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Programm Kinowerkstatt St. Ingbert vom 20. – 23. Februar 2015

„Citizenfour“ (Freitag, 20.2., 19 Uhr; Samstag, 21.2., 20:15 Uhr; Sonntag, 22.2., 20 Uhr, Montag, 23.2., 20 Uhr); „Wir sind jung. Wir sind stark.“ (Samstag, 21.2., 18 Uhr); „Kiriku und die Männer und Frauen“ (Sonntag, 22.2., 16 Uhr); „Le femmes du sixième étage“(Sonntag, 22.2., 18 Uhr); „Nur für Personal“ (Montag, 23.2., 18 Uhr).

 

Wir sind jung. Wir sind stark

Mit den dramatischen Ereignissen um die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock im Jahre 1992, die als erschreckendes Exempel für Ausländerfeindlichkeit in die Geschichte der Bundesrepublik eingingen, hat Burhan Qurbani ein spannendes und leider immer noch hochaktuelles Thema ausgewählt: Sein Film „Wir sind jung, wir sind stark“ ist ein Gesellschaftsdrama in drei sich nebeneinander entfaltenden fiktiven Episoden über den finalen Tag der dramatischen Ausschreitungen am Asylantenheim im Stadtteil Lichtenhagen. „Wir sind jung, wir sind stark“ (Deutschland 2014) Regie: Burhan Qurbani mit Devid Striesow, Jonas Nay, Trang Le Hong, Joel Basman, Saskia Rosendahl, Thorsten Merten, Paul Gäbler, David Schütter, Jakob Bieber, Swantje Kohlhof, Mai Duong Kieu, Aaron Le, Larissa Fuchs, Axel Pape, Katrin Kaspar läuft jetzt am Samstag, den 21. Februar, um 18 Uhr in der Kinowerkstatt.

Der 24. August 1992 sollte als einer der denkwürdigsten Tage der Nachkriegszeit in die deutsche Geschichte eingehen. Rechtsextremisten belagern ein Wohnheim für Asylbewerber und Flüchtlinge in Rostock-Lichtenhagen. Sie werfen mit Steinen und Molotow-Cocktails, bis das sogenannte „Sonnenblumenhaus“ brennt. Regisseur Burhan Qurbani verfilmte die wahre Geschichte und erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln, wie es zu der Tragödie kommen konnte.

„Wir sind jung. Wir sind stark.“ ist ein Thriller, dessen gesellschaftspolitischer Sprengstoff Zeitdokument und Fingerzeig zugleich ist. Der beste deutsche Film seit langem.“ (Deutschlandradio Kultur)

 

Citizenfour

„Citizenfour“ – der Film über Edward Snowdon (USA 2014 – 114 Min.) Regie: Laura Poitras – Produktion: Mathilde Bonnefoy, David Menschel, Laura Poitras, Jeff Skoll, Steven Soderbergh, Diane Weyermann, Dirk Wilutzky, Sara Bernstein, Brenda Coughlin, Kirsten Johnson, Sheila Nevins, Tom Quinn, Katy Scoggin – Kamera: Kirsten Johnson, Trevor Paglen, Laura Poitras, Katy Scoggin – Schnitt: Mathilde Bonnefoy – Darsteller: Edward Snowden, Jacob Appelbaum, Julian Assange, William Binney, Glenn Greenwald, Ewen MacAskill, Lindsay Mills, Jeremy Scahill, Barack Obama läuft in der Kinowerkstatt am Freitag, den 20. Februar, um 19 Uhr, am Samstag, den 21. Februar, um 20:15 Uhr, am Sonntag, den 22. Februar, und am Montag, den 23. Februar, jeweils um 20 Uhr.

Der Journalist Glenn Greenwald, Interviewpartner von Edward Snowden im Film, erhält in wenigen Tagen, am 15. März, in Homburg den mit 10 000 Euro dotierten Siebenpfeiffer-Preis 2015. Der Journalist habe sich in vorbildlicher Weise um Pressefreiheit und demokratische Transparenz verdient gemacht – begründete die Siebenpfeiffer-Stiftung ihre Entscheidung. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel soll bei der Preisverleihung die Laudatio halten.

Laura Poitras präsentiert in „Citizenfour“ erstaunliches Bildmaterial aus dem Sommer 2013: Aufzeichnungen jener Gespräche, die Edward Snowden mit Glenn Greenwald in seinem Hongkonger Exil führte.

Enthüllungen über die Datensammelwut der NSA (und, wie sich schnell herausstellte, zahlreicher europäischer Geheimdienste) waren letztes Jahr in allen Schlagzeilen. Zwar ging (und geht) es darum, dass wir alle nicht wissen, wer wo welche Daten sammelt (und nun immer stets das Schlimmste annehmen) – aber gleichzeitig ging es eben auch darum, dass da ein einzelner Mensch, der Whistleblower Edward Snowden, in einem Hotelzimmer in Hongkong saß … und dann saß er in einem Flugzeug nach Moskau, und dann saß er im Transitbereich des Moskauer Flughafens fest, und dann wähnte man ihn schon in einem weiteren Flugzeug in Richtung Südamerika, und dann blieb er doch in Russland. Vielleicht ist das sogar eine der erstaunlicheren Aspekte der NSA-Affäre!

Das Kino, das sonst fast immer zu spät kommt, wenn irgendwo etwas Interessantes passiert, war diesmal von Anfang an mit dabei. Das Ergebnis heißt „Citizenfour“ und ist ein nüchterner, dem großen Thema zum Trotz kleinformatiger, bescheidener Film geworden. „Citizenfour“ hat die Ambition, Details der außergewöhnlichen kommunikativen Situation aufzuzeigen, in der Snowden agierte. Wenn die ersten Enthüllungen öffentlich werden, bleibt er noch in der Isolation der Anonymität, im Fernsehen verfolgt er die Reaktion von Medien und Politik und plant mehr oder weniger in Echtzeit die nächsten Schritte. Sobald die Identität des whistle blowers aufgedeckt ist und die weltweite mediale Aufmerksamkeit auf den im Hotelzimmer Eingeigelten umgelenkt wird, bricht sich nicht nur bei Snowden endgültig eine Nervosität Bahn, er verläßt Hongkong, die Filmemacherin war schon vorher abgereist. „Schließlich folgt doch noch ein Wiedersehen mit Snowden, erst in einem aufgrund des jetzt endgültig allgegenwärtigen Überwachungsverdachts fast nur noch über handschriftliche Notizen geführten Gespräch. Kurz vor Schluss die ergreifendste Einstellung des Films: Snowden und seine inzwischen aus Amerika nachgereiste Freundin gemeinsam in ihrer russischen Wohnung, bei den Abendessensvorbereitungen. Poitras filmt durchs Fenster, bleibt selbst außen vor. Edward Snowdens Leben geht nicht länger uns alle an, gehört ihm wieder selbst. Gleich muss man hinzufügen: Zumindest soweit gehört es ihm selbst, wie das unter den gegenwärtigen Umständen möglich ist.“ (Lukas Foerster, filmzentrale.de)

 

Les femmes du sixième étage

Die Filme der diesjährigen französischen Filmtage werden auf vielfachen Wunsch wiederholt: An diesem Wochenende läuft „Les femmes du sixième étage“ (OmU) am Sonntag, den 22. Februar, um 18 Uhr, am Montag, den 23. Februar, um 18 Uhr dann die deutsche Version von „Les femmes du sixième étage“ „Nur für Personal“ (Frankreich 2011) Regie: Philippe Le Guay, mit

Fabrice Luchini, Sandrine Kiberlain, Natalia Verbeke, Carmen Maura u.a. Im Paris der 1960er Jahre führt das nicht mehr ganz junge Ehepaar Jean-Louis und Suzanne Joubert ein langweiliges Leben in einem schicken, viel zu großen Mietshaus. Die Kinder besuchen das Internat, der Alltag der Eheleute ist eintönig. Da entdeckt Jean-Louis, dass es in der sechsten Etage des Hauses, in dem die sechs spanischen Dienstmädchen untergebracht sind, viel lebhafter und bunter zugeht. Von dieser für ihn neuen Welt fasziniert, verbringt Jean-Louis immer mehr Zeit in der sechsten Etage und verguckt sich in die attraktive Concepción (Carmen Maura). Bis ihn seine eifersüchtige Ehefrau vor die Tür setzt und er in die sechste Etage umzieht….

 

Kiriku und die Männer und Frauen

Sonntagsfamilienkino

Am Sonntag, den 22. Februar, um 16 Uhr ist der neue Film um Kiriku, diesmal „Kiriku und die Männer und Frauen“ (Frankreich, 2012) Regie: Michel Ocelot (BJF-Empfehlung: ab 6 Jahren, FSK: o.A.) zu sehen.

Kiriku ist ein besonderes Kind. Obwohl erst wenige Jahre alt, ist er schon mutig, klug und hilfsbereit – und so selbstständig, dass er nicht einmal die Hilfe seiner Mutter braucht. Nun erzählt Kirikus Großvater fünf neue Geschichten aus dem Leben seines außergewöhnlichen Enkels. Darin „geht es darum, wie Kiriku erst einer mürrischen Nachbarin, einem Jungen mit blauer Haut und schließlich dem Dorfältesten hilft. Oder wie er erfährt, wie wichtig das Erzählen ist und welche beruhigende Wirkung Musik haben kann.“

Wie bereits in den früheren Filmen „Kiriku und die Zauberin“ und „Kiriku und die wilden Tiere“ basieren die Abenteuer, in denen der winzige, aber furchtlose Kiriku clever­ und tapfer sein Dorf vor natürlichen und übernatürlichen Feinden beschützt, auf senegalesischen Fabeln.

Die bezaubernde Animation macht diesen Film zu einer absoluten Freude für die ganze Familie – abgerundet durch den Soundtrack des Superstars Angélique Kidjo.

 

PM: Wolfgang Kraus

 

 

 

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