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Spione im Dienst der Sicherheit – Sicherheit im Internet: Eine Illusion?

Wie eine Teekanne zur „Tatwaffe“ werden kann.
Wie spiegelnde Teekannen und andere Alltagsgegenstände zum Fallstrick beim Schutz persönlicher Daten im Internet werden können, erläuterte Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptographie der Universität des Saarlandes, in seinem Vortrag „Der gläserne Mensch – Privatsphäre und Datenschutz in einer vollständig vernetzten Welt“

zu dem die Landesmedienanstalt Saarland und die Arbeitskammer des Saarlandes im Rahmen ihrer Aktionstage „Internet: mit Sicherheit“ eingeladen hatten. Für ein verantwortungsvolles Datenschutzmanagement ist aus seiner Sicht die Verzahnung von drei Komponenten erforderlich: Aufklärung der Nutzer, juristische Rahmenbedingungen sowie technologische Lösungen. Eine dieser Lösungen stellt die von Backes und seinen Mitarbeitern entwickelte sogenannte „Appguard“ dar, die Nutzer von Android-Geräten dabei unterstützen soll, ihre persönlichen Daten vor unerlaubtem Zugriff zu schützen. Mehr als eine Million Deutsche nutzen diese Anwendung bereits.

„Internetsicherheit zu 100 Prozent wird es wohl auch in der näheren Zukunft nicht geben“, stellte Wilhelm Offermanns von der Arbeitskammer des Saarlandes klar. „Letztlich ist es hier genauso wie beim Doping im Sport. Auch dort sind diejenigen, die Missbrauch betreiben, den Aufklärern immer einen Schritt voraus. Dennoch kann man das Risiko minimieren. Information ist sehr wichtig, Sensibilisierung der Nutzer und die Förderung eigenverantwortlichen Verhaltens im Internet – genau das, was die Initiative „Internet: mit Sicherheit!“ von Arbeitskammer und Landesmedienanstalt den Saarländerinnen und Saarländern seit Jahren bietet“.

Gerade ältere Saarländerinnen und Saarländer, die das Medium gerade erst kennenlernen, sind schnell verunsichert, wenn unbekannte Meldungen am PC erscheinen und Schadprogramme oder Abzocker drohen. Die enorme Bedeutung dieser Zielgruppe, vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, wurde längst erkannt. Andreas Storm, Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, betonte hierzu in einem Grußwort: „Sicherheit für Senioren im Internet ist ein wichtiges Anliegen der Politik, da Senioren eine stetig wachsende Zielgruppe für Betrüger darstellen. Im Jahr 2030 wird fast jeder dritte Einwohner im Saarland über 65 Jahre alt sein. Gleichzeitig nutzen Senioren die neuen Medien immer stärker und die Anzahl der sozialen Netzwerke für Senioren nimmt stetig zu. Wir dürfen also nicht erst reagieren, wenn es zu spät ist, sondern müssen mit präventiven Maßnahmen früh ansetzen.“

Eine dieser Maßnahmen ist die von der saarländischen Landesregierung und der Europäischen Union geförderte Kampagne „Onlinerland Saar“, die sich insbesondere auch an Seniorinnen und Senioren richtet. „Die Landemedienanstalt hat einen klaren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen: Saarländerinnen und Saarländer dabei zu unterstützen, an der Entwicklung der digitalen Gesellschaft mitzuwirken und am sozialen Leben auch im Internet und in neuen sozialen Netzwerken teilzuhaben“, „, so Dr. Jörg Ukrow, stellvertretender Direktor der Landesmedienanstalt Saarland. „Hierbei sind die Nutzerinnen und Nutzer anderen Gefahren ausgesetzt als im direkten, persönlichen Kontakt. Abzocker und Datendiebe beispielsweise scheuen keine Mühen und gehen immer subtiler vor. Um dem einen Riegel vorzuschieben wollen wir weiterhin – auch gemeinsam mit der Wissenschaft – die Medienkompetenz aller Saarländerinnen und Saarländer fördern.“
Foto v.l.n.r.: Wilhelm Offermanns, Prof. Michael Backes, Gewinnerin, Dr. Jörg Ukrow

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