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Renaissance des sozialen Wohnungsbaus

Saarländische Architekten fordern Renaissance des sozialen Wohnungsbaus und bieten beratende Unterstützung bei der Akutunterbringung von Flüchtlingen an.

Bund und Länder sind aufgefordert, die Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in einen kostengünstigen und sozial integrierten Wohnungsbau zu schaffen.

Dies ist die zentrale Botschaft der „Hannoverschen Erklärung“, die die bundesweiten Vertreter der Architektenschaft vergangene Woche beim Deutschen Architektentag 2015 „Zukunft planen“ verabschiedet haben. In dem Papier warnen die deutschen Architekten vor einer vorschnellen Absenkung der Standards. Auch kostengünstiger Wohnungsbau müsse qualitätsvoll, dauerhaft, energieeffizient und damit nachhaltig sein.

„Von den in der Hannoverschen Erklärung thematisierten Problemen ist auch das Saarland in besonderem Maße betroffen“, sagt Prof. Heiko Lukas, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes (AKS). „Wohnungssuchende sollen im Saarland eine humane Lebensperspektive und ausreichend Schutz finden. Hierzu gehört ihre menschenwürdige und verantwortungsvolle Unterbringung.

Intelligente Strategien und Lösungen zur Bewältigung der Unterbringung von Flüchtlingen sind zu entwickeln. Eine angemessene architektonische Gestaltung ist beim Bau von Wohnraum, auch wenn es eine vorübergehende Lösung ist, ein wesentlicher Parameter für eine humanitäre Lebensgestaltung“.

Aus diesem Grund appelliert die AKS an die Landespolitik, den großen Druck auf den Wohnungsmarkt dauerhaft zu entschärfen und plädiert für eine Renaissance des sozialen Wohnungsbaus, aus dem sich das Saarland seit geraumer Zeit weitgehend zurückgezogen habe.

Die von Innenminister Klaus Bouillon in einem aktuellen Interview mit der Wochenzeitung „Die Welt“ geäußerte Absicht, Container in einfacher Holzschnellbauweise für die Unterbringung von 10.000 Flüchtlingen erstellen und auf die 52 saarländischen Kommunen verteilen, zu lassen hält die AKS nicht für den Königsweg.
„Holzcontainer für Flüchtlinge könnten ein mögliches Mittel sein, um kurz vor Wintereinbruch die drängendsten Unterbringungsprobleme zu lösen. Aber sie sind nicht alternativlos und schon gar keine Antwort auf das schon seit Längerem erkennbare Problem des Mangels an bezahlbaren Wohnungen“, betont Heiko Lukas. Erforderlich seien vielmehr intelligente stadträumliche Konzepte, die die Stadtentwicklung voranbringen und auch die Potentiale bisher vernachlässigter Quartiere ausschöpfen.

„Sowohl bei der Erarbeitung von kurzfristig umsetzbaren Lösungen für die Akutunterbringung der Flüchtlinge als auch bei der mittel- und langfristigen Reaktivierung des sozialen Wohnungsbaus für alle Bürgerinnen und Bürger sind wir als AKS gerne bereit, uns mit unserem Know-how in beratender Funktion einzubringen“, so Lukas. Dieses Gesprächsangebot richte die Kammer in der aktuellen Situation insbesondere an das saarländische Innenministerium.

 

PM: i.A. Ulrike Junk

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