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Offener Brief der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Damen und Herren des Saarländischen Landtags sehr geehrte Mitglieder der Landesregierung, im Namen und als Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar, aber auch als Landrat des Saarpfalz-Kreises

bitte ich gemeinsam mit dem zweiten Vorsitzenden Hans Bollinger dringend um Unterstützung.

Das Geschehen an der östlichen Außengrenze der EU und unmittelbar an der Grenze Polens ist unfassbar und doch real. Das Partnerland des Saarlandes, die Woiwodschaft Karpatenvorland (Podkarpackie) grenzt unmittelbar an die Ukraine. Der Saarpfalz-Kreis hat seit Jahren eine gelebte Partnerschaft mit dem ukrainischen Rajon Pustomyty, die mit dem neuen Rajon Lemberg fortgesetzt werden soll. Wir waren mehrere Male in der Ukraine, z. B. auch mit dem Bexbacher Schubert-Chor. Wir hatten wiederholt Gäste aus der Ukraine bei uns im Saarfalz-Kreis zu Besuch, etwa die Banduristinnengruppe Schöne Saiten bzw. die Kirchenchor-Sänger des P&P-Quintet aus Lemberg. Dort leben auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler, die bereits in Spohns Haus waren.

Auch Lemberg wurde angegriffen, auch dort sind Menschen bedroht und haben Angst, Menschen, die wir persönlich kennen und schätzen gelernt haben.

Wir sollten nicht naiv sein und glauben, dass die Sanktionen der EU oder der USA zu einem schnellen Ende der Kampfhandlungen führen. Wir sollten uns vielmehr darauf einstellen, dass Menschen aus der Ukraine, die von ihren polnischen Freunden nicht mehr aufgenommen werden können, kurzfristig Zuflucht bei uns suchen werden, die wir ihnen auch gewähren müssen.

Ich habe bereits gestern Vormittag kurz nach 10 Uhr in einer Video-Konferenz mit dem Generalkonsul der Ukraine, Vadym Kostiuk und mit dem Vorsitzenden des Bezirksrates des Rajon Lemberg, Andrij Sulym, nicht nur unsere uneingeschränkte Solidarität erklärt, sondern auch konkret unsere Hilfe angeboten: Wir sind bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen, insbesondere wenn unsere polnischen Partner, deren Landkreise alle unmittelbar an die Ukraine angrenzen, dies nicht mehr alleine schaffen sollten. Es sind die Kreise Bieszczad y, Łań cut , Lub aczów und Pr zemyśl , allesamt Kreise in der Woiwodschaft Karpatenvorland, unserem Partnerland.

Wir haben seit Jahren regelmäßig Kinder, Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine und aus Polen zu Gast in Spohns Haus. Wir sind bereit und ich werde mich dafür auf allen Ebenen einsetzen, Kinder und Jugendliche aufzunehmen, um sie aus der unmittelbaren Gefahrenzone zu bringen, natürlich auch Erwachsene.

Unsere Bitte und unser Wunsch ist es, nicht zu warten, sondern diese Hilfsbereitschaft unseren Partnern in Polen aktiv anzubieten und dies auch gegenüber dem Generalkonsul der Ukraine zu erklären. Wir müssen uns darauf einstellen und ich bitte die Landesregierung ebenso, hierfür kurzfristig auch finanzielle Mittel bereitzustellen, weil wir als Landkreis und die zugehörigen Kommunen dazu nicht in ausreichendem Maße in der Lage sein werden. Der Saarpfalz-Kreis ist, ebenso wie die DPG Saar, bereit, sich im erforderlichen Maße mit den zugehörigen Hilfsorganisationen einzubringen. Gleiches wird sicher auch die Geschäftsführung von Spohns Haus erklären werden.

Wenn wir medizinisch Hilfe leisten müssen und Hilfsgüter bereitstellen wollen, müssen wir uns sehr schnell auch darum kümmern. Auch hier biete ich die Hilfe des Kreises, bieten wir die Hilfe der DPG Saar an, soweit dies irgendwie möglich ist.

Wir sind gerne bereit, mein und unser Anliegen persönlich und auch kurzfristig vorzutragen und zu erläutern.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung für unsere Freunde in der Ukraine und in Polen. Mit freundlichen Grüßen

Dr. Theophil Gallo
Landrat, Vorsitzender der DPG Saar

Hans Bollinger
Stv. Vorsitzender der DPG Saar
Vorsitzender des Vereins Begegnungen auf der Grenze

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