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Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert

„Mali Blues“ (Fr. 21. Okt. 18 + 20 Uhr; Mo. 24. Okt. 18 Uhr); „Die letzte Sau“ (Sa. 22. Okt. 20 Uhr); „Hier und da“ (Sa. 22. Okt. 18 Uhr; So. 23. Okt. 18 Uhr; Mo. 24. Okt. 20 Uhr), „Warschau 1944 – Der Kanal“ (So. 23. Okt. 20 Uhr).

 

Mali Blues

„Mali Blues“ erzählt von vier MusikerInnen aus dem westafrikanischen Mali, die mit ihrer Musik für einen toleranten Islam und ein Land in Frieden kämpfen. „Mali Blues“ von Lutz Gregor (Regie), Musik: Master Soumy, Ahmed Ag Kaedi, Bassékou Kouyaté, Fatoumata Diawara, läuft am Freitag, den 21. Oktober, um 18 und 20 Uhr und am Montag, den 24. Oktober, um 18 Uhr!

Das westafrikanische Land Mali gilt als Wiege des Blues, den verschleppte Sklaven auf die Baumwollfelder Amerikas mitbrachten. Traditionelle Musik hält schon seit Jahrhunderten die Gesellschaft Malis zusammen. Von dort stammen Stars wie der Afro-Blues-Barde Ali Farka Touré. Doch Malis Musik ist in Gefahr: Radikale Islamisten führen im Norden des Landes die Scharia ein, verbieten Tanz und weltliche Musik, zerstören Instrumente und bedrohen die Musiker. Dschihadisten bedrohen die Musikszene, wie der Dokumentarfilm „Mali Blues“ zeigt. In seinem Heimatort Kidal zerstörten Dschihadisten seine Instrumente; sie drohten dem Gitarristen, ihm die Finger abzuschneiden. Musik sei Sünde! Islamistische Fanatiker, die weite Teile von Malis Norden beherrschen, haben Musizieren verboten. Viele Musiker fürchten um ihr Leben und fliehen aus der Region um Timbuktu und Kidal. Doch der Islamistische Terror hat sich mittlerweile auch auf andere Teile Malis ausgeweitet. Die UNO-Kriegseinsätze werden weiter verstärkt, auch die deutsche Bundeswehr ist seit drei Jahren im Einsatz. Der Kinofilm MALI BLUES erzählt die Geschichten von vier Musikern, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen. Weder in Mali, noch an einem anderen Ort auf der Welt.

 

Die letzte Sau

Noch einmal zeigen wir zur besten Zeit, am Samstag, den 22. Oktober, um 20 Uhr „Die letzte Sau“ (Deutschland 2016) von Aron Lehmann – eine Komödie um einen Bauern, der, schwer vom Schicksal und der Macht globaler Konzerne getroffen, zum Rebellen wird und unverhofft eine Revolution auslöst.

Der Schweinebauer Huber (Golo Eulert) hatte bereits bessere Tage verlebt. Seine Freundin Birgit (Rosalie Thomass) verlässt ihn, um in Ostdeutschland einen Hof zu leiten und die Bank teilt ihm mit, dass er pleite ist. Die Pfändung stehe bereits kurz bevor. Als sein guter Freund, der Metzger Willi – ebenfalls vor dem Ruin stehend – nach einem gescheiterten Banküberfall Selbstmord begeht, glaubt Huber, dass es nicht schlimmer werden kann. Just in dem Moment kracht ein Meteorit vom Himmel direkt auf seinen Hof. Scheune, Maschinen, Anwesen, Schweine: Nichts ist übrig, sein Hab und Gut zerstört. Einzig eine letzte Sau – die rebellische, die nie in die Scheune gehen wollte – ist ihm geblieben…

 

 

Hier und da

Kurzfilm

Aus dem Verleih der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen zeigt die Kinowerkstatt erstmalig an diesem Wochenende Kurzfilme unter dem Motto „Hier und Da“! – am Samstag, den 22. Oktober, um 18 Uhr, am Sonntag, den 23. Oktober, um 18 Uhr und am Montag, den 24. Oktober, um 20 Uhr.

In diesem thematischen Programm, 70 Minuten lang, mit überwiegend dokumentarischen und fiktiven Arbeiten werfen wir einen neuen Blick auf die Lebensverhältnisse von Migranten in Deutschland heute. Den Auftakt macht Irfan Akçadags schöne Beobachtung vom „Glück“ seines Vaters beim Versuch, ein Foto von sich und seiner Tochter an ihrem Arbeitsplatz zu machen. In Mehmet Akif Büyükatalays „Vor dem Tor des Ijtihad“ verhandeln vier junge Kölner Muslime komplexe religiöse Fragen in der Sehnsuchtslandschaft der Romantik – dem deutschen Wald. Undine Siepkers Portrait eines multikulturellen Schrebergartens gipfelt in der Feststellung: „Die Deutschen hegen und pflegen und mühen sich ab, und die Türken schmeißen einfach was hin und das wächst wie Sau!“. In „Three Notes“ verarbeitet Jeannette Gaussi die wenigen übrig gebliebenen Fotos ihrer afghanischen Kindheit künstlerisch weiter. Khaled Mzher schließlich findet außergewöhnliche Bilder für seinen dokumentarisch anmutenden Kurzspielfilm „Wada“ über einen in Deutschland lebenden Syrer, der sich plötzlich um seine Familie in der Heimat sorgt. Alle Filme wurden in Deutschland produziert und stammen mehrheitlich aus der Regie junger deutscher Filmemacher, die selbst oder deren Eltern vor einiger Zeit nach Deutschland eingewandert sind.

 

 

Warschau 1944 – Der Kanal

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda ist letzte Woche im Alter von 90 Jahren gestorben. Bereits seine ersten Filme – „Eine Generation“ (1955), „Der Kanal“ (1957) und „Asche und Diamant“ (1958) – gelten bis heute als Meisterwerke und Klassiker der polnischen Filmschule. Ohne seine Filme hätte es 1980 die Freiheitsbewegung Solidarność nicht gegeben.

Wajdas Spielfilm „Der Kanal“ (1957) mit Izewska, Teresa; Janczar, Tadeusz; Karewicz, Emil u. a.; Regie: Andrzej Wajda, am Sonntag, den 23. Oktober, um 20 Uhr zu sehen, spielt im September 1944 in Warschau. Er beschreibt die letzten Tage des Warschauer Aufstandes. Der Kompanieführer Zadra will seine letzten Überlebenden heil aus dem höllischen Kampf mit den deutschen Besatzern führen. Nur wenige sind richtige Soldaten. In der Kompanie kämpfen zwei Mädchen ebenso wie ein kleiner Junge. Die Situation wird immer aussichtsloser, als die Deutschen erneut angreifen. Zadra erhält den Befehl, sich mit seinen Leuten ins Stadtzentrum zurückzuziehen. Der einzige Weg dorthin führt durch das Warschauer Kanalsystem. So zieht die Gruppe unterschiedlichster Menschen ein in das dunkle, stinkende Abwassersystem.

 

PM: W. Kraus

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