Rohrbacher Mühle - Kultursalon und wahres Kleinod - St. Ingberter Anzeiger

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Rohrbacher Mühle – Kultursalon und wahres Kleinod

Ein Kultursalon und wahres Kleinod: Die Rohrbacher Mühle beeindruckt in neuem Gewand.

Wie die alte Rohrbacher Mühle in privaten Besitz gelangt ist und wie sie sich zu einem wahren Kleinod entwickelt hat, das hat Karl Abel von den Rohrbacher Heimatfreunden in einem Aufsatz für die Schriftenreihe „Saarpfalz – Blätter für Geschichte und Volkskunde“ des Saarpfalz-Kreises zusammengefasst.

Anlässlich der Veröffentlichung in der jüngsten Ausgabe der „Saarpfalz-Blätter“ luden die neuen Besitzer Dr. phil Magdalena Telus und Dr. med. Andreas Meiser Landrat Dr. Theophil Gallo, Dr. Bernhard Becker vom Fachbereich Kultur und Heimatpflege sowie weitere Gäste und Freunde in ihren Kultursalon ein.

Als Kultursalon bezeichnet Magdalena Telus ihr einladendes Haus deshalb, weil sie im großen Saal im Erdgeschoss – wenngleich dort zur Zeit noch gebaut wird – unterschiedliche Kulturveranstaltungen mit europäischem Bezug organisiert. Dafür pflegt die gebürtige Polin ihre Freundschaften auch zu saarländischen und internationalen Künstlern.

„Kultur und Heimatpflege passt genau zu dem, was wir hier gemeinsam mit einem offenen Freundeskreis und mit Vereinen umsetzen und in die Öffentlichkeit tragen möchten. Im Mittelpunkt unserer Kulturarbeit steht der Gedanke, dass Heimat ein offener, mehrschichtiger, ein historischer und zugleich in die Zukunft weisender Ort ist“, betont die ausgebildete Dolmetscherin, die 1963 in Breslau geboren wurde und vor 30 Jahren zum Studium nach Deutschland kam.

So waren an diesem Tag auch Bilder der Künstlerinnen Danuta Swora und Vika Adler sowie Fotografien aus der Ausstellung „Warschau Stadt der Kontraste“ von Michael Wardeh-Jossep zu sehen. Die Gruppe „Culture Mill“ ließ auf musikalische Weise Botschaften eines vereinten Europas erklingen.

Landrat Dr. Theophil Gallo, der zu Beginn dieses Jahres als Nachfolger von Siegfried Wack den Vorsitz der Deutsch-Polnischen Gesellschaft übernahm, war sehr angetan von der neuen Rohrbacher Mühle, die er zum ersten Mal besichtigte. „Sie füllen dieses ehrwürdige Gebäude mit Leben und erhalten es für unsere Nachfahren. Was Sie hier leisten, ist unbeschreiblich wertvoll für Rohrbach und den Saarpfalz-Kreis und verdient größte Anerkennung. Auch dass Sie hier Initiative ergreifen und dazu beitragen, dass europäische Werte nicht verloren gehen, ist in der heutigen Zeit, in der Europa immer stärker hinterfragt wird, besonders wichtig“, dankte der Landrat Magdalena Telus und wünschte ihr und ihrer Familie weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung kultureller Projekte.

Friedrich Müller von den Rohrbacher Heimatfreunden blickte zurück und ließ die bewegte Geschichte der Getreidemühle von ihren Ursprüngen Mitte des 16. Jahrhunderts an lebendig werden.

Heute sind noch zwei Gebäude erhalten: die Scheune, ursprünglich das ältere Mühlengebäude aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und das Hauptgebäude vom Ende des 19. Jahrhunderts. Seit den 1950er Jahren befanden sich in der Rohrbacher Mühle mehrere Sozialwohnungen, u. a. wohnte hier eine kurdische Flüchtlingsfamilie. Nachdem die Mühle einige Jahre leer stand, verkaufte die Stadt St. Ingbert die beiden historischen Gebäude 2014 an Dr. Andreas Meiser und Dr. Magdalena Telus.

Mit viel Herzblut sanierte das Ehepaar das Hauptgebäude unter ökologischen Geschichtspunkten und richtete auf zwei Ebenen zwei private Wohnungen und eine Gästewohnung ein. In diesem Bereich wird ein Energieverbrauch von 70 Prozent eines Referenzneubaus erreicht. Das hauptsächliche Anliegen der Eheleute Telus-Meiser ist es zu zeigen, dass saarländischer Sandstein-Altbau erhaltungswürdig und sanierungsfähig ist.

Dr. Bernhard Becker, der für die Redaktion der „Saarpfalz-Blätter“ verantwortlich zeichnet, lobte die Vorgehensweise bei der Sanierung der Mühle unter denkmalschützerischen und baubiologischen Aspekten, auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Ein Rundgang durch und um die Rohrbacher Mühle bestärkte die Besucher in ihrer Beobachtung, dass hier ein wahres Kleinod entstanden ist.

 

PM: Pressestelle SPK

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