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Servicestelle zur Anerkennung Servicestelle zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen im Saarland: Ein Erfolgsmodell

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Jobcenter Saarbrücken, der TÜV Nord Bildung Saar GmbH und das Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, haben am Mittwoch, 07. Dezember 2011, das Fachgespräch „Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen“ in Saarbrücken veranstaltet. Erfahrungen, Ergebnisse und Empfehlungen zu diesem innovativen Beratungsprojekt wurden bei der Veranstaltung in einem Evaluationsbericht vorgestellt.
„Mit der Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen ist es uns gelungen, eine Lücke in der Beratungslandschaft zu schließen“, fasst Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge die Ergebnisse zusammen. Das Projekt wurde seit 2009 gemeinsam vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Jobcenter Saarbrücken sowie dem saarländischem Arbeitsministerium entwickelt und gemeinschaftlich finanziert.
Die Suche nach Information und die Unübersichtlichkeit von Zuständigkeiten stellte auch im Saarland bisher eine zentrale Hürde der beruflichen Integration für zugewanderte Fachkräfte dar. Ausländerbehörde, Migrationsberatung, Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Bezirksregierungen, Kultusministerien, Berufsverbände, Kammern, Bildungsträger sind nur einige der Stellen, die im Zuge von Anerkennungsverfahren Beratung anbieten. Das kostet Zeit und führt mitunter zu widersprüchlichen Informationen. „Die Identifizierung der zuständigen Stelle für eine konkrete Frage war häufig eine echte Herausforderung für die Zuwanderer, aber auch für die Berater. Wir haben hier Entlastung gebraucht“, erklärt Wilfried Hose, Leiter des Saarbrücker Jobcenters.
Ziel der Servicestelle im Saarland war es, die verschiedenen Aspekte der Beratung in einem umfassenden Angebot zu integrieren, um so individuelle Integrationsstrategien zu entwickeln. Die Basis bildete dabei auch ein neu geschaffenes Netzwerk aller Akteure der beruflichen Integration, so dass die verschiedenen Angebote besser ineinander greifen. Im Ergebnis zeigt sich: Die Suche nach verlässlichen Informationen konnte für Zuwanderer verbessert und die Transparenz in den Anerkennungsverfahren sowie die Verzahnung der Beratungsangebote gesteigert werden. 80 Prozent der befragten Kunden befinden die Einrichtung der neuen Servicestelle als sehr gut. Auch die regionalen Netzwerkpartner zeigen sich laut Evaluationsbericht von den Erfahrungen im Modellprojekt angetan. Die Anerkennungsstellen berichten, dass sich die Dauer von Anerkennungsberatungen oder Anerkennungsverfahren durch die Arbeit der Servicestelle durchaus verkürzt habe. „Das Projektkonzept unterstützt damit auch die Umsetzung des neuen Berufsfeststellungsgesetzes, das voraussichtlich zum 01.04.2012 in Kraft tritt und explizit die Dauer von Anerkennungsverfahren auf drei Monate festlegt. Dieses Ziel ist leichter zu erreichen, wenn die Antragsteller gut vorbereitet sind auf das Verfahren“, erläutert Dr. Manfred Schmidt die Bedeutung des Projekts für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen.
Gaby Schäfer Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport des Saarlandes und Integrationsbeauftragte der saarländischen Landesregierung erklärt: „Für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund und das Saarland ist es von großer Bedeutung, dass die Laufzeit dieses bundesweit einmaligen Modellprojektes, welches bisher aus Mitteln des Bundes, des Jobcenters Saarbrücken und des Landes finanziert wurde, auf Grund der erfolgreichen Arbeit verlängert wird.“ Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie das Jobcenter Saarbrücken fördern noch bis Ende 2012. Dann soll das Projekt in das Bundesprogramm „Integration durch Qualifizierung“ integriert werden und gemeinschaftlich vom BMBF und BMAS gefördert werden. Dieses Programm dient der Begleitung und Umsetzung des geplanten „Anerkennungsgesetzes“ für Menschen mit im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen und fördert insbesondere die Einrichtung von Erstanlaufstellen. „Deutschland muss die Potentiale der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund für den Arbeitsmarkt verstärkt fördern und nutzen. Denn Bildung und Arbeitsmarkt sind die wichtigsten integrationspolitischen Handlungsfelder, die auf Chancengleichheit und die gleichberechtigte Teilhabe am Wirtschafts- und Erwerbsleben für Menschen mit Migrationshintergrund ausgerichtet sind“, erklärt Gaby Schäfer.
Hinweis: Den Evaluationsbericht „Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen im Saarland. Erkenntnisse zur Anerkennungsberatung und Netzwerkarbeit“ können Sie auf der Internetseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge als Publikation bestellen oder direkt als Online-Download unter http://www.bamf.de/ <http://www.bamf.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2011/111207-0027-pressemitteilung-servicestelle-saarland.html>  einsehen.

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