; 4. Provisorische und notwendige Sicherung der Alten Turnhalle zum optischen Erhalt des Denkmals, ohne weitere Nutzung und Neubau FGTS im Bereich Römerstraße (jetziger Sportplatz).
Nach Erläuterung der vorgenannten Fakten und der folgenden vier diskutierten Varianten wurde einstimmig festgestellt, dass es wirtschaftlich nicht vertretbar sei, die Alte Turnhalle zu erhalten und für die geplante Umnutzung zur FGTS zu sanieren. Zur Verdeutlichung der Situation wurde die Alte Turnhalle mit einem Patienten verglichen, der an Maschinen hängt, um künstlich am Leben erhalten zu werden, jedoch nicht gewährleistet ist, dass er tatsächlich überlebt.
Nun kann der Kreistag die Weichen stellen, um ein neues Ensemble am Sankt Ingberter Leibniz-Gymnasium entstehen zu lassen – in seit jüngster Zeit gewohnt enger Abstimmung mit Stadtverwaltung und Stadtrat der Mittelstadt.

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1865–2017