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Tag der Zahngesundheit – Karies ist definitiv vermeidbar!

Noch bis vor wenig mehr als 20 Jahren glaubte man, alle Bakterien im Mund wären „irgendwie mehr oder weniger“ an der Kariesentstehung beteiligt.
Dann setzte sich langsam die Erkenntnis durch, dass nur eine Minderheit von Bakterien Löcher in Zähne bohrt und eine noch kleinere Minderheit Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) auslöst, dass die Mehrheit der anderen Bakterien mit uns verbündet ist und uns sogar beschützen kann – und diese Erkenntnis hat sich danach langsam herumgesprochen. Was man damals schon wusste: dass auch die Häufigkeit (sowie die Details) des Zuckerkonsums eine wesentliche Rolle spielen… Darüber hinaus: dass die Mundhöhle eine Eintrittspforte für Bakterien ist, die die Allgemeingesundheit erheblich beschädigen können. Und weiter: wie man schädliche Bakterien in die Defensive drängen kann.

Heute wird nun eine „ökologische Plaquehypothese“ diskutiert, für die bereits gute Belege existieren. Wir wissen nun, dass wir zwar die Übertragung von Kariesbakterien auf Kleinkinder weitgehend verhindern können und wie dies schützt – wir wissen aber auch, dass die Vermeidung der Bakterienübertragung das Risiko verringert, aber nicht bis auf Null. Deshalb sind besonders die Ernährungsgewohnheiten wichtig: durchaus erlaubten „Naschzeiten“ müssen möglichst stundenlange „Zuckerpausen“ gegenüberstehen. Und natürlich sind sogenannte „professionelle Zahnreinigungen“ eine gute Ergänzung der individuellen Vorsorge, die erwiesenermaßen langfristig schützt – wir können den bakteriellen Attacken definitiv standhalten!

Karies – nur ein Müllproblem?  Die aktuelle „ökologische Plaquehypothese“

Wie bekannt: Karies entsteht durch die Vergärung von Zucker (und verwandten Kohlenhydraten) zu Milchsäure. Diese Milchsäure ist gewissermaßen „Zuckermüll“. Leitkeim ist der Streptokokkus mutans (SM). Und wenn er viel Futter (Zucker..) erhält, vermehrt er sich rasend schnell. Dummerweise hat er auch noch Sympathisanten (z.B. Laktobazillen), die sich in sauren Umgebungen richtig wohl fühlen. Und wenn die Mundhöhle erst durch zu viel Zuckergenuss – und danach der daraus entstandenen Milchsäure – so richtig vermüllt (übersäuert) ist, vermehren sich auch Laktobazillus und Freunde wie die Karnickel… und dann wird es gefährlich: die Mehrheiten unter den Bakterien im Mund kippen! Danach sind die „bösen“ Bakterien leider definitiv in der Überzahl und können durch die Säure ihr Zerstörungswerk an unseren Zähnen erst so richtig entfalten, weil sie nicht mehr durch die mit uns verbündeten Bakterien daran gehindert werden. Was kann man da noch tun? Ganz einfach: die „bösen“ Bakterien auf Diät setzen. Und zwar auf ganz strenge Diät! Die „Zuckerpausen“ zwischen den „Naschzeiten“ sollten mehrere Stunden dauern. Nach den Naschzeiten sollten die Zähne geputzt – oder zumindest mit einem Glas Wasser gespült werden. Das hungert Streptokokkus mutans und Verbündete stark aus, schwächt sie und beschränkt die Vermehrung. Und das wiederum fördert Nachhaltigkeit im Mund: dauerhaft stabile Verhältnisse, Gesundheit, die begründete Aussicht auf lebenslangen Zahnerhalt. Die Umweltfaktoren im Milieu der Mundhöhle spielen also eine ganz entscheidende Rolle bei der Entstehung (oder der Verhinderung!) von Karies.

Und – gibt es auch eine wirklich gute Nachricht? Na klar doch: bei korrektem Verhalten unsererseits haben Streptokokkus mutans und Komplizen echt schlechte Karten!

 

PM: i.V. Dr. Wolfgang Carl

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