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Vielfalt der Stimmen und Register: Jahresabschluss beim ILF

Hoch zufrieden zeigt man sich beim St. Ingberter Literaturforum (ILF) bei der Rückschau auf das zu Ende gegangene Lesungsjahr 2018.

Zu zwölf Lesungen in der Stadtbücherei sowie zwei Veranstaltungen außerhalb waren rund 700 Literaturinteressierte gekommen, um ein facettenreiches Angebot von Autorenbegegnungen und Buchvorstellungen zu erleben.

Den Auftakt bildete Johannes Kühn, der in einer Kooperationsveranstaltung mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) unter dem Motto „Ich strebe nach dem einfachen Sagen“ einem begeisterten Publikum Lyrik und Prosa aus seinem Gesamtwerk präsentierte.

Im frostkalten März waren Manfred Kelleter und Jürgen Bost zu einer städtepartnerschaftlichen Begegnung nach Radebeul gereist, wo sie St. Ingberter Literatur im Kulturbahnhof vorstellten. Beide wirkten auch auf dem Alten Friedhof bei der Gedenkfeier der Stadt zum 125. Todestages des Dichters Karl-August Woll mit.
Ralph Schock, seines Zeichens Publizist und Literaturredakteur, präsentierte sein literarisches Debüt »Kaffeeschmuggler und Steckdosenmäuse« und vermittelte dem Auditorium Mut zum biografischen Schreiben als Mittel gegen das Vergessen. Im Rahmen der Literaturtage im Saarland hatte das ILF zu einer Begegnung mit Lothar Quinkenstein aus Berlin eingeladen, der seinen Bilderbogen „Die Deckelmacher“ vorstellte und damit auf eine überregionale Resonanz stieß.
Anfang Mai ging es wieder einmal um mundartlich gestaltete Texte: Die St. Ingberter Autoren Manfred Kelleter, Peter Wilhelm und Albrecht Zutter lasen aus ihren Werken und ließen mit Esther Dewes und Axel Kerber auch besondere Gäste zu Wort kommen. Zuhörerrekorde wurden übertroffen, als der im Saarland geborene ZEIT-Redakteur Matthias Stolz „Eine alte Frau ist doch kein WLAN – die kuriosen Briefe von Oma Mathilde“ präsentierte. Mit der Vorstellung der „Fjordmusik“, Markus Imbsweilers Darstellung einer ebenso heiteren wie spannenden Orchesterreise nach Norwegen, schloss sich der Kreis der ILF-Veranstaltungen im ersten Halbjahr.
Der frühere saarländische Ministerpräsident Reinhard Klimmt lud nach der Sommerpause mit „Reihenweise“ zu einer spannenden Reise in die Erfolgsgeschichte des Taschenbuchs ein. Im September stellte Klaus Brabänder in einer von Tanja Endres-Klemm musikalisch umrahmten Lesung „GegenWind“ vor, den neuesten Regionalkrimi um den grummeligen Kriminalkommissar Josch. Ernste Akzente setzte Christoph Steckelbruck mit seinem Debütroman „Der gefangene Sommer“, der Geschichte eines Jungen in den siebziger Jahren auf der Schwelle zum Erwachsensein.

In einer Kooperationsveranstaltung des St. Ingberter Literaturforums (ILF) und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar (DPG) präsentierte sich mit Szczepan Twardoch, begleitet von seinem Übersetzer Olaf Kühl, einer der renommiertesten jungen Autoren unseres Nachbarlandes.
Mit Franziska Hauser aus München konnte wieder eine für den Deutschen Buchpreis nominierte Autorin nach St. Ingbert verpflichtet werden. Sie stellte mit der „Gewitterschwimmerin“ die spannend erzählte Geschichte ihrer eigenen Familie vor. Den Schlussakzent der Veranstaltungsreihe setzte im Dezember Daphne Schmelzer. Ihr erzählerisches Interesse galt George Sand und ihrem bewegten Leben im Spannungsverhältnis zwischen „Rebellion und Liebe“.
Nach einer Winterpause sollen auch im neuen Jahr 2019 den interessierten Bürgern weitere Autorenbegegnungen und Buchpräsentationen vermittelt und dabei schwerpunktmäßig die Literatur von Schriftstellern aus der Großregion Saar-Lor-Lux gefördert werden, und das ganz im Sinne Fred Oberhausers, der das ILF im Herbst 1981 aus der Taufe hob. Diese Lesungen lockern den Bibliotheksalltag auf und verleihen der Stadtbücherei das Profil einer lebendigen Kultureinrichtung. Gerade auswärtige Gäste rühmen sie oft als facettenreichen kulturellenTreffpunkt, so ILF-Sprecher Jürgen Bost.

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