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Verbraucherzentrale: Reklamation über vermeintlich falsches Aufmaß

Da stimmt ja gar nichts!“, beschwerte sich ein Verbraucher bei Architekt Reinhard Schneeweiß, Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Gemeint waren die Mengen der Wärme übertragenden Hüllflächen des Gebäudes. Was war passiert? Der Verbraucher hat sich ein Energiegutachten erstellen lassen, um zu erfahren, welche Wärmedämm-Maßnahmen besonders effektiv sind. Auf Grundlage der schriftlichen Energieberatung hat der Bauherr Angebote von Handwerkern eingeholt. Als Mengengrundlage für die Angebote dienten  die Quadratmeterangaben aus dem Energiegutachten. Nach Beendigung der Sanierungsmaßnahme  stellte der Handwerker eine Rechnung über 235 qm Wärmedämmung der Wand, im Energiegutachten waren das aber nur 170 qm. Die Mehrkosten betrugen mehrere Tausend Euro.

„Flächenangaben eines Energiegutachtens und Mengen für die Abrechnung von Handwerkerleistungen können nicht miteinander verglichen werden“, erläutert  Schneeweiß.  Zum einen wird im Energiegutachten nur der Gebäudeteil betrachtet, der zur beheizten Fläche gerechnet wird. Das ist energetisch richtig, allerdings wird bei der Ausführung z. B. aus optischen Gründen oder zur Vermeidung von Wärmebrücken eine etwas größere Wandfläche gedämmt. Zum anderen werden bei der Handwerkerrechnung Flächen von kleinen Fenstern oder Türen bis 2,5 Quadratmeter Teilfläche übermessen. Das sind immerhin Fenster von 2 m Breite und 1,25 m Höhe. Beim Energiegutachten finden solche Vereinfachungen keine Anwendung. Dementsprechend ist die Fläche im Energiegutachten für die Wand kleiner als in der Handwerkerrechnung.

„Handwerkerangebote sollten daher nicht einfach auf der Grundlage des Datenmaterials eines schriftlichen Energiegutachtens eingeholt werden, sondern immer auf Grundlage von wirklichkeitsnahen Bauplänen unter Berücksichtigung der Abrechnungsvorschriften der VOB. Alternativ kann der Bauleiter oder der Handwerker auch konkret  Aufmaß vor Ort nehmen“, rät der Energieberater der Verbraucherzentrale.

Wer infolge eines Energiegutachtens sein Gebäude sanieren möchte, hat die Möglichkeit, eine qualifizierte Baubegleitung zu beauftragen. Diese wird zu 50 Prozent bis maximal 4000 Euro von der KfW unterstützt. „Durch das Einbinden eines entsprechenden Fachplaners lassen sich solche Missverständnisse, wie sie in der Reklamation vorgetragen worden sind, vermeiden“, ist Schneeweiß überzeugt.

Bei Fragen zur qualifizierten Energieberatung, zur Interpretation von Energiegutachten, welche Dämmmaßnahmen sinnvoll sind, welche Handwerkerangebote empfehlenswert sind und bei Fragen zu allen anderen Energiesparmöglichkeiten, z.B. Heizungstechnik, stehen die Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes  gerne zur Verfügung

Die unabhängige Energieberatung wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Für eine persönliche Beratung in einer der 15 Energieberatungsstellen ist eine Anmeldung erforderlich.
Energieberatungen in St, Ingbert finden jeden ersten und dritten Montag im Monat im Rathaus, Am Markt 12, Zimmer 203 statt. Anmeldung unter 06894 / 130 oder 0681 / 50089 – 15.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017