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Vor 35 Jahren: Supergau in Tschernobyl

Am Montag, den 26. April 2021 vor 35 Jahren ereignete sich der Supergau des ukrainischen (damals Sowjetunion) Atomkraftwerkes Tschernobyl, bei dem mehrere Tausend Menschen ihr Leben verloren und eine ganze Region der Ukraine radioaktiv kontaminiert wurde. Tage danach trieb der Westwind eine riesige atomare Wolke über Skandinavien, dann über Westeuropa und auch über das Saarland hinweg. Auch die Menschen von St.Ingbert wurden mit nuklearen Strahlen belastet, sowie flächendeckend ihre Umwelt /Natur.

Die Behörden warnten vor dem Verzehr von Waldbodenpflanzen wie Bärlauch, Gemüse aus dem eigenen Garten, selbst gesammelten Pilzen und Fleich vom Wild. Die Saarländer waren geschockt, denn der damalige Innenminister Friedrich Zimmermann der Kohl – Bundesregierung hatte wenige Tage nach der Atomkatastrophe eine Strahlenbelastung Westdeutschlands durch Tschernobyl völlig ausgeschlossen und die Menschen in trügerischer Sicherheit gewogen.

!985 zogen die GRÜNEN St.Ingbert mit Maria Sattler (heute Dumont), Frank Becker und Jürgen Berthold, alle drei entschiedene AKW – Gegner, in den Stadtrat ein und hatten sich vorgenommen, das Thema Atomkraftwerke, insbesondere den Bau von Cattenom auf die Tagesordnung zu setzen. Sie hatten in der ersten Hälfte der 80ger Jahre an internationalen Demonstrationen gegen den Bau der 4 Atomkraftwerksblöcke in Cattenom teilgenommen und die unnachgiebige Haltung Frankreichs kennengelernt. Der erste Block von Cattenom wurde trotz der Proteste der Atomkraftgegner aus Frankreich, Luxemburg, Belgien , Rheinland – Pfalz und dem Saarland 1986 in Betrieb genommen. Also im selben Jahr des Supergaus von Tschernobyl.

Um vor der Wiederholung eines Supergaus wie in Tschernobyl und vor den Gefahren des Atomkraftwerkes Cattenom für die Großregion an Mosel und Saar zu warnen, erreichten die GRÜNEN im St.Ingberter Stadtrat, dass im St.Ingberter Stadtpark eine steinerne Erdkugel als Mahnmal gesetzt wurde, die im Osten an den Supergau von Tschernobyl erinnert und im Westen an die Risiken von Cattenom. Dieses Mahnmal steht noch heute im Rosenrondell der Gustav-Clauss-Anlage und entfaltet seine Mahnung und Warnung.

Die Warnung des St.Ingberter Mahnmales vor den Risiken der 4 Atomkraftblöcke von Cattenom ist nach wie vor aktuell, da Frankreichs bzw. die EDF die Laufzeiten der Kernreaktoren von 40 auf 50 Jahre erhöhen will und schon mit der sogenannten techn.Modernisierung an einem Block begonnen hat. Das heißt Laufzeiten bis zu 2040. Gerade bei solchen techn.Modernisierungen sind Unfälle/ Störfälle bei dem Neuanlauf der Reaktoren nicht auszuschließen. Die Landesregierungen von Luxemburg, Rheinland – Pfalz und Saarland haben gerade mit einem Gutachten belegt, das Cattenom zur Stromversorgungssicherheit in Europa nicht gebraucht wird und wollen sich für die Stillegung der 4 Atommeiler einsetzen.

Jürgen Berthold

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