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Neue Technikfolgenabschätzung für Wärmepumpen

Nach dem endgültigen Ausstieg aus der Atomstromproduktion ändert sich die Kraftwerkslandschaft in Deutschland. Die Bedeutung der Windkraft und Photovoltaik tritt in den Vordergrund, allerdings liefern diese nur diskontinuierlich Energie.

In den letzten Wochen, als es lange frostig kalt war, wurde die drohende Stromlücke aktuell diskutiert. Reservekraftwerke mussten in Betrieb genommen werden. Glücklicherweise gab in der Frostperiode genügend Wind und sogar Sonnenschein. Allerdings sind im Winter die Tage kürzer und die Strahlungsenergie der Sonne schwächer, sodass Photovoltaikanlagen bedeutend weniger Strom als im Sommer liefern.

Heiztechniken, die besonders große Strommengen benötigen, wenn es länger tiefen Frost gibt, sollten nicht weiter als Mittel der Wahl propagiert werden, fordert die Verbraucherzentrale des Saarlandes. Speziell elektrische Wärmepumpen müssen kritisch betrachtet und die Folgen dieser Technik im neuen Rahmen beurteilt werden.

Private Verbraucher sollten darüber hinaus berücksichtigen, dass Strom, wenn er knapp wird, d.h. Spitzenlaststrom, extrem teuer ist. Lieferverträge für ermäßigten Wärmepumpenstrom sind meist zeitlich befristet. Für die Nutzer werden Wärmepumpen in Zukunft voraussichtlich immer unwirtschaftlicher.

Die Bemühungen der Politik zur Verbesserung der Energieeffizienz, beispielsweise Verminderung des Stromverbrauchs, sollten nicht durch neue stromzehrende Anwendungen konterkariert werden, fordert die Verbraucherzentrale. Selbst wenn eine elektrische Wärmepumpe übers ganze Jahr betrachtet bei optimalen Randbedingungen (z.B. Neubau mit geringem Heizwärmebedarf) und hoher Jahresarbeitszahl bisher als umweltfreundlich beurteilt werden konnte, muss die Technik nunmehr neu bewertet werden. Vor allem die Luft-Wasser-Wärmepumpen „mutieren“ in einer länger andauernden Frostperiode zur Elektrodirektheizung.
Erst nach dem Umbau der Kraftwerkslandschaft in vielen Jahren, wenn auch im Winter genügend regenerativer Strom zur Verfügung steht und die Transportnetze ausgebaut sind, werden Wärmepumpen eine gute Heizalternative sein.

Die Energieberater der Verbraucherzentrale informieren Privathaushalte kompetent und anbieterunabhängig, welche umweltfreundlichen Heiztechniken im Einzelfall empfehlenswert sind und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Für eine persönliche Beratung in einer der 14 Beratungsstellen ist eine Anmeldung erforderlich.

Energieberatungen in St, Ingbert finden jeden ersten und dritten Montag im Monat im Rathaus, Am Markt 12, Zimmer 203 statt. Anmeldung unter 06894 / 130 oder 0681 / 50089 – 15.

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1865–2017