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Programm Kinowerkstatt St. Ingbert vom 23. – 26. Mai 2014

„12 Years a Slave“ (Freitag, 23. Mai, 19 Uhr; Samstag, 24. Mai, 20 Uhr; Sonntag, 25. Mai, 20 Uhr; Montag, 26. Mai, 20 Uhr).

 

 

12 Years a Slave

bester Film 2013

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am Freitag, den 23. Mai, um 19 Uhr, am Samstag, den 24. Mai, am Sonntag, den 25. Mai, sowie am Montag, den 26. Mai, jeweils um 20 Uhr „12 Years a Slave“ (USA 2013 – 134 min.) Regie: Steve McQueen – Drehbuch: Steve McQueen, John Ridley – Produktion: Dede Gardner, Anthony Katagas, Brad Pitt – Kamera: Sean Bobbitt – Schnitt: Joe Walker – Verleih: Tobis Film – FSK: ab 12 Jahren – Besetzung: Brad Pitt, Benedict Cumberbatch, Michael Fassbender, Paul Giamatti, Scoot McNairy, Paul Dano, Marcus Lyle Brown, Sarah Paulson, Chiwetel Ejiofor, Garret Dillahunt, Taran Killam, Michael Kenneth Williams, Tom Proctor, Quvenzhané Wallis, Bryan Batt.
„Zum Sklaven ist man nicht geboren, zum Sklaven wird man gemacht.“ – das zeigt Steve McQueen in seinem Oscar-prämierten Meisterwerk in dem er die wahre Geschichte eines freien Afro-Amerikaners erzählt, der in New York entführt und als Sklave in die Südstaaten verkauft wurde.

Als das Buch „12 Years a Slave“ im Jahr 1853 erschien erregte es zwar Aufsehen, wurde aber nur kurze Zeit später überschattet von einem anderen Werk über die Sklaverei in den Südstaaten, das dem Massengeschmack viel besser schmeckte: VOM WINDE VERWEHT. Kein Wunder, dass letzteres schon 1938 verfilmt wurde. Solomon Northups Martyrium schaffte es erst 50 Jahre später bis zum Fernsehfilm – und erst jetzt zum gefeierten Oscarfavoriten.

„12 Years a Slave“ kommt fast exakt ein Jahr nach dem Start von Steven Spielbergs „Lincoln“ und Quentin Tarantinos „Django Unchained“ in die deutschen Kinos. In beiden Filmen hatten sich prominente Regisseure bereits dem Thema der historischen Sklaverei gewidmet: In Spielbergs Film als eher abstrakte Meditation über den Gegensatz von Pragmatismus und Idealismus in der Politik; bei Tarantino als comichaft überzeichnete und blutig-wilde Befreiungsphantasie.

Im Wesentlichen folgt McQueen – kongenial unterstützt von Kameramann Sean Bobbitt und Cutter Joe Walker – dem von Chiwetel Ejiofor gespielten Protagonisten auf seinem Weg durch die Hölle. Abschweifungen erlaubt sich „12 Years a Slave“ dabei nicht. Solomon Northup erlebt an Körper und Psyche ganz konkret, was das System der Sklaverei mit seinen Opfern anrichtet – und mit ihm das Kinopublikum. Ejiofors Protagonist verliert nicht nur seine Freiheit und seine Familie; ihm werden Name und Geschichte genommen; mit Peitsche und Strick schneiden die Herren ihrem „Besitz“ ihre Verfügungsgewalt in den Körper ein. Bei den Gewaltszenen hält McQueen voll drauf, vermeidet bis auf einige wirklich unangenehme Momente jedoch die Splatter-Effekte, die in Tarantinos „Django Unchained“ noch eine große Gaudi waren. Religion zeigt der Regisseur sehr deutlich – ebenso wie die kleinen Belohnungen der Herren – als Machtinstrument.
Die Klarheit, mit der McQueens Film diese Machtverhältnisse herausarbeitet, wie er – trotz aller expliziter Gewalt, nie in eine exploitative Zurschaustellung verfällt, ist bemerkenswert.“ (Harald Steinwender auf filmzentrale.de)

„Das tränenrührende Melo und der ästhetisch ambitionierte Furor gehen zuweilen Hand in Hand, dann wieder stehen sie quer zueinander, wie zwei Formen im Widerstreit. Steve McQueens zu jeder Zeit hochkonzentriertem Film tut das gut. Er schildert die Erfahrungen, Sehnsüchte und Entbehrungen eines Menschen und stellt sich, schlussendlich, ganz und gar in diesen Dienst. Wenn dem Erzählkino auch zuweilen zu misstrauen ist, so ist doch gerade dies, die aufrichtige Bergung eines Erfahrungsschatzes, seine nobelste Aufgabe.“ (Thomas Groh, filmzentrale.de)

 

PM: Wolfgang Kraus, Kinowerkstatt

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