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UN-Nachhaltigkeitsziele im Blick

Der historische Marktplatz in Homburg war Schauplatz für einen Aktionstag, bei dem es um die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (englisch: Sustainable Development Goals, abgekürzt SDGs), regionales Einkaufen,

einen gerechteren Handel mit den Ländern des globalen Südens und Bildungsprojekte ging. Letztere Themen sind verankert in SDG 8 „Menschenwürdige Arbeitsbedingungen“ in SDG 12 „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ und in SDG 4 „Hochwertige Bildung“. Die SDGs sind wenig bekannt, dennoch sind sie Wegweiser für unsere Zukunft und berühren uns alle. Der Aktionstag war von leichtem bis stärkerem Landregen – glücklicherweise jedoch nicht von Sturm und Starkregen – begleitet und damit ein Fingerzeig auf SDG 17 „Maßnahmen zum Klimaschutz“. Die Schülerinnen und Schüler wissen sehr genau, um was es geht und wie man vor allem auch mit kleinen Maßnahmen die Welt ein Stückchen besser machen und dafür sorgen kann, dass das, was wir mit den Themen Klimawandel, Dürre, Starkregenereignisse, Armut erleben, etwas ist, was auch mit unserer Lebensweise und unserem persönlichen Konsumverhalten zu tun hat.

„Hören Sie den jungen Menschen zu“, unterstrich Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot nach ihrem Austausch mit Schülerinnen und Schülern der Biosphärenschulen Mandelbachtal-Schmelzerwald und Robert-Bosch sowie Mädchen aus einem Upcycling-Workshop der Freien Kunstschule ARTefix. Für den am Aktionstag startenden Workshop, der an sechs Terminen samstags angeboten wird, hatten sich elf Teilnehmende gemeldet, drei Interessierte standen auf der Warteliste. „Die Jugendlichen bringen gebrauchte Textilien, die von Hand oder mit der Nähmaschine umgenäht oder gefärbt werden. Dabei steht neben dem Erlernen der handwerklichen Fingerfertigkeit die Kreativität im Vordergrund und das Erlebnis des Wiederverwendens statt des Wegwerfens“, skizzierte die Mode-Designerin Andrea Rauscher, die mit Petra Bond den Workshop leitet, und eine Modeschau in Blieskastel und Homburg plant. Lothar Wilhelm von Projekt „WaldWerken“ der Saarpfalz-Touristik präsentierte zum SDG 15 „Leben an Land“ ein Mitmachangebot mit heimischen Hölzern. Über Bodenzeitungen des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau und der Jungen Biosphären zu den SDGs gelangte man zum Marktplatz. An deren Stand drehte sich ein Glücksrad mit Fragen und kleinen Gewinnen. „Leider haben viele Menschen noch nie etwas von den Nachhaltigkeitszielen gehört. Das wollen wir mit solchen Aktionen ändern und ein Bewusstsein schaffen und die Ziele erlebbarer machen“, erklärten Steffi Lagaly vom Biosphärenzweckverband und Carmen John von der Jungen Biosphäre. Hierzu passte auch das Angebot vom Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland.

Eingebettet in den vom Homburger Musiksommer und begleitet von Rhythmen der „Zydeco Annie & Swamp Cats“ zeichnete Landrat und Biosphärenverbandsvorsteher Dr. Theophil Gallo die 500. „Faire Klasse“, einem Schulwettbewerb der Fairtrade Initiative Saarland, aus. Mit den Worten „I hope it stops raining“ erinnerte er an das Musikfestival Woodstock 1968 und wünschte der vom Kulturbeigeordneten Raimund Konrad organisierte Musikveranstaltung – durchaus ernst und dennoch auch scherzhaft – eine vergleichbare Resonanz.

„Ich danke der Stadt Homburg und den vielen Beteiligten für ihr großes Engagement und bin stolz auf die Leistungen unserer Schulen, der Schülerinnen und Schüler und des Lehrpersonals in diesen wichtigen Lebensbereichen“. Die Auszeichnungen gingen an Berufsschulklassen der Stufe 10 und 11 der Paul-Weber-Schule und eine AG des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums. „Wir sind aktuell im Europäischen Jahr der Jugend, das insbesondere jungen Menschen eine Stimme geben soll. Die Aktivitäten des heutigen Tages spiegeln, was die Jugendlichen bewegt. Lassen Sie uns genau hinhören. Es sind Themen, die uns allen auf den Nägeln brennen“, appellierte der Landrat. In diesen Kontext passte der Infostand einer noch sehr jungen Bewegung, der Foodsharing-Initiative Saarpfalz. Die sich selbst als „LebensmittelretterInnen“ bezeichneten, mit Warnwesten bekleideten Ansprechpartner und ihre Mitstreiter setzen sich ein gegen Lebensmittelverschwendung und für eine faire Verteilung noch brauchbarer Lebensmittel.

Die Beigeordnete Christine Becker unterstrich das Engagement aller Initiativen in der Kreisstadt: „Der Eine-Welt-Laden, der mit seinen Einnahmen Projekte wie das Kinderhaus Katmandu, die Natpu Indienhilfe und Space Lama unterstützt, ist seit mehr als 30 Jahren ein Dreh- und Angelpunkt für die Anliegen des fairen Handels. Bessere Chancen für Kinder in aller Welt sind ein Dauerbrenner-Thema für das UNICEF-Team Homburg. Das Christliche Jugenddorf stellt mit den Produkten der Biosphären-Partnerbetriebe das Angebot heimischer Produkte in den Fokus. Mit „Unverpackt mit Herz“ in der Schanzstraße haben wir den ersten verpackungsfreien Laden in Homburg.“ „Ob die vom ADFC und der Fairtrade Initiative Saarland organisierte Early-Bird-Radtour, Actionbound oder alle Ausstellerangebote: Die Erweiterung unseres bisherigen Fairtrade-Marktes um die UN-Nachhaltigkeitsziele war eine Plattform für die Vielfalt aller Akteure – sozusagen unter einem Zeltdach. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der Markt weiterentwickelt“, resümierte Astrid Klug, die den Fairtrade-Markt für den Verein miteinander-füreinander ins Leben gerufen hat.

Das im Rahmen der saarländischen Nachhaltigkeitsstrategie 2021 ausgezeichnete Leuchtturmprojekt „SDG-Aktionstag“ des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau und der Jungen Biosphäre wird durch Mittel aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes gefördert.

Die Gewinne beim SDG-Glücksrad sowie Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit des Biosphärenzweckverbandes wurden durch das Projekt „Botschaften und Botschafter – Kommunikation im Biosphärenreservat Bliesgau, Teil II“ nach dem Saarländischen Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2014-2020 im Rahmen der LEADER-Strategie der Region „Biosphärenreservat Bliesgau“ mit 86.293,19 €, davon 75% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 25% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, unterstützt.

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