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Rummelbooze schnitzen

Am heutigen Samstag, 24. Oktober 2015, werden Rüben von 9 bis 13 Uhr verteilt, damit daraus Rummelbooze entstehen können. Auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone verteilen die Azubis Futterrüben an Kinder und Eltern.

Älteren St. Ingbertern leuchten die Augen. Herbstzeit, das war Erntedank, das waren die Rüben, die man phantasievoll aushöhlte zu „Rummelbooze“.

Mit denen zog man durch die Stadt, jede für sich ein gruseliger Anblick, alle zusammen aber ein richtig lauschiges Herbstbild, das Wärme in die kalte Jahreszeit brachte. Rummelbooze soll es wieder geben, so die Stadtverwaltung. Gemeinsam mit ihren Auszubildenden hat die Stadtverwaltung dieses Projekt ins Leben gerufen.

Werkzeug zum Schnitzen sollte man mitbringen, damit die Rüben ein gruseliges Gesicht erhalten. Die tollsten Rummelbooze werden prämiert. Fotos der gelungensten Werke werden auf der städtischen facebook-Seite veröffentlicht. Bis spätestens 28. Oktober müssen diese Fotos bei der Stadt eingetroffen sein. Wer will, kann am Samstag an Ort und Stelle ein Foto mit seinem Rummelbooze aufnehmen lassen.

Ansprechpartnerin für diese Aktion ist Melanie Fritsch: Tel. 13 730, mail: mfritsch@st-ingbert.de

Hintergund:
Der Ursprung der Rummelbooze ist nicht ganz geklärt. Eine der vielen Sagen der Entstehung beruht auf dem „Habergeiß“, der seit dem 17. Jahrhundert in unserer Region bekannt ist. Der Habergeiß ist der Sage nach ein Dämon in Ziegen- oder Vogelgestalt. Junge Männer verkleideten sich als Habergeiß, um zu der Erntedankzeit ihre Mitmenschen zu erschrecken. Im 19. Jahrhundert wurde die Ziege von den Rummeln abgelöst, die in ihrer Unebenheit und einem kratzigen Gesicht die Leute noch mehr Angst einflößen sollte. Mit einigen Abwandlungen hat sich der Brauch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts gehalten. Um diese Tradition und damit die saarländische Lokalkultur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat sich die Stadt diese Aktion einfallen lassen, um den Kindern das gleiche Gefühl der Wärme und Geborgenheit zu schenken, das schon die vorherigen Generationen verspürten, als sie vom Küchenfenster aus dem Flackern der Kerze im Rübengesicht zusehen konnten, wenn die Tage kürzer wurden.

 

PM: P. Gaschott, Stadt St. Ingbert

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