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Nicht für die Schule lernen wir, sondern fürs Leben

Trainingsangebot für Jungs an der Gesamtschule Gersheim.

 

Was muss Schule vermitteln neben dem allseits bekannten Schulstoff? Wie kann es gelingen, Jugendliche auf das Leben nach der Schule vorzubereiten? Welche Qualifikationen brauchen sie über das Rechnen, Schreiben, Lesen hinaus? Neben fachlichem Wissen müssen sie ganz gewiss grundlegende Kompetenzen aufbauen wie Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Diese bilden die Grundlage für Teamarbeit, die in Schule und Beruf eine immer wichtigere Rolle spielt. Eigene Interessen sind zu entdecken und das breite Spektrum der Chancen zu erkunden, die sich einem jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen, wenn er denn weiß, wo seine Neigungen und Begabungen liegen.

Für Mädchen sind zahlreiche Angebote aufgelegt, um ihnen den Übergang ins Berufsleben zu erleichtern und sie auch für Berufe jenseits der altbekannten Geschlechterrollen zu interessieren. Jungen finden wenig Vergleichbares. Dabei brauchen sie gleichermaßen Unterstützung, um die nötige Orientierung zu finden. Gerade sie können profitieren von ein wenig Nachhilfe in den sogenannten „Soft-Skills“, den „weichen“ sozialen Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmalen wie Motivation, Belastbarkeit, Konfliktfähigkeit – nicht nur um sich so Schritt für Schritt einer fundierten Berufswahl anzunähern, sondern auch um ganz allgemein das Leben in unserer hochspezialisierten, anspruchsvollen Gesellschaft zu meistern.

Für die Siebtklässler der Gesamtschule Gersheim hatte die HTW Saar (Hochschule für Technik und Wirtschaft) unter der Federführung von Prof. Wolfgang Appel ein Trainingsangebot offeriert, das sich ausdrücklich an männliche Jugendliche richtet. Die Notwendigkeit eines solchen Projekts erläutert der Sozialpädagoge Nico Kuhn, der dieses Training für Jungen  durchführte in einem Beitrag zur wissenschaftlichen Begleitung: „Gerade auf dem Weg zum Erwachsenwerden ist diese Phase eine der größten und dauerhaftesten Herausforderungen“.

Die jungen Herren hier ein Stück auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten und ihnen Wissen und Mittel an die Hand zu geben, war ein Angebot, das bereitwillig angenommen wurde. An fünf langen Nachmittagen trainierten die Jungs in Gesprächen und Rollenspielen diese Schlüsselkompetenzen in der „Männerrunde“. Zum Abschluss nahmen sie nun in einer kleinen Feierstunde in der Schule stolz ihre Zertifikate in Empfang, die ihnen bescheinigen, welche Qualifikationen sie hinzugewonnen haben.

Wie attraktiv dieses Projekt ist, zeigte sich darin, dass – obwohl die Teilnahme freiwillig war und in der Freizeit lag – die Zahl der Anmeldungen die mögliche Gruppengröße weit überstieg und ausnahmslos alle Teilnehmer von Anfang bis Ende engagiert dabei blieben. Größtes Kompliment an den Veranstalter: Die Jungs erteilten dem Projekt beste Noten und unisono empfahlen sie, das Projekt im kommenden Jahr auch für die nachfolgenden Klassen aufzulegen.

 

PM: Gaby Dippel

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