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SprachmittlerInnen – Neuer IHK-Zertifikatskurs

Europa als sicherer Zufluchtsort für Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten: Zunehmend sind mehr Sprachen aus aller Herren Länder zu hören, auch in den Straßen, Bussen, Schulen und Behörden im Saarpfalz-Kreis.

Waren bislang überwiegend Türkisch, Polnisch und Russisch zu hören, so gesellen sich nun verstärkt Arabisch, Kurdisch und Eritreisch hinzu. Einer Sprachverwirrung wie beim biblischen „Turmbau zu Babel“ zu begegnen und trotz Vielfalt die Grundlage für eine funktionierende Kommunikation zu legen, ist das Ziel einer neuen Initiative des Frauenbüros.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dieter Knicker, Peter Nagel, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Birgit Rudolf, Leiterin des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises, stellten den aktuellen Zertifikatslehrgang zum /zur Sprachmittler/in vor. Dieser startet mit Unterstützung der IHK am 2. November und schließt mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat ab. Bis Mitte Februar werden Menschen mit Migrationshintergrund und guten Deutschkenntnissen in sieben Modulen zu Sprachmittlern ausgebildet. Dies geschieht in 180 Unterrichtseinheiten an drei Vormittagen wöchentlich, um die Qualifizierung mit einer eventuellen Kinderbetreuung vereinbaren zu können. Auf dem Stundenplan stehen interkulturelles Kompetenztraining, Sensibilisierung bezüglich der Migrationserfahrungen und natürlich Dolmetsch- und Übersetzungstechniken.

Elf Frauen hatten bereits im März einen im vergangenen Jahr über das Projekt „Vielfalt im Dialog“ begonnenen IHK-Zertifikatslehrgang abgeschlossen. Sie sind tätig als Sprachmittlerinnen in Arabisch, Dari, Englisch, Persisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch. Nach dem Auslaufen von „Vielfalt im Dialog“ war zunächst keine Anschlussfinanzierung gesichert. „Die IHK übernimmt im neuen Kurs die gesamten Honorarkosten der Trainerinnen. Der neue Kurs ist mit 38 Interessierten sehr gut nachgefragt. Alle 22 Plätze sind bereits besetzt mit 15 Frauen und sieben Männern. Für die Sprachmittlerinnen gibt es aktuell viele Anfragen aus Schulen und Kitas.“, bedankte sich Birgit Rudolf bei der IHK für die Kooperation und die finanzielle Unterstützung. Der Kurs stünde aktuell auch Männern offen. Es konnten bislang sehr guten Dozentinnen gewonnen werden, die zusätzlich auch an den Paritätischen Wohlfahrtsverband auf dessen Anfrage vermittelt wurden. „Die IHK-Vollversammlung hat aufgrund der aktuellen Zuwanderung 100.000 Euro als Sofortmittel zur Verfügung gestellt, wovon ein Teil in die Ausbildung der Sprachmittler fließt. Diese Förderung macht deswegen Sinn, weil fehlende Sprachkenntnis ein Hemmnis in der Arbeitsvermittlung, aber auch bei der allgemeinen Verwaltungsabwicklung bei Behörden oder Krankenversorgung ist.“, erläutert der IHK-Geschäftsführer. Für diesen IHK-Zertifikatslehrgang gäbe es Anfragen aus der grenznahen Pfalz, aber auch bundesweit. Der Zertifikatskurs werde im Saarland seit zehn Jahren angeboten. Perspektivisch seien weitere Sprachkurse geplant, auch von der Bundesagentur für Arbeit vorgeschaltet vor den Integrationskursen. Bei entsprechender Nachfrage könnten zwei weitere Zertifikatslehrgänge im nächsten Frühjahr im Saarpfalz-Kreis beginnen. „Der Saarpfalz-Kreis ist sehr froh, über diese Kooperation einen Beitrag für die Saarwirtschaft zu einem möglichst schnellen Weg ins Arbeitsleben, aber auch einen wichtigen Baustein zur Integration anbieten zu können“, skizziert der Erste Kreisbeigeordnete Knicker.

 

PM: B. Ruffing, Kreisbeauftragte

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