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Vorstandsversammlung der Siebenpfeiffer-Stiftung

Jüngst hat die diesjährige Vorstandsversammlung der Siebenpfeiffer-Stiftung im großen Sitzungsaal im Homburger Forum stattgefunden. Der Saarpfalz-Kreis initiierte diese Stiftung mit Sitz in Homburg im Jahr 1988.

Den Schutzmaßnahmen in Zeiten von Corona geschuldet, kam ausschließlich der 13-köpfige Vorstand ohne das wissenschaftliche Kuratorium und ohne Beirat zusammen, wie es sonst üblich ist. Neben dem obligatorischen Rück- und Ausblick zu den Aktivitäten der Stiftung galt ein Tagesordnungspunkt der Neuwahl des Stiftungsvorsitzenden. Dr. Theophil Gallo wurde einstimmig für weitere fünf Jahre – bis zum Ende seiner Amtszeit als Landrat – wiedergewählt.
Landrat Dr. Gallo bedankte sich bei den Vorstandsmitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen und betonte: „Wir leben in einer bewegten Zeit, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich sehr schnell, und es ist unsere Aufgabe, gerade dann, wenn eine neue Amtszeit beginnt, auch zu überlegen, wo wir die bisherige Ausrichtung unserer Arbeit anpassen und eventuell neu ausrichten müssen. Die satzungsmäßig ausgerichtete Arbeit der Stiftung ist sicher ein Wert an sich, aber sehr retrospektiv. Wir müssen auch die jüngeren erreichen, für die Themen der Stiftung interessieren, oder auch mit anderen Themen punkten“, so Dr. Gallo.

Nichts Neues ist, dass aufgrund der Gesundheitslage auch Veranstaltungen der Stiftung abgesagt werden mussten. Dazu zählten beispielsweise der „Tag der Pressefreiheit“ und auch die beliebten Kostümführungen. Die wissenschaftliche Tagung mit dem Thema „Drucker und Verleger zu Zeiten Siebenpfeiffers“, die für Herbst dieses Jahres im Landesarchiv Speyer geplant war, wird um ein Jahr verschoben. Der Stiftungsvorstand hatte sich mit den Organisatoren der Tagung, Prof. Dr. Gabriele B. Clemens (Universität des Saarlandes) und Prof. James Brophy (University of Delaware), darauf verständigt, die Tagung nicht wie für dieses Jahr geplant im Landesarchiv in Speyer, sondern in der Saarpfalz zu veranstalten.

Über den Haushalt wurde ebenso Beschluss gefasst wie über den 16. Siebenpfeiffer-Preis, wiederum dotiert mit 10 000 Euro, der Ende des Jahres ausgeschrieben wird. Die Preisverleihung soll am 14. November 2021 stattfinden. Nicht unerwähnt blieb natürlich die jüngste Verleihung am 10. November 2019 mit Preisträgerin Anja Reschke, Journalistin und Fernsehmoderatorin. Den Gästen im voll besetzten großen Sitzungsaal dürfte die bemerkenswerte Veranstaltung mit ihren ambitionierten, leidenschaftlichen Rednerinnen und Rednern sowie die musikalische Begleitung durch Sebastian Krumbiegel („Die Prinzen“) noch in Erinnerung sein. Die verschriftete Dokumentation dieser 15. Preisverleihung ist demnächst erhältlich.

Eine weitere Publikation wird im August ausgeliefert: In der Reihe „Schriften der Siebenpfeiffer-Stiftung“ erscheint unter dem Titel „Deutsche im politischen Exil nach dem Hambacher Fest und der Revolution von 1848/49“ der nunmehr elfte Bad. Herausgegeben von Prof. Dr. Wilhelm Kreutz von der Universität Mannheim, finden sich darin die Vorträge jener Historiker, die im Herbst 2018 in Siebenpfeiffers Geburtsstadt Lahr zu einer wissenschaftlichen Tagung zusammengekommen waren. Auch das Exil des Namensgebers der Stiftung in der Schweiz von 1834 bis 1845 ist dabei Thema eines Kapitels.

Nicht zuletzt verabschiedete Landrat Dr. Theophil Gallo als wieder gewählter Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung deren bisherigen Geschäftsführer Dr. Bernhard Becker in den Ruhestand. Dieser hatte das Amt seit Stiftungsgründung ausgeführt. „Die Stiftungsarbeit hätte ich nicht missen mögen. Die doch sehr aufwändige Organisation der Preisverleihungen brachte zwar immer wieder Überraschungen hervor, machte jedoch mit einem hervorragend eingespielten Team wirklich großen Spaß. Die Begegnungen mit außergewöhnlichen und mutigen Persönlichkeiten, unseren Preisträgerinnen und Preisträgern wie u. a. Franz Alt, Peter Scholl-Latour, Günter Wallraff, Glenn Greenwald, Can Dündar oder zuletzt Anja Reschke – ich könnte sie alle aufzählen – wird mir immer in Erinnerung bleiben“, hielt Dr. Bernhard Becker fest.

Einstimmig zum kommissarischen Geschäftsführer wurde von dem Gremium Martin Baus, M. A., benannt.

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