Nachrichten

Donnerstag, 19. Oktober 2017 · leicht bewölkt  leicht bewölkt bei 14 ℃ · Von Kelten und Römern – Zeitreise in die regionale VergangenheitScheck für die DLRG Ortsgruppe St. Ingbert e.V.Zweiter ZDF-Saarland-Krimi „In Wahrheit: Tödliches Geheimnis“

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Schoolworker: Aus einem Modell wurde ein fester Baustein

Was 2003 als Modellprojekt begann, ist längst als fester Baustein in der Schullandschaft im Saarpfalz-Kreis gelegt: Schoolworker und Schulsozialarbeiter sind im Saarpfalz-Kreis an allen Grundschulen und weiterführenden Schulen wöchentlich präsent.

Landrat Clemens Lindemann erfährt in vielen Gesprächen mit Schulleitern und Schülern positive Rückmeldungen und wird mit der Nachfrage größerer Zeitbudgets der Sozialarbeiter an den Schulen immer häufiger konfrontiert.

Derzeit sind im Team der Schoolworker und Schulsozialarbeiter 16 pädagogische Mitarbeiter für die Betreuung von 49 Schulstandorten tätig. Landrat Clemens Lindemann: „Gerade im Hinblick auf immer schwieriger werdende Bedingungen des Aufwachsens in den Familien, ist es wichtig, einen Schwerpunkt auf die frühzeitige Förderung von Kindern und Jugendlichen zu setzen. Dieser Verantwortung stellt sich der Saarpfalz-Kreis, in dem er schon in der Grundschule intensive Hilfe offeriert und personalisiert. Wir gehen vor Ort und bieten  Hilfen und Unterstützung an, bevor die Krise unüberwindbar wird.“

Die Aufgaben der Schoolworker und Schulsozialarbeiter sind hierbei mit den drei Schlagwörtern Beratung, Prävention und Netzwerkarbeit  zu umreißen. Beratung von Kindern, deren Eltern und Lehrkräften ist hierbei das breiteste Spektrum. Unter Wahrung der Verschwiegenheit werden im persönlichen Gespräch Probleme angesprochen und Lösungen erarbeitet. Hierbei sind die Sozialarbeiter oft Brückenbauer und Mutmacher auf dem Weg zu Hilfeangebote wie Beratungsstellen und Fachstellen. Die wöchentliche Anwesenheit vor Ort an der Schule und der unbürokratische Zugang erleichtern Kindern und ihren Eltern, diese Unterstützung anzunehmen.

Der zweite Aufgabenschwerpunkt ist die Prävention. Diese kann sowohl für einzelne Kinder umgesetzt werden als auch für Schulklassen. Das soziale Lernen steht hierbei im Vordergrund. Die Themen der Prävention sind in den vergangenen elf Jahren gleich geblieben. Jedoch haben das Internet und die Cyberwelt zu schnelllebigeren Austausch der Schüler beigetragen. Damit sind  neue Konfliktformen und neue Gefahren entstanden. Die Entwicklung der Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen  fordert von Schoolworkern und Schulsozialarbeitern, dass auch sie sich fortführend auf die aktuelle Entwicklung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen einlassen. Darüber hinaus sind Themen wie Selbstwertgefühl, Umgang mit Krisen und Konfliktlösungen aktuelle Handlungsfelder der Prävention.

Der dritte Bereich resultiert aus den beiden Vorgenannten. Schoolworker und Schulsozialarbeiter erfüllen ihre Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Schule und Jugendhilfe. In ihrer täglichen Arbeit greifen sie auf ein breit gefächertes Netzwerk von Einrichtungen und Institutionen zurück, um die Passgenaue Hilfe zu initiieren. Dabei profitieren sowohl die Schulen von der Vermittlung von Präventionsangeboten in Klassen als auch Familien von der Vermittlung geeigneter Hilfen.

Herauszustellen ist weiterhin, dass ein Schoolworker oder Schulsozialarbeiter für alle Schüler einer Schule zuständig ist, unabhängig von Wohnort, Aufenthaltsstatus, Alter oder sonstigen Kriterien. Dies ermöglicht eine Hilfevermittlung, die unbürokratisch Hemmschwellen beseitigt und Zuständigkeitsschwierigkeiten beiseite räumt.

Im Rückblick kann auch von wissenschaftlicher Seite der Erfolg dieser Arbeit nur bestätigt werden. „Gerade aber die positiven Rückmeldungen von Eltern sind ein deutliches Indiz, dass mit den niedrig schwelligen, aufsuchenden Ansatz Familien frühzeitig erreicht werden können“, betont Amtsleiter Klaus Guido Ruffing. „Dies fordert von den Mitarbeitern angesichts der großen Anzahl der Aufgaben und Schulstandorte eine stabile Struktur und ein gutes Zeitmanagement

Rückmeldungen und Anfragen  von Schülern gibt es immer wieder auch längere Zeit nach Verlassen der Schule. Diese Kontakte bestätigend die Zielrichtung: Jugendhilfe und Schule – gemeinsame Förderung für einen guten Start ins Leben.

Titelbild:
Das Team der Schoolworker, das an den Schulen des Saarpfalz-Kreises im Einsatz ist.

 

 

PM: Saarpfalz-Kreis / Udo Steigner

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017