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Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert

„Die andere Seite der Hoffnung“ (Fr. 21. April, 20 Uhr; So. 23. April, 20 Uhr, OmU);  „Die fabelhaften Baker Boys“ (Sa. 22. April, 20 Uhr); „Blade Runner“ (Mo. 24. April, 18 Uhr); „On Connaît la Chanson“ (OmU) (Mo. 24. April, 20 Uhr).

Die andere Seite der Hoffnung

Der neue (alte) Kaurismäki.

Aki Kaurismäkis Film „Die andere Seite der Hoffnung“ (Finnland, Deutschland 2017) mit Sherwan Haji (Khaled), Sakari Kuosmanen (Wikström), Ilkka Koivula, Janne Hyytiäinen über die Abenteuer eines Syrers in Finnland, entschlossen, sich von keiner Gemeinheit des Lebens überraschen zu lassen, war Bären-Favorit der Berliner Filmfestspiele und wurde mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Er läuft in der Kinowerkstatt St. Ingbert am Freitag, den 21. April, um 20 Uhr, am Sonntag, den 23. April, um 20 Uhr in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln und am Montag, den 24. April, um 18 Uhr.

„Die andere Seite der Hoffnung“ ist eine staubtrockene und höchst unterhaltsame Komödie um Gnade und Erlösung, ein von Kaurismäki gewohnt wortkarges, aber umso nachhaltigeres Plädoyer für die Menschlichkeit. Khaled (Sherwan Haji), ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki. Dort will er Asyl beantragen, ohne große Erwartungen an seine Zukunft. Wikström (Sakari Kuosmanen) ist ein fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten. In der Mitte des Lebens angekommen, verlässt er seine Frau, gibt seinen Job auf und profiliert sich kurzfristig als Poker-Spieler. Von dem wenigen Geld, das er dabei gewinnt, kauft er ein herunter-gewirtschaftetes Restaurant in einer abgelegenen Gasse von Helsinki.

Als die finnischen Behörden entscheiden, Khaled in die Ruinen von Aleppo zurückzuschicken, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström findet ihn schlafend im Innenhof vor seinem Restaurant. Vielleicht sieht er etwas von sich selbst in diesem ramponierten, angeschlagenen Mann. Jedenfalls stellt er Khaled als Putzkraft und Tellerwäscher an. Für einen Moment zeigt uns das Leben seine sonnigere Seite…

 

Die fabelhaften Baker Boys

Zum Tod von Michael Ballhaus zeigt die Kinowerkstatt „Die fabelhaften Baker Boys“ (1989) Regie: Steve Kloves, mit Jeff Bridges (Jack Baker), Michelle Pfeiffer (Susie Diamond), Beau Bridges (Frank Baker), am Samstag, den 22. April, um 20 Uhr.

Michael Ballhaus war einer der berühmtesten Kameraleute der Welt. Der Erfinder des „Ballhaus-Kreisels“, der erst mit Fassbinder in Deutschland und dann in Hollywood Klassiker drehte ließ die Kamera schweben. 25 Jahre lang arbeitete Ballhaus in den USA mit den wichtigsten Regisseuren zusammen – neben Nichols etwa mit Francis Ford Coppola, Robert Redford, Wolfgang Petersen und Robert De Niro. Allein sieben Filme, u.a. „Good Fellas“ und „Gangs of New York“, entstanden aus der beispiellosen künstlerischen Beziehung mit US-Starregisseur Martin Scorsese.

Wie in „Die fabelhaften Baker Boys“ Michelle Pfeiffer im roten Glitzerkleid auf einem schwarzen Flügel liegt, während die Kamera sie in einem einzigen großen Bogen umfährt – das wurde als „Ballhaus-Kreisel“ zu seinem Markenzeichen!

„Alles ist Licht, Klang und Atmosphäre in diesem Film. Mit ihren sanften Fahrten bringt die Kamera von Michael Ballhaus ins Bild, was dann in den Dialogen scharfe Umrisse annimmt“ .. schrieb Filmkritiker Michael Althen.

Die Baker Boys sind tatsächlich Brüder. Seit 31 Jahren spielen sie zusammen, seit 15 Jahren touren sie mit zwei Pianos durch die Hotels und Bars in und um Seattle. Dieselben Sprüche, dieselben Scherze und jedesmal ein gelangweiltes Publikum – falls außer dem Personal überhaupt jemand da ist. Weil die Geschäfte immer schlechter gehen, beschließen Frank und Jack, mit einer Sängerin ihre Nummern aufzuwerten. Nach 37 völlig indiskutablen Anwärterinnen kommt endlich die richtige – unpünktlich, fluchend, eigensinnig, aber mit guter Stimme und noch besserer Figur. Susie Diamond (Michelle Pfeiffer) bringt den Baker Boys Erfolg, die Säle füllen sich, die Angebote häufen sich…

 

Blade Runner 

Die Kinowerkstatt zeigt am Montag, den 24. April, um 18 Uhr „Blade Runner (USA 1982), Regie: Ridley Scott, Buch: Hampton Fancher, David Webb Peoples, Kamera: Jordan Cronenweth, Musik: Vangelis, Produzent: Michael Deeley. Mit: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, Daryl Hannah, M. Emmet Walsh, Joe Turkel, Brion James, William Sanderson, Joanna Cassidy, Joseph Turkel, James Hong, Morgan Paull, Kevin Thompson, John Edward Allen, Hy Pyke.

Wie selten ein anderer Film wurde Ridley Scotts Blade Runner stilbildend für alle Sciencefiction-Filme, die nach ihm kamen. Finstere Stadtlandschaften, Gleiter zwischen riesigen Hochhaustürmen, Dauerregen, Mutanten auf der Straße, allgegenwärtige Reklametafeln und eine düstere Endzeit-Atmosphäre ohne Hoffnung. Hier wurde der Zeitgeist der 80er Jahre in seiner Mischung aus Zukunftsangst und Faszination kongenial eingefangen und hier wurde für mehr als 20 Jahre festgelegt, wie die Zukunft auszusehen hat. Ein Jahrzehnt nach seinem Scheitern an den Kinokassen erschien der Film erneut, diesmal als Directors Cut ohne erzwungenes Happy End und ohne überflüssigen Off-Kommentar. Dies alles, unterstützt von der großartigen Musik von Vangelis, trug dazu bei, dass der Blade Runner mehr wurde als nur ein Film, dies machte ihn zum Kult.

 

On connaît la chanson

Das Leben ist ein Chanson!

Er lief bei den diesjährigen französischen Filmtagen und wird auf vielfachen Wunsch am Montag, den 24. April, um 20 Uhr, wiederholt: „On connaît la chanson“ (Das Leben ist ein Chanson, Frankreich / 1997) von Alain Resnais, mit Sabine Azéma, Pierre Arditi, André Dussollier, Lambert Wilson, Jean-Pierre Bacri, Agnès Jaoui (Originalfassung mit deutschen Untertiteln).

Der film-dienst feierte Resnais‘ turbulente Beziehungskomödie als .“..ein von einem spielfreudigen Ensemble getragenes „Experiment“, das zu einem amüsanten Exkurs über die zu Lebensweisheiten erhobenen Binsenweisheiten von Schlagertexten avanciere. Dies gelinge unter anderem durch den Kunstgriff, „einige Takte aus Chansons und Popsongs lippensynchron von den Schauspielern „singen“ zu lassen“, womit das Alltägliche überhöht werde und mit spielerischer Leichtigkeit dennoch in die Tiefe der Figuren eindringe…“ Der Film gewann 1998 den Silbernen Bären bei der Berlinale und erhielt im selben Jahr insgesamt sieben Césars (Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bester Schnitt, Bester Ton), wurde 1997 mit dem Louis-Delluc-Preis ausgezeichnet, 1998 folgte die Auszeichnung des Syndicat Français de la Critique de Cinéma als bester französischer Film!

 

PM: W. Kraus, kinowerkstatt.de

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