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Samstag, 16. Dezember 2017 · bedeckt  bedeckt bei 1 ℃ · X-Mas Special: Night of the DJs im EventhausThemenabend in der Kinowerkstatt: Peter HandkeSt. Ingberter Jazzfestival 2018 – Early-Bird-Tickets!

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Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert

„Rosas Höllenfahrt“ (27. Nov. 19 Uhr); „Leon – der Profi“ (27. Nov. 21 Uhr); „Die Schwarzen Brüder“ (29. Nov. 16 Uhr); „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (29. Nov. 18 Uhr); „Hannah Arendt“ (29. Nov. 20 Uhr); „Im Zeichen des Bösen“ (30. Nov. 18 Uhr); „Daheim sterben die Leut“ (30. Nov. 20 Uhr).

 

Rosas Höllenfahrt

Fahrt in die Hölle

Wer böse ist, kommt in die Hölle. Dieses und noch viel mehr erfährt man in „Rosas Höllenfahrt“, in dem sich der alternde Rosa von Praunheim auf den Weg macht, um zu erfahren, welches Schicksal ihm bald ins Haus steht. Rosa von Praunheim hat einen langen Dokumentarfilm zur Geschichte der Hölle gedreht: „Rosas Höllenfahrt“ (Deutschland 2009), 2009 in Koproduktion mit Arte und in Zusammenarbeit mit dem ZDF entstanden, Kamera: Elfi Mikesch mit Eva-Maria Kurz, 2009 in Koproduktion mit Arte und in Zusammenarbeit mit dem ZDF entstanden, Kamera: Elfi Mikesch mit Eva-Maria Kurz, Hamze Bytyci, Uta Ranke Heinemann, Judith Evers, Anne Gaedcke, Maurice Ittershagen, Thora Kleinert, Gianni Meurer, Michael Steger, Babett Arnold, Melek Diehl, Lars Feistkorn, Alexander Haugg, Anja Karmanski, Marcus Lachmann, Thilo Prothmann, Bernhard Thomany. Es ist seine persönliche Suche nach den Ursprüngen der Seele, nach der Findung von Religionen und den Konzepten der Vergeltung im Jenseits.

Er befragt Theologen, Kulturwissenschaftler, Fundamentalisten und Religionskritiker. Er findet auch in anderen Religionen grausame Höllenvorstellungen, wie im Islam, bei den Hinduisten und selbst bei den Buddhisten gibt es acht kalte und acht heiße Höllen. Auf der anderen Seite sind Höllenbilder in der Popkultur zum großen modischen Spaß geworden, in der Musikszene wie „Black Metal“ zu einer scharfen Kritik an der christlichen Kirche.

Interessant ist, dass modernes Denken die Religion nicht verdrängt hat, im Gegenteil. Das Bedürfnis sich unsterblich zu machen, die Schwierigkeit sich mit dem Tod nicht abzufinden zu können und die Suche nach einer ausgleichenden Gerechtigkeit scheint den Menschen vom Tier zu unterscheiden.

Der Regisseur erkundet sich bei Experten diverser Religionen sowie bei Spezialistinnen wie Viola Altrichter und einer herrlich erfrischenden Uta Ranke Heinemann. „Ein kluger, erhellender Film über die ewige Finsternis.“ (Presse)

 

Leon – der Profi

Gerade mal 14 war Natalie Portman, als “Leon – der Profi” (Fr/USA 1994) Regie: Luc Besson, Drehbuch: Luc Besson, Musik: Eric Serra, Kamera: Thierry Arbogast, mit Jean Reno (Léon), Natalie Portman (Mathilda), Gary Oldman (Stansfield), Danny Aiello (Tony),   Peter Appel (Malky), Michael Badalucco (Mathildas Vater) ins Kino kam. Und ihr Auftritt als Waisenmädchen, das wie ihr ungeschliffener Ersatzvater Jean Reno so gerne Auftragskiller werden will, begeisterte Fans und Kritiker. Das Filmstudio plant schon länger eine Fortsetzung, doch Natalie Portman zeigte keinerlei Interesse. Nun hat die “Star Wars“-Schönheit ihre Meinung geändert: “Wenn Luc wieder selbst Regie führen würde, würde ich innerhalb von zwei Sekunden zusagen – und das habe ich ihm auch selbst gesagt”, verkündet Portman.

Grund genug, diesen aussergewöhnlichen zu zeigen und im Filmkolleg zu behandeln.

Lesen und Schreiben hat Léon (Jean Reno), ein junger Mann aus Sizilien, nie gelernt. Dafür versteht er es perfekt, mit Waffen umzugehen. Besonders diese Fähigkeit interessiert den New Yorker Mafioso Tony (Danny Aiello). Für ihn arbeitet Léon als Auftragskiller. Als Saubermacher ist er Gold wert. Tony bezahlt ihn und verwaltet auch gleich sein Geld. Léon lebt zurückgezogen. Nur nicht auffallen, lautet seine Devise. Als er eines Tages nervös durch den Türspion schielt, sieht er, wie eine Drogendealer-Bande in die Nachbarswohnung stürmt. Brutal schlachtet sie die sizilianische Familie ab, nur die Tochter Mathilda (Natalie Portman) überlebt mit Glück.

Der Zwölfjährigen öffnet Léon die Türe und bringt sie in Sicherheit. Doch schon bald bereut er den unbedachten Moment. Seine gefühlskalte Schutzmauer hat einen Riss bekommen – ein Risiko bei seiner Arbeit. Irgendwie muss er die Kleine wieder los werden. Als Mathilda entdeckt, womit Léon seinen Lebensunterhalt verdient, schlägt sie ihm ein Geschäft vor: Er soll ihr den Umgang mit Waffen beibringen, sie lehrt ihn dafür lesen und schreiben. Das Mädchen entpuppt sich als Naturtalent, und Tag für Tag kommt sie ihrem Ziel einen Schritt näher: Sie will ihre Familie rächen und den psychopathischen, korrupten Cop Stansfield (Gary Oldman) samt seiner Bande auslöschen.

Regisseur Luc Besson zeigt Jean Reno und erstmals Natalie Portman in diesem Thriller. Reno arbeitet seither sowohl in Frankreich als auch in den USA, wo er in Kassenschlagern wie «Mission: Impossible», «Ronin», «Godzilla» und «The Da Vinci Code» mitspielte. Für die damals 13-jährige Natalie Portman war «Léon» nicht nur das Leinwand-Debüt, sondern Ausgangspunkt einer kometenhaften Karriere.

 

Die Schwarzen Brüder

Am Sonntag, den 29. November, um 16 Uhr läuft „Die Schwarzen Brüder“ (Deutschland/Schweiz 2013) von Xavier Koller mit Can Schneider, Catrin Striebeck, Ciro de Chiara, Moritz Bleibtreu, Richy Müller u.a. nach dem Kinderbuch-Klassiker von Lisa Tetzner und Kurt Held: Bis Mitte des 19. Jahrhunderts verkauften arme Tessiner Bergbauern ihre Kinder als Kaminfeger nach Mailand. So geht es auch dem kleinen Giorgio. Er muss durch finstere Kamine klettern, mit den nackten Händen den Ruß herabwerfen. Aber er gibt nicht auf: Mit seinen Leidensgenossen gründet er den Bund der „Schwarzen Brüder“. Sie halten zusammen, wehren sich gegen ihr Elend und verstrickten sich in Kämpfe mit den Mailänder Strassenjungen. Der Film erzählt die packenden Abenteuer der Kaminfegerjungen und ihre spektakuläre Flucht zurück in die Heimat.

 

Der Staat gegen Fritz Bauer

Noch einmal läuft „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (Deutschland 2015) von Lars Kraume – mit Burghart Klaußner, Ronald Zehrfeld, Robert Atzorn, Sebastian Blomberg, Stefan Gebelhoff, Cornelia Gröschel, Rüdiger Klink, Dani Levy, Bartosch Lewandowski, Paulus Manker, Michael Schenk, Götz Schubert, Gabriele Schulze, Jörg Schüttauf, Pierre Shrady, am Sonntag, den 29. November, um 18 Uhr, im Anschluß dann der Film „Hannah Arendt“, in dem es um den Eichmann-Prozess geht.

Worum geht es? Generalstaatsanwalt Fritz Bauer kämpft 1958 unermüdlich dafür, die Täter der NS-Zeit – allen voran Adolf Eichmann – vor Gericht zu bringen. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise. Der zweifache Grimme-Preisträger Kraume zeichnet das kraftvolle und fesselnde Portrait eines mutigen Mannes und dessen Kampf gegen die scheinbar unzerstörbare Mauer des Schweigens in den eigenen Reihen und in der Gesellschaft in der jungen Bundesrepublik. „Spät, aber nicht zu spät hat die deutsche Öffentlichkeit in Fritz Bauer einen Helden ihrer damals noch jungen Existenz wiederentdeckt.

Burghart Klaußner wurde für seine Hauptrolle als kompromissloser Generalstaatsanwalt ausgezeichnet. „Eine so glückhafte Filmarbeit auch noch preisgekrönt zu sehen ist eine doppelte Freude“, sagte Burghart Klaußner. „Wobei der Preis für die beste Darstellung ohne das Lebenswerk von Fritz Bauer nicht vorstellbar wäre. Diesen mutigen Mann, der sich um Deutschland nach dem Krieg verdient gemacht hat, in Erinnerung zu rufen, war Ziel meiner Arbeit.“

 

Hannah Arendt

und das banale Böse

„Der Film spielt in den Jahren 1960 bis 1964. Die Handlung dreht sich um den sogenannten Eichmann-Prozess, der möglich geworden war, nachdem im Mai 1960 der Mossad den in Argentinien untergetauchten Adolf Eichmann nach dem Hinweis von Fritz Bauer nach Israel entführt hatte. Hannah Arendt schlägt dem Magazin „The New Yorker“ vor, über den Prozess in Jerusalem zu berichten. Der Herausgeber William Shawn ist begeistert über das Angebot der für politisch-historische Analysen geschätzten Denkerin.

Im April 1961 reist Hannah Arendt von New York City nach Jerusalem, wo sie ihren alten Freund Kurt Blumenfeld wiedertrifft. Sie besucht dort alle wichtigen Gerichtsverhandlungen, in denen sie akribisch alles protokolliert. Der Film baut dabei Originalmaterial in die Spielhandlung ein. Adolf Eichmann entpuppt sich im Verlauf des Prozesses nicht als bestialisches Monster, sondern als ein mittelmäßiger Bürokrat, was Hannah Arendt überrascht.“ (Wikipedia)

„Dass der neue Film von Margarete von Trotta […] absolut sehenswert ist, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen führt sie mit ‚Hannah Arendt‘ nach Filmen wie ‚Rosa Luxemburg‘ oder ‚Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen‘ ihr thematisches Interesse an einflussreichen Frauen auf hohem Niveau weiter und schafft es, einer bedeutsamen deutschen Philosophin ein filmisches Denkmal zu setzen. Zum anderen zeigt sie dem Zuschauer ein wirksames Gegenmittel gegen das banale Böse: das eigenständige Denken. Diese Erkenntnis wird dem Zuschauer allerdings nicht in den Schoß gelegt. Er muss sie sich erarbeiten.“ (Björn Helbig: Kino-Zeit.de)

 

Im Zeichen des Bösen

Meisterwerk von Orson Welles

„Im Zeichen des Bösen“ (Touch Of Evil (1958) von Orson Wellesmit Dennis Weaver, Charlton Heston, Orson Welles, Joseph Cotten, Janet Leigh, Joseph Calleia, Marlene Dietrich u.a. läuft am Montag, den 30. November, um 18 Uhr als weiterer Film des Filmkollegs, besprochen wird er am Mittwoch, den 2. Dezember, um 19:30 Uhr in der Kinowerkstatt. „Im Zeichen des Bösen“ zeigt die gnadenlose Konfrontation des ehrgeizigen und rechtschaffenen Miguel Vargas (von Charlton Heston großartig gespielt), einem hohen Beamten der mexikanischen Drogenfahndung, mit dem skrupellosen Hank Quinlan (Orson Welles), einem renommierten Polizei-Captain mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden. Beide klären die Hintergründe eines Sprengstoffanschlags auf, dem am Anfang des Films ein reicher Bauunternehmer im amerikanischen Teil der Stadt zum Opfer fällt.

In der Rolle des fürchterlichen Quinlan ist Welles kaum wiederzuerkennen: Die Masken- und Kostümbildner machten ihn zu einem übergewichtigen alten Sheriff, obwohl er zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 42 Jahre alt war. „Im Zeichen des Bösen“ zeichnet das Porträt eines faschistischen und rassistischen Polizisten, der das Böse und die korrumpierende Wirkung der Macht verkörpert. Mit der Figur des Quinlan verurteilt Welles symbolisch den US-amerikanischen Machtmissbrauch inner- und außerhalb der Landesgrenzen.

 

Daheim sterben die Leut

Noch einmal für Alle, die ihn verpasst haben, läuft die Komödie „Daheim sterben die Leut“ (BRD 1984/1985) von Leo Hiemer und Klaus Gietinger, nur am Montag, den 30. November, um 20 Uhr. „Daheim sterben die Leut“ spielt in einem Dorf im Allgäu, das nach den ehrgeizigen Plänen des Landrats Dr. Strobel an die Fernwasserleitung angeschlossen werden soll. Dagegen wehrt sich der alteingesessene Bauer Allgeier, der sein Wasser aus einem selbstgebauten Brunnen bezieht – zunächst, indem er unter handfestem Einsatz von Mistgabeln die Bauarbeiter von seinem Hof vertreibt. Doch als das nicht hilft, greift er zu übernatürlichen Mitteln und engagiert den Gesundbeter Guggemoos. Der belegt den Landrat mit einem üblen Fluch!

 

PM: Wolfgang Kraus, Kinowerkstatt

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