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Übung: Schweißtreibende Rettung in Pflegeeinrichtung

Brände in Pflege- und Betreuungseinrichtungen stellen Feuerwehrleute vor besondere Herausforderungen. Bewohner sind meist immobil, dement oder haben andere körperliche Gebrechen.

Jeder Einzelne muss individuell aus einem brennenden Gebäude und vor tödlichem Rauchgas gerettet werden. Bei Bränden in solchen Einrichtungen sind auch immer wieder Tote zu beklagen. Die Feuerwehr muss sich sich auf solche Ereignisse einstellen und solche Situationen üben.

Anlässlich dieser Herausforderungen übten ca. 50 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert- Mitte und Oberwürzbach an einem Montagabend eine Brandsituation im Bruder-Konrad-Haus der Arbeiter-Wohlfahrt (AWO) in St. Ingbert. Die Übungslage stellte sich durch einen angenommenen Brand, der durch einen elektrischen Defekt in einem Reinigungsraum entstanden war, dar. In der Folge kam es zu einer angenommenen gefährlichen Verrauchung des 1. und 2. Obergeschosses. Die angerückten Feuerwehrleute rüsteten sich realistisch für einen Brandeinsatz mit Ausrüstung und schwerem Atemschutz aus. Zeit spielte an diesem Übungsabend keine Rolle. Das saubere Aus- und Verlegen von Schläuchen in engen Treppenräumen und die verschiedenen Rettungsarten der Bewohner standen im Vordergrund. In der Einrichtung der Arbeiter-Wohlfahrt wohnen derzeit 62 Bewohner, die zum größten Teil immobil sind. Eine Rettung ist nur über gesondert abgetrennte Treppenräume und die Drehleiter möglich. Bei einem Brand darf kein Fahrstuhl genutzt werden. Für die Rettung stehen dem Personal und der Feuerwehr spezielle Matratzen, in die der bettlägerige Bewohner eingebunden wird und dann samt der Matratze aus dem Gebäude gezogen werden kann, zur Verfügung.

Die Feuerwehrtrupps retteten an diesem Abend drei Bewohner, die sich freiwillig für die Rettung zur Verfügung stellten, aus dem Gebäude. Dabei bekam ein über 90-jähriger Bewohner eine Fluchthaube, die an die Atemluftflasche der Feuerwehrleute angeschlossen war, übergestülpt und wurde nach draußen verbracht. Ein weiterer Bewohner retteten die Übungsteilnehmer mit dem Rollstuhl über eine Treppe. Die Feuerwehrleute wussten am Ende, was sie geleistet hatten. Die schweißtreibende Arbeit verlangte von den Übenden einiges ab.

Den Übungsablauf verfolgte auch der Einrichtungsleiter Herr Thomas Klicker. Er war froh, dass die Einsatzkräfte in seiner Einrichtung übten. Denn so kennen sie das Gebäude und sind im Notfall optimal vorbereitet.

Florian Jung, Pressesprecher der Feuerwehr: „Diese Übung ist eine gute Ergänzung zu den jährlichen Brandschutzübungen der Belegschaft. Auch die Bewohner lernen, dass Sie bei einer Evakuierung keine Angst vor der Feuerwehr haben müssen. Den Feuerwehrleuten dient die Übung der Verbesserung der Ortskenntnis und der vorhandenen Rettungsmittel.

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