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Verbraucherzentralen fordern Regeln für die Klimaschutz-Werbung bei Lebensmitteln

Wie Lebensmittel produziert, verpackt und transportiert werden, wirkt sich auf das Klima aus. Immer mehr Verbraucher möchten deshalb klimafreundlich einkaufen, und Hersteller nutzen Klimaschutz-Argumente bei der Bewerbung ihrer Lebensmittel. Doch die derzeitige Werbepraxis mit Klimaschutz und CO2 Einsparung bei Lebensmitteln ist nicht verbrauchergerecht. Das zeigt eine im Auftrag der Verbraucherzentralen durchgeführte Studie. Die Verbraucherzentralen haben gezielt nach klimarelevanten Labeln und Auslobungen auf Verpackungen im Lebensmitteleinzelhandel gesucht und diese auf Transparenz für Verbraucher hin bewertet.

Fünf der sechs zwischen Oktober und November 2011 gefundenen Klima-Label oder -aussagen am Produkt sind aktuell noch am Markt. Darüber hinaus gibt es viele Internetseiten mit klimabezogenen Argumenten.

 Nur das „STOP CLIMATE CHANGE“ – Zeichen wird von einer externen Zertifizierungsstelle vergeben. Bei diesem Label ist die Informationsbeschaffung einfach und die Klimaschutzaussage klar. Die anderen Zeichen sind Eigenlabel der Hersteller. Sie liefern teilweise unzureichende oder schwer zugängliche Informationen darüber, welche genauen Aktivitäten im Klimaschutzbereich stattfinden. Die Berechnungen sind auch für Experten nicht immer nachvollziehbar. Bezeichnungen wie „CO2-neutral“ sagen ohne Vorwissen wenig.

Deutlich häufiger nutzten Lebensmittelhersteller das Internet, um über ihre klimarelevanten Aktivitäten zu informieren: Bei 21 Unternehmen der Lebensmittelbranche war das der Fall. Von simplen Aussagen wie  „Klimaschutz hat für uns höchste Priorität“ oder „So werden 4000 Tonnen CO2 vermieden“ bis hin zu nachvollziehbaren und extern durchgeführten Zertifizierungsprozessen wird die ganze Bandbreite der Lobeshymnen geboten, vergleichbare Daten dagegen nicht.

„Wenn Klimaschutzfragen beim Einkauf eine Rolle spielen sollen, müssen die Informationen verlässlich, verbindlich und verständlich für Verbraucher sein“ sagt Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. „So wie die meisten Klimalabel derzeit gestaltet sind, halten wir sie nicht für sinnvoll “, ergänzt Theresia Weimar-Ehl.

Klimaschutzaussagen zählen zu den „Vertrauenseigenschaften“, die Verbraucher nicht überprüfen können. Der Gesetzgeber muss sicherstellen, dass beworbene Vertrauenseigenschaften halten, was sie versprechen. Dazu gehören u.a. die Offenlegung des Labelgebers, der angelegten Kriterien sowie deren neutrale Kontrolle.

Die Verbraucherzentralen fordern darüber hinaus einheitliche methodische Bewertungsgrundlagen für Klimabilanzen, die verbindlich zu nutzen und öffentlich zugänglich sind. Zusätzlich sollte eine Datenbank mit unabhängigen Informationen über Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsaussagen der Lebensmittelbranche geschaffen werden.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017