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Verbraucherzentrale: Wärmedämmung als Brandfalle?

Fernsehsendungen berichteten in den letzten Monaten über brennende Wärmedämmverbundsysteme. Dies führte zu massiver Verunsicherung bei den Verbrauchern, ob eine Dämmung der Außenwände eine nachhaltige Investition in die eigenen vier Wände darstellt. Nach Einschätzung der Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes ist dieser Aspekt ernst zu nehmen: „Die bisherigen Vorbehalte gegen Wärmedämmung der Außenwände waren i. d. R.  unbegründet. Die berühmten „atmenden Wände“ gehören ins Reich der Märchen. Der Aspekt einer abbrennenden Fassade und damit einer Gefährdung von Leib und Leben muss aber in jedem Fall ernst genommen werden.“, urteilt Architekt Reinhard Schneeweiß, Energieberater der Verbraucherzentrale. Deswegen auf Wärmedämmung zu verzichten, ist aber weder fachlich noch finanziell begründbar. „Es gibt für die Fassadendämmung nicht brennbare Alternativen wie z. B. Steinwolle, Mineralwolle oder Mineralschaumdämmplatten“, erläutert Schneeweiß. Diese weisen etwas schlechtere Dämmwerte auf als  Kunststoffschaumplatten, was zu ca. 2 bis 4 cm dickeren Wandaufbauten führt. Dafür haben die Dämmstoffe sowohl ökologisch als auch bauphysikalisch große Vorteile. Viele sind von dem Internationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – natureplus e.V. zertifiziert und wesentlich diffusionsoffener als die Kunststoffalternativen.

Allerdings sind die nicht brennbaren Systeme mindestens 10 % teurer als die billigeren Kunststoffsysteme. Lohnt sich das Dämmen dann überhaupt noch, zweifeln Verbraucher. „Auf jeden Fall, die Amortisationszeit verlängert sich zwar geringfügig, aber auch nicht brennbare Systeme sparen wesentlich mehr Energie und Geld ein als sie kosten. Eine ungedämmte Altbauwand weist  in 30 Jahren ca. 550 €/m² Energiekosten an Gas oder Öl auf. Eine gedämmte Außenwand hat in derselben Zeit nur Energiekosten von ca. 120  €/m². Mit der Differenz von ca. 430 € lässt sich jede Außenwanddämmung finanzieren“, führt Energieberater Schneeweiß aus.

Zur Klärung von technischen Detailfragen sowie Fragen zu unterschiedlichen Möglichkeiten der staatlichen Förderung von Dämmmaßnahmen lohnt sich der Weg zur Verbraucherzentrale des Saarlandes. Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Für eine persönliche Beratung in einer der 14 Energieberatungsstellen ist eine Anmeldung erforderlich.

In St. Ingbert findet die Beratung im Rathaus, Am Markt 12, Zi., 203. Anmeldung unter Tel.-Nr.: 06894 / 13-0 oder 0681 50089-15

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1865–2017